Kirche

Ein Schiff verbindet zwei Kirchen

Ein Schiff verbindet zwei Kirchen

Ein Schiff verbindet zwei Kirchen

Julius Born
Sonderburg/Sønderborg
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Die Artemis nimmt Kurs auf Sonderburg und macht dort am Donnerstag fest. Foto: Nordkirche

Das „Reformationsschiff“ besucht Sonderburg – für Pastor Matthias Alpen ist das die Gelegenheit der Begegnung deutscher und dänischer Gemeinden.

Das „Reformationsschiff“ besucht Sonderburg – für Pastor Matthias Alpen ist das die Gelegenheit der Begegnung deutscher und dänischer Gemeinden.

Im gesamten Juli ist das Reformationsschiff „Artemis“ zum 500-jährigen Jubiläum der lutherischen Kirche in den Kirchenkreisen und Bistümern der Nordkirche unterwegs. Im Jahr 1517 nagelte Martin Luther die 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg und setzte damit den Grundstein für den evangelischen Glauben.

Am Donnerstag, 13. Juli, macht das Reformationsschiff halt im Sonderburger Hafen. „Alle Kirchenkreise haben einen Zugang zum Meer, das war einer der Gründe, warum Projektleiter Peter Schulze die Route über das Wasser wählte – die Planung hat ganze vier Jahre gedauert. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir als Kirchenkreis der Nordkirche wahrgenommen werden“, erklärt Matthias Alpen, Senior des Konvents in der nordschleswigschen Gemeinde.

An den jeweiligen Häfen, an denen das Schiff auf seiner Tour hält, sind es die dortigen Kirchenkreise, die die Veranstaltungen und die Rahmenbedingungen für die Besucher ausrichten. So ist es auch in Sonderburg. Viel Arbeit für eine Gemeinde deren Mitglieder sich in den Sommermonaten zum Großteil in den Ferien befinden, weiß Matthias Alpen: „Als wir von der Idee hörten, waren wir erst skeptisch, ob wir es schaffen, ein solches Event in der Ferienzeit auszurichten. Nachdem uns allerdings Projektplaner Peter Schulze besuchte, und wir ihm Sonderburg zeigten, siegte die Begeisterung, und es stand schnell fest, dass wir den Tag, an dem das Schiff in Sonderburg hält, ausrichten werden.“

Zusammen mit einer Gruppe von Planern, wurde sich ans Werk gemacht. Anne Margrethe Hvas (Provst in Sondeburg Provsti), Tina Iversen (Sognepræst für Düppel und Broacker), Hauke Wattenberg (Pastor in Sonderburg), Andrea Kunsemöller (Kirchenvertreterin) und Claudius Schultz (aus Ekensund) planten zusammen mit Matthias Alpen.

Damit die Vielseitigkeit der Grenzregion auch für die externen Besucher ersichtlich ist, wurde die Volkskirche miteinbezogen. „Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass sich viele Dinge parallel zueinander entwickelt haben. Das zeigt sich besonders in den Kirchenliedern. Deshalb haben wir einen deutsch-dänischen Gottesdienst in der Marienkirche geplant. Ich sehe den Besuch als einen Tag der Begegnung. Es zeigte sich, dass wir die gleichen Dinge teilweise anders machen“, so Matthias Alpen, der feststellte, dass es Kirchen in Nordschleswig gibt, in denen deutsche und dänische Gemeinden ihre Gottesdienste abhalten, sich auch kennen, aber dennoch parallel zueinander existieren.

„Das bedeutet nicht, dass wir uns angleichen sollen, aber es bedeutet, dass wir uns begegnen sollen, um auch voneinander zu lernen“, erzählt der Senior des Konvents, der auf Seminaren mit deutschen und dänischen Pastoren feststellen konnte, dass der Dialog gewinnbringend für beide Seiten sein kann. Deshalb wurde die Gelegenheit des Schiffbesuchs dazu genutzt, um einen Dialog zwischen den deutschen und dänischen Teilen der Gemeinden zu ermöglichen.

„Auf dem Schiff treffen sich am Donnerstag jeweils zwei Delegierte des deutschen und dänischen Teils jeder Gemeinde. Es wird miteinander gegessen und es besuchen uns viele Persönlichkeiten aus der Region, darunter Hans Heinrich Hansen (ehem. Vorsitzender des BDN und der FUEV), Hinrich Jürgensen (Vorsitzender des BDN), und Henrik Becker-Christensen (Generalkonsul in Flensburg) und auch der neue Minderheitenbeauftragte der schleswig-holsteinischen Landesregierung Johannes Callsen“, so Matthias Alpen.

Die Vorbereitungsgruppe aus Folkekirke, Stadtgemeinden und Nordschleswigscher Gemeinde wolle somit ein Fest für die Ehrenamtlichen schaffen. Sein Credo in diesem Zusammenhang ist: „Wir lernen, dass wir voneinander lernen können.“ Das zeigte sich schon in den Gottesdiensten und Veranstaltung der Gemeinden und besonders zum 1864-Gottesdienst, der ebenfalls auf deutsch und dänisch abgehalten wurde.

Auch nach außen sendet das Reformationsschiff ein Signal. „Die Segel des Dreimasters können als große Leinwand gesehen werden. Darauf lässt sich viel projizieren“, so der Senior des Konvents. Er hofft, dass viele Besucher zu dem Gottesdienst kommen und von den öffentliche Veranstaltung erzählen werden und die Kirche zu einem weiteren Thema wird, das den Alltag aller Menschen bereichern kann.

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