Aufwertung

Innenstadt- und Klimaplan „geritzt“

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Tondern ist nicht nur die Wiedaustadt, sondern auch geprägt von Wasserläufen wie dem teilweise verrohrten Laurentiusstrom. Foto: Volker Heesch

Nach jahrelanger Vorbereitung und weitgehender Bürgerbeteiligung ist der Weg nun frei für eine Aufwertung der Altstadt und eine bessere Entwässerung.

Bereits 2017 ist das Projekt zur Aufwertung des Innenstadtbereichs in Tondern kombiniert mit Verbesserung der Entwässerung als Vorkehrung gegen Herausforderungen des Klimawandels wie erhöhte Niederschlägsmengen und steigenden Meeresspiegel angelaufen. Bei der jüngsten Stadtratssitzung wurde das Vorhaben in Kooperation mit der Initiative Tonderner Marsch gebilligt. Kurz vor Ende der Sitzung gegen 23 Uhr abends hatte die Diskussionsfreude der Kommunalpolitiker schon etwas nachgelassen. Dennoch gab es noch eine Reihe von Wortbeiträgen. Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) erklärte, dass man die 22 Eingaben von Bürgern zum Plan weitgehend berücksichtige. „Es waren viele seriöse Vorschläge geliefert worden“, so Frandsen. Nach der Billigung des Plans werde man einen Architekten zur Durchführung der Maßnahmen auswählen. Die Beteiligung der Bürger werde gesichert durch die Erweiterung des Lenkungsausschusses durch Vertreter der Grundbesitzervereine in den Bereichen Gråbrødretorv und Uldgade.

In der Aussprache erinnerten Irene Holk Lund (Venstre) und Mathilde Ziehfeldt (SF) an Bedenken der Arztpraxen an der Schiffbrücke, im Zuge der Neugestaltung nicht die Zugänglichkeit der Straßenzüge für Publikumsverkehr zu verbauen. Sie spielten damit auf geplante neue Verkehrsführungen und Schließung von Wegen für Autos an. Holger Petersen (EL) mahnte, man dürfe im Altstadtbereich mit historischem Straßenbelag nicht die Belange der Behinderten vergessen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Umwelt, Bo Jessen (Venstre), verwies darauf, dass bei den Vorbereitungen für die Planung, bei der neben Bürgertreffen auch viele Interviews durchgeführt wurden, auch viele junge Menschen beteiligt waren.

Harald Christensen (Soz.) meinte, Dialog sei das Wichtigste bei einem Vorhaben wie in Tondern. Jørgen Popp Petersen (SP) lobte das Verfahren ebenfalls, fügte aber hinzu: „Wir können nicht alle Bürger zufriedenstellen.“ Dem schloss sich auch Bürgermeister Frandsen an. Im Zuge der Klimaanpassung ist vorgesehen, nicht nur das vorhandene Entwässerungssystem im Altstadtbereich auf steigende Fluten einzurichten. Es sollen auch die heute teilweise verrohrten oder in Betonbecken verlaufenen Wasserläufe wie der Laurentiusstrom zu Schmuckstücken im Stadtbild aufgewertet werden. Die historische Rolle Tonderns als Hafenstadt soll durch Anlage eines Wasserbeckens an der Schiffbrücke wieder sichtbar gemacht werden. Im Bereich der angrenzenden Kogade soll das Oberflächenwasser künftig wieder überirdisch abgeleitet werden. Ein Kernstück des Konzeptes ist die Idee, den Innenstadtraum Tonderns wieder zu einem bevorzugten Wohnbereich zu gestalten, mit Platz für Kinder bis hin zur älteren Generation.

Ein weiteres Ziel ist die Verbindung der Altstadt mit der angrenzenden Wiedau und der unbebauten Marsch. Die direkte Nachbarschaft zur Natur soll künftig sichtbarer gemacht werden.

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