Kunstausstellung

Eine aufschlussreiche Reise durch den Glauben

Eine aufschlussreiche Reise durch den Glauben

Eine aufschlussreiche Reise durch den Glauben

Lügumkloster/Løgumkloster
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Bildhauerin Laila Westergaard, Kunsthistorikerin Sara Duborg Døssing und Museumsleiterin Kirsten Moesgaard (v. l.) mit Werken des 1996 verstorbenen japanischen Künstlers Watnabe Sadao Foto: Monika Thomsen

Das Museum Holmen lädt mit seiner Schau mit Werken des verstorbenen japanischen Künstlers Watanabe Sadao und der dänischen Bildhauerin Laila Westergaard zum Verweilen ein. Die Ausstellung kann ab Sonnabend, 15. August, besucht werden.

Zur einer spannenden Reise durch den christlichen Glauben und durch Zeit und Kultur lädt das Museum Holmen in Lügumkloster mit der neuen Ausstellung „Troens Rejse“ ein.

Die Stätte zeigt aus ihrem Bestand Drucke des japanischen Künstlers Watanabe Sadao in Kombination mit Werken der Bildhauerin Laila Westergaard, Kopenhagen.

Sie hat eine sehr spannende Art, mit der sie mit Steintafeln mit den Begriffen Christentum und Glauben arbeitet. Gemeinsame christliche Symbole sind das Brot und der Fisch, jeder interpretiert es jedoch auf seine Art.

Kirsten Moesgaard, Museumsleiterin

„Sie hat eine sehr spannende Art, mit der sie auf Steintafeln mit den Begriffen Christentum und Glauben arbeitet. Gemeinsame christliche Symbole sind das Brot und der Fisch, jeder interpretiert es jedoch auf seine Art“, begründet Museumsleiterin Kirsten Moesgaard die Wahl von Laila Westergaard.

Keine schwere Wahl

Die in Lemvig aufgewachsene Künstlerin, die in Kopenhagen wohnt, stellt erstmals in Lügumkloster aus. Die Auswahl ihrer Grafiken in Granit, die im Dialog mit den Bildern des 1996 verstorbenen japanischen Künstlers stehen, ist ihr nicht besonders schwergefallen, wie die Bildhauerin dem „Nordschleswiger“ während des Aufbaus berichtet.

Eines ihrer Werke ist in Italien entstanden, als sie mit drei weiteren dänischen Künstlern eingeladen war, vor den Toren Roms ihre Sichtweise auf den dortigen Glauben umzusetzen. „Dieses Motiv stammt von einer Postkarte mit Jesus, die ich beim Pflücken von Trauben in einem Geräteschuppen fand. Dies ist der Abdruck von der Wäscheklammer, mit deres befestigt war“, veranschaulicht die Bildhauerin auf dem großflächigen Werk auf dem Boden, das auch katholische Motive enthält.

„Kann man in fremde Kulturen eindringen?“, ist eine Frage, die Laila Westergaard beschäftigt.

Laila Westergaard an dem Werk mit Inspiration aus Italien Foto: Monika Thomsen

Ihre Thematisierung der Flüchtlingskrise 2015 geht unter die Haut. Ein Bild von einem kleinen Kind, das die Flucht nicht überlebt hat, Noahs Arche und daneben ein Boot mit Flüchtlingen – eingebettet in Alltäglichem wie Kaffeetrinken und Zeitungslesen.

„Es ist unangenehm, hinzusehen. Wir dürfen es aber nicht vergessen. Ich habe versucht, es auf die stille Art zu machen. Wenn es eine Möglichkeit zu handeln gibt, dann wird es von der Tastatur dargestellt“, so Laila Westergaard zu dem Werk, das auch eine vorgezogene Gardine zeigt und das die Stadt Varde erworben hat.

Ein gewichtiges Werk

Wegen seines Gewichts wurde das Kunstwerk mit Rücksicht auf die alten Mauern des Museums nicht aufgehängt, sondern es ruht auf Holzpaletten.

„Wie bei dir in der Werkstatt“, fügt Kunsthistorikerin Sara Dubørg Døssing ein.

„Die Hand illustriert, dass wir alle Judas sind. Aber wir sind alle mit an den Tisch eingeladen. Man kann die Hand reichen oder Leid auslösen. Das liegt an jedem Einzelnen“, erläutert die Bildhauerin zu einem kleinen Relief, das im Zusammenspiel mit Sadaos Bild neu entstanden ist.

Kaffee als Inspiration

Ein Relief zeigt eine Kaffeetasse mit schwarzem Kaffee und drei Schmetterlingen. „Das ist für mich das schwarze Grab und der Himmel, der sich spiegelt. Ein Schmetterling strebt nach oben, während es für den anderen nach unten zum Tod zieht. Dazwischen sind die Flügel der Liebe ausgebreitet“, sagt die 56-jährige Bildhauerin.

In der Ausstellung stoßen die Museumsbesucher wie zufällig auf beschriftete Steine, die eher ein verstecktes Dasein fristen. Sie spielen aber im großen Zusammenhang eine Rolle.

Die Künstlerin mit einem der Steine, auf die die Besucher stoßen. Daneben ihre Interpretation der Flüchtlingskrise Foto: Monika Thomsen

Kunsthistorikern Sara Duborg Døssing, Aarhus, veranschaulicht, dass die Ausstellung chronologisch aufgebaut ist. Es geht in der Diele mit drei Bildern aus dem Alten Testament los.

„Watnabe Sadao war dem Buddhismus und Hinduismus zugewandt. Als 17-Jähriger beschloss er jedoch, Christ zu werden“, berichtet die Kunsthistorikerin.

Jesus und seine Jünger im Kimono

„Er hatte den Drang, seine Formsprache dahingehend anzupassen, dass sie von den Japanern verstanden wurde. Daher sieht man beim letzten Abendmahl Jesus und seine Jünger im Kimono Sushi essen. Es gibt bei seinen Werken sehr viele japanische Elemente aber auch deutlich westlichen Einfluss“, so Døssing.

Im „schwarzen Raum“ des Museums werden der Tod von Jesus Christus und seine Auferstehung veranschaulicht.

Dort hängt mit Jesu auf dem Sterbebett auch Kirsten Moesgaards Lieblingsbild von Sadao.

Viele Reisen in einer Verpackung

Die drei Frauen hoffen, dass die kompakte Ausstellung viele Besucher anlocken wird. „Es ist ein Vergnügen“, sagt Laila Westergaard zur Zusammenarbeit.

„Die Ausstellung enthält viele Reisen. Reisen durch die Zeit und durch Dänemark und Japan“, sagt Moesgaard.

„Die informationsfreundliche Schau regt dazu an, sich zu vertiefen, Daher haben wir Bänke platziert, die zum Verweilen einladen“, sagt Sara Døssing, die aus Gramm/Gram stammt.

Schulen willkommen

„Ich hoffe, dass auch viele Schulen die Ausstellung besuchen werden“, weist Kirsten Moesgaard darauf hin, dass Schulen nach Vorbestellungen vormittags die Ausstellung besuchen können.

Die Ausstellung ist ab Sonnabend, 15. August, 15 Uhr, für den Publikumsverkehr geöffnet und wird bis zum 15. November gezeigt.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Große Leistung“