Sicherheit am Strand

Rettungsschwimmer: „Wir sind keine Kindermädchen!“

Rettungsschwimmer: „Wir sind keine Kindermädchen!“

Rettungsschwimmer: „Wir sind keine Kindermädchen!“

Röm/Rømø
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Rettungsschwimmer auf der Hut Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

TrygFonden Kystlivredning mahnt vor allem deutsche Urlauber, am Strand auf ihre Kinder aufzupassen. In dieser Woche sind auf Röm allein acht deutsche Kinder von ihren Eltern weggelaufen.

Das traumhafte Badewetter der vergangenen Tage treibt Einheimische und Touristen an die Strände der dänischen Ost- und Westküste. Das bedeutet Sonnencreme, Eis und Baden für Eltern und Kinder.

Die Lebensretter an der Küste haben jetzt Hochkonjunktur. Täglich sind sie vor Ort, um in Not geratenen Schwimmern und Strandgästen zu helfen. Immer häufiger müssen sie sich dabei mit verschwundenen Kindern beschäftigen, wie in dieser Woche auf der Insel Röm. Das berichtet „Lebensretter“ und Rettungsschwimmer Lasse Serup Jensby von TrygFonden Kystlivredning dem „Nordschleswiger“. „Acht Kinder sind auf Röm von ihren Eltern weggelaufen.“

„Es kann sehr schnell passieren, dass ein Kind verschwindet"

Bei den Kindern handelte es sich um deutsche Touristen, die mit ihren Eltern im Dänemarkurlaub waren. Zum Glück sind sie unbeschadet zurück zu ihren Eltern gelangt. „Das letzte Kind war etwa eine Stunde weg, bevor es gefunden wurde“, sagt er weiter. Es sei binnen einer Stunde etwa vier Kilometer gelaufen. „Das ist so weit“, sagt er verblüfft. Serup Jensby und TrygFonden fordern daher Eltern auf, acht zugeben auf den Nachwuchs und sich nicht ablenken zu lassen.

„Das variiert vom Kitesurfen, Konversationen zwischen den Eltern bis hin zum Zeitunglesen. Es kann sehr schnell passieren, dass ein Kind verschwindet“, so der 40-Jährige weiter. Es sei außerdem sicherer, gemeinsam ins Wasser zu gehen. Das sei eine von fünf Baderegeln, die TrygFonden kommuniziert und auf die laut dem Lebensretter in Dänemark ein großer Fokus gelegt wird: schwimmen lernen, niemals alleine ins Wasser gehen, Strand, Wind und Wasser kennenlernen und ein Auge auf seine Schützlinge haben, das sollte auch im Urlaub höchste Priorität haben.

Absprachen mit dem Nachwuchs treffen

Lasse Serup Jensby gibt außerdem den Rat, vor dem Strandbesuch mit den Kindern ein solch mögliches Szenario durchzusprechen und Absprachen für den Ernstfall zu treffen. „Redet mit den Kindern, macht Treffpunkte aus wie beispielsweise den Rettungsturm, der ist gut zu erkennen.“ Er sei selbst mehrfacher Onkel und nutze auch schon einmal die Maßnahme, seine Telefonnummer auf den Arm seiner Nichte oder seines Neffen zu schreiben, um kontaktiert werden zu können.

Für die kleinen Weltentdecker stellen der Strand und das Meer, die fremde Umgebung einen bunten Abenteuerspielplatz dar, den sie erkunden möchten. „Da ist es leicht, die Orientierung zu verlieren.“ Zudem gebe es auf Röm gerade ein enormes Menschen- und Verkehrsaufkommen. „Im Sommer haben wir zwischen 3.000 und 20.000 Menschen und viele Autos auf der Insel“, sagt der Rettungsschwimmer.

Das Wichtigste im Ernstfall: Ruhe bewahren

Für den Ernstfall hat er ebenfalls ein paar Ratschläge für die Aufsichtspersonen parat: „Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben.“ Dann könne es helfen, sich in die Kleinen hineinzuversetzen und zu überlegen, was einen als Kind interessieren würde und dort zu suchen. Und: „Normalerweise laufen sie weg mit der Sonne im Rücken, sie möchten sie nicht im Gesicht haben.“ Im Notfall gebe es an vielen Stränden an der Westküste grüne SOS-Schilder mit einer Rettungsnummer und der Telefonnummer 112, um Hilfe zu holen.

Lasse Serup Jensby macht auch deutlich, dass die Rettungsschwimmer natürlich weiterhin jedem helfen werden, der Hilfe benötigt. Er wünsche sich nur etwas mehr Achtsamkeit.

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