Klimakonferenz in Sonderburg

Mit der Sonderburger Jugend-Erklärung zu neuen Klimazielen

Mit der Sonderburger Jugend-Erklärung zu neuen Klimazielen

Mit der Sonderburger Jugend-Erklärung zu neuen Klimazielen

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Die „100% Climate Neutrality“-Konferenz im Konzertsaal des Alsion in Sonderburg Foto: Annika Zepke

Zum dritten Mal fand vom 30. September bis 2. Oktober die 100 Prozent Klima-Neutralitäts-Konferenz im Alsion in Sonderburg statt. Diskutiert wurde die Rolle von Wissenschaft, Industrie und Gemeinden bei der Umsetzung von absoluter Klimaneutralität. Auch die Jugend kam zu Wort. Am Ende wurde die Sonderborg Youth Declaration 2019 verabschiedet.

Die dritte „100 Percent Climate Neutrality“-Konferenz in Sonderburg stand ganz im Zeichen des Austauschs und der Kooperation.
So wurde vor allem die Frage diskutiert, wie Klimaneutralität erreicht werden kann und welche Rolle Industrie, Wissenschaft und auch Gemeinden dabei einnehmen.
Nach verschiedenen Workshops an den ersten beiden Konferenztagen wurden in einer abschließenden Podiumsdiskussion am dritten Tag noch einmal alle Aspekte zusammengeführt. Unter dem Motto „Gemeinsam bemühen wir uns um die Realisierung von Klimaneutralität“ diskutierten Vertreter verschiedener Projekte und aus unterschiedlichen Branchen sowie junge Klimaaktivisten ihr Engagement und mögliche Kooperationen.

Prognose für das dänische Klima

Der renommierte Klimaforscher Sebastian H. Mernild, Direktor und Professor für Klimawandel und Glaziologie am Nansen Institut in Bergen, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die aktuellen Entwicklungstrends in Sachen Klima und stellte auch eine Prognose, wie sich das Klima in Dänemark in Zukunft entwickeln könnte. „Wir sehen deutliche Veränderungen in unserem Klimasystem“, sagte er. Selbst wenn die größten Temperaturveränderungen in der Arktis und auf der Antarktischen Halbinsel zu beobachten seien, so werde man den Klimawandel auch in Dänemark zu spüren bekommen. Denn aufgrund der steigenden Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre sei eine Veränderung des Klimas unaufhaltsam. „Kurzum, was uns zukünftig in Dänemark erwartet, sind ein wärmeres Klima, feuchtes Wetter und vor allem mehr Extreme“, so die Prognose von Sebastian Mernild.

Podiumsdiskussion Klimakonferenz in Sonderburg
In der Podiumsdiskussion werden Strategien zur Umsetzung der Sonderborg Youth Declaration 2019 besprochen. Foto: Annika Zepke

Zum ersten Mal waren auch Vertreter verschiedener Jugendklimaräte aus Deutschland, Dänemark und Lettland Teil der Klimakonferenz in Sonderburg. Bereits einen Tag vor dem offiziellen Konferenzbeginn trafen sich Jugendvertreter, um die Rolle der Jugend im Kampf gegen den Klimawandel zu diskutieren. Am letzten Konferenztag präsentierten sie ihr Ergebnis: die Sonderborg Youth Declaration 2019. Die Sonderburger Jugend-Deklaration stellt gleich zu Anfang klar: Der Klimawandel ist real, und er ist menschengemacht. Und nur gemeinsam könne man die Probleme unseres Planeten überwinden, um nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, heißt es in der Präambel.
Die Forderungen der Jugendvertreter umfassen die Bereiche Politik, Wirtschaft, Stadtplanung, Transport, Energie und Bildung. Eine kurze Übersicht über die Forderungen und Ziele, die in der Deklaration festgehalten sind, gibt es in der nachfolgenden Infobox.

Die Sonderborg Youth Declaration 2019

Die Sonderborg Youth Declaration 2019:

Die Vertreter der Jugendklimaräte fordern in der Deklaration:

Politik:

  • mehr Dialoge zwischen Regierung und Bevölkerung
  • stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden

Wirtschaft:

  • ein stärkeres Investment in nachhaltige Energien und Projekte
  • die Einschränkung des Kapitalismus

Stadtplanung:

  • die Natur muss an erster Stelle stehen
  • die Stadtplanung muss nachhaltiger werden

Transport:

  • einen nachhaltigeren, öffentlichen Verkehr, der bezahlbar ist
  • bessere Emissionskontrollen für alle Transportmittel

Energie:

  • die Einführung effizienter, grüner Energien

Bildung:

  • Klimabildung ab dem Kindergartenalter
  • mehr Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln

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