Minderheiten

Europeada: Nordschleswigs Kicker müssen ein weiteres Jahr warten

Europeada: Nordschleswigs Kicker müssen ein weiteres Jahr warten

Europeada: Nordschleswigs Kicker müssen noch ein Jahr warten

Apenrade/Aabenraa
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Team Nordschleswig
Ihren großen Teamgeist dürfen die Kicker des Team Nordschleswig auch in diesem Jahr nicht bei der Europeada präsentieren. Foto: dodo

Die Fußball-Europameisterschaft der Minderheiten, die eigentlich bereits vergangenes Jahr stattfinden sollte, ist aufgrund der Corona-Lage um ein weiteres Jahr verschoben worden. Beim Team Nordschleswig - Æ Mannschaft sorgt das für Frustration, aber auch für Verständnis.

„Im Moment ist alles zum Kotzen. Man kann es leider nicht netter ausdrücken“, sagt Thore Naujeck, sportlicher Leiter des Team Nordschleswig – Æ Mannschaft.

Mittlerweile steht fest, er und der Rest der Mannschaft müssen sich noch ein weiteres Jahr gedulden, ehe es ins österreichische Kärnten zur Europeada, der Fußball-Europameisterschaft der autochthonen, nationalen Minderheiten, geht. Diese sollte eigentlich bereits 2020 stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie auf dieses Jahr verschoben. Da die Lage allerdings weiter angespannt ist, kam nun eine erneute Verschiebung.

Die Veranstalter, die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und die Minderheit der Kärntner Slowenen, schreiben dazu auf der offiziellen Homepage: „Trotz der wichtigen Schritte, die Europa im Kampf gegen das Virus unternommen hat, ist die Pandemie immer noch im Gange, und in den meisten Ländern Europas sind immer noch Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung in Kraft. Diese würden es den Teams erheblich erschweren, sich auf die Meisterschaft vorzubereiten, und es würde auch die Qualität der Veranstaltung maßgeblich beeinträchtigen.“

Frust und Verständnis

Thore Naujeck ist enttäuscht, zeigt aber auch Verständnis für die Entscheidung.

„Das ist für die Jungs superärgerlich, da die Europeada ein Ziel ist, auf das sie nun schon lange hinarbeiten. Aber natürlich haben wir Verständnis für die Entscheidung und sind auch nicht verwundert darüber. Bei dem Turnier geht es ja nicht nur um das Sportliche, sondern vor allem auch um Geselligkeit und das Gemeinschaftsgefühl. Von daher ist es schon sinnvoll, die Veranstaltung noch mal zu verschieben“, so Naujeck.

Probleme mit der Kaderplanung

Für ihn und die anderen Verantwortlichen des Team Nordschleswig bedeutet die erneute Verlegung in Bezug auf die Kaderplanung auch Kopfzerbrechen. Da besonders viele junge Spieler in der Mannschaft sind, die nicht mehr in Nordschleswig wohnen oder zeitnah wegziehen, ist es schwer, die Motivation hochzuhalten.

„Wir haben bestimmt 20 nordschleswigsche Spieler, die aufgrund des Studiums oder der Arbeit mittlerweile überall im Land verteilt leben. Da ist es natürlich schwierig, Termine für Trainingseinheiten oder Testspiele zu finden. Für ein Turnier wie die Europeada ist es noch vergleichsweise leicht, die Jungs zu motivieren, regelmäßig am Training teilzunehmen, aber dadurch, dass diese nun bereits zweimal verschoben wurde, fehlt bei vielen – und da habe ich zum Teil auch Verständnis für – die Motivation, regelmäßig die weite Strecke zu fahren, nur um zu trainieren“, sagt der sportliche Leiter.

Hinzu kommt die Tatsache, dass es aktuell schwierig ist, Gegner für Testspiele zu finden. In Dänemark versuchen die Vereine aktuell, die Punktrunden zu beenden, wodurch niemand Zeit für ein Trainingsspiel hat, und in Deutschland sind Spiele derzeit noch verboten, beziehungsweise dürfen deutsche Teams auch nicht nach Dänemark einreisen.

Spieler mehr in die Verantwortung nehmen

Trotzdem will Thore Naujeck nicht jammern: „Es bringt uns auch nichts, immer alles auf Corona zu schieben und rumzuheulen. Es geht jetzt darum, Lösungen zu finden, damit wir einen Rhythmus und Routine reinbekommen“, sagt Thore Naujeck.

Dafür soll zeitnah eine Teamsitzung stattfinden, bei der gemeinsam die Zukunft besprochen werden soll. Es sei wichtig, dass die Spieler selbst mehr Verantwortung übernehmen und in die Pflicht genommen werden. Ziel sei es, jeden Monat feste Trainingstage zu haben, damit diese für alle Beteiligten planbarer seien und ein regelmäßiger Trainingsrhythmus entstehe, so Naujeck.

Auch wird derzeit daran gearbeitet, dem Team für dieses Jahr doch noch ein sportliches Ziel zu geben, auf das es sich hinzuarbeiten lohnt. Wie dieses genau aussehen soll, dazu will sich der sportliche Leiter des Team Nordschleswig – Æ Mannschaft aktuell aber noch nicht äußern.

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