Stadtratssitzung

Extra-Millionen für neue Schule

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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In Zeichnungen existiert der Neubau der kommunalen Schule in Scherrebek bereits. Doch reicht der 90-Mio-Finanzrahmen nicht. Foto: Privat

Heiße Diskussionen auf der Stadtratssitzung in Tondern: Die Cassiopeia-Sonderklassen werden nicht ausgegliedert. Nach einer langen Debatte und einer Denkpause bewilligte der Stadtrat 9,9 Millionen Kronen

Der Tagesordnungspunkt Ergebnis der Ausschreibung zum Neubau einer Schule in Scherrebek hat am Donnerstagabend bei der Stadtratssitzung in Tondern für eine mehr als einstündige Debatte gesorgt. Nach vielen, teilweise emotionsgeladenen Wortbeiträgen und mehreren Änderungsvorschlägen wurde nach einer von Claus Hansen (Liberale Allianz) vorgeschlagenen Denkpause der Beschluss des Ökonomieausschusses gekippt, als Reaktion auf die nach der Ausschreibung sichtbaren Kostenexplosion das Bauprojekt zu stutzen.

Besonders die vom Ökonomieausschuss empfohlene Sparmaßnahme, die als Cassiopeia bezeichnete Sonderschule u. a. für Autisten nicht in den Neubau zu integrieren, ließ nach Kritik auch aus den eigenen Venstre-Reihen, den Rückhalt für Sparmaßnahmen schwinden.

Letztlich gab es eine breite Zustimmung für den nach der Denkpause von Venstre präsentierten Änderungsvorschlag, durch Anzapfen des Kassenbestandes um 9,9 statt 7,5 Millionen Kronen auch die Cassiopeia-Kinder mit besonderem Förderbedarf im Zuge des Konzeptes der Inklusion mit im Schulneubau unterzubringen. Venstre-Sprecher Matthias Knudsen hatte noch für eine Sparlösung ohne Cassiopeia plädiert, doch nach der Konservativen Anette Abildgaard Larsen plädierte dann auch Venstre-Vertreterin Anita U. Eriksen ebenso wie Holger Petersen (Einheitsliste) und Mathilde Ziefeldt (Sozialistische Volkspartei) für das Prinzip der Inklusion. Eike Albrechtsensen (Sozialdemokraten) bereitete den Kurswechsel dann mit einem Änderungsvorschlag vor, 8,5 Millionen aus der Kasse zu nehmen, um Cassiopeia doch in die neue Schule zu integrieren. Diesen wollte auch die Schleswigsche Partei (SP) unterstützen, wie Jørgen Popp Petersen erklärte.

Vor der Denkpause holte noch Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten) zu einem Rundumschlag gegen das Scherrebek-Projekt aus, das die Kommune finanziell für viele Jahre fessele. Alle anderen Schulen müssten darunter leiden. Er scheiterte aber mit seinem Änderungsvorschlag, wie für die Scherrebeker Schule die Mittel für die übrigen aufzustocken. Auch DF-Mann Jan Voss Hansen warb für die Cassiopeia-Integration. Popp Petersen lobte die weitgehende Einigkeit beim Beschluss für das Schulprojekt und erinnerte daran, dass dennoch beim Gesamtvorhaben 3,1 Mio. Kronen gespart werden. Man dürfe aber nicht vergessen, dass nicht nur der äußere Rahmen der Schulen zähle, sondern auch deren Inhalt.

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