Grenzgeschichte

Nach 101 Jahren: Würdigung von Lehnsgraf Schack

Nach 101 Jahren: Würdigung von Lehnsgraf Schack

Nach 101 Jahren: Würdigung von Lehnsgraf Schack

Mögeltondern/Møgeltønder
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Schackenburg war über elf Generationen Sitz der Lehnsgrafenfamilie Schack. Foto: Archiv: DN

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Auf Schackenburg werden eine Ausstellung über den Politiker und Adelsmann aus Mögeltondern und ein neues Buch über einen Mann präsentiert, der sich vor und nach der Volksabstimmung um die deutsch-dänische Versöhnung bemühte.

Lehnsgraf Otto Didrik Schack wurde am 11. Januar 1882 auf Schackenburg in Mögeltondern geboren. Den Gutshof mit Schloss übernahm er 1905, drei Jahre nachdem er sein Abitur im Katharineum in Lübeck abgelegt hatte.

Als späterer Amtsmann agierte er vor und nach der Volksabstimmung vom Februar 1920 im Landesteil Nordschleswig. Zwar war er ein Fürsprecher eines dänischen Nordschleswigs, machte sich aber auch die deutschgesinnten Bevölkerungsteil stark.

Auch von Bedeutung für Schulpolitik

Am Mittwoch, 4. August, wird Bürgermeister Henrik Frandsen bei einer Feierstunde auf Schackenburg eine Ausstellung über diesen Mann und Politiker aus Mögeltondern eröffnen. Gleichzeitig ist ein neues Buch über ihn erschienen, das in Zusammenarbeit zwischen dem Museum Sønderjylland und Mariann Kristensen geschrieben wurde. In dem Werk „Brobyggeren – lensgreve Otto Didrik Schack“ wird auch über seine Bedeutung für die Schulpolitik im Landesteil erzählt.

Otto D. Schack wurde 1882 auf Schackenburg geboren. Foto: Grænseforeningen

Die Ausstellung hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr präsentiert werden sollen. Die Pläne mussten aufgrund der Corona-Krise gestrichen werden, da auch Schackenburg für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Ein neuer Termin wurde für den Juni angesetzt, als Königin Margrethe ihren Nordschleswig-Besuch anlässlich der 100-Jahr-Feier der Wiedereingliederung des Landesteils mit einjähriger Verspätung nachholte.

Kein Besuch in Tondern

2020 war noch ein Besuch in Tondern und auf Schackenborg vorgesehen, wo ihr die Schack-Ausstellung hätte präsentiert werden sollen. Ihre Visite im Westen wurde im Programm für 2021 gestrichen, als die Monarchin im Juni nur Kolding, Hadersleben (Haderslev), Apenrade (Aabenraa) und Sonderburg (Sønderborg) und Düppel (Dybbøl) besuchte.

Schack zählte bei der Einverleibung des Landesteils zu den führenden Kräften auf dänischer Seite. Er wurde im Zuge des nordschleswigschen Bodenkampfs Sekretär und Kassierer des im Zuge des Bodenkampfes gegründeten dänischen Vereins Landeværnet, damit dänischer Grundbesitz in dänischem Besitz blieb.

Abgeordneter im Kreistag

Von 1905 war er in deutscher Zeit eines von zwei dänischen Mitgliedern im Tonderner Kreistag. Während des Ersten Weltkriegs verbesserten sich die Beziehungen zwischen Schack und seinen deutschen Ratskollegen. Bei Kriegsausbruch 1914 wurde er aber unter dem Verdacht, Landesverrat zu betreiben, in Flensburg (Flensborg) sogar interniert, obwohl er sich stark für die Entspannung zwischen Deutschen und Dänen verdient gemacht hatte.

Im Januar 1920 wurde er vom preußischen Landtag als Landrat für den Kreis Tondern berufen. Er verlangte Ruhe und Ordnung zwischen den beiden Bevölkerungsteilen, da beide Seiten bei der Abstimmung zu ihrem Recht kommen konnten.

Das Denkmal für Otto D. Schack vor dem Amtmannpalais und früheren Kreustagsgebäude Foto: Archiv: DN

Nach der Abstimmung wurde er als Amtmann für das Amt Tondern berufen und nahm in dieser Funktion auch im Juli 1920 König Christian X. bei seinem Besuch in Düppel in Empfang. Bis zu seinem Tod 1949 bestritt er diesen Posten.

Fünf Jahre nach seinem Tod wurde vor dem früheren Amtsmannpalais in Tondern zu seinem Gedenken eine Büste mit der Inschrift „Lensgreve O. D. Schack til Schackenborg. / Amtmand over Tønder amt 1920-1949. / Frisind og retsind præged hans færd / Grænselandsfolket vil mindes hans værd / Nu og til sene tider“ enthüllt.

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