Deutsche Minderheit

Sozialdienst-Zuschuss: Kontaktausschuss erinnert an Minderheiten-Verpflichtungen

Kontaktausschuss erinnert an Minderheiten-Verpflichtungen

Kontaktausschuss erinnert an Minderheiten-Verpflichtungen

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen/Nordschleswig
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Nils Sjøberg setzt sich für den Sozialdienst ein. Foto: Anders Dohn Sonne

In einem Brief haben mehrere Mitglieder des Kontaktausschusses zwei zuständige Minister dazu aufgefordert, dass der Zuschuss an den Sozialdienst wieder in den Haushalt aufgenommen wird.

„Vor dem Hintergrund der ,Rahmenbedingungen zum Schutz nationaler Minderheiten‘, der ,Bonn-Kopenhagener Erklärungen‘ und der ,Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen‘ fordern wir die Regierung dazu auf, den Sozialdienst Nordschleswig wieder in den Staatshaushalt aufzunehmen.“ So lautet der Anfang eines Briefes an die dänische Innenministerin Astrid Kragh (Sozialdemokraten) und Kulturminister Rasmus Prehn (Sozialdemokraten).

Verfasser des Briefes sind die Mitglieder des Kontaktausschusses, Nils Sjøberg (Rad. V.), Christian Juhl (Einheitsliste), Ellen Trane Nørby (Venstre) und Niels Flemming Hansen (Konservative), die sich dafür einsetzen, dass der Sozialdienst den staatlichen Zuschuss von 350.000 Kronen für ehrenamtliche Arbeit weiterhin bekommen wird. Das war seit 2012 der Fall, doch nun will die Sozialbehörde dies mit der Begründung ändern, dass der Sozialdienst nicht offen genug sei. Und das ist unakzeptabel, meinen die Mitglieder des Kontaktausschusses.

„Ohne diesen Zuschuss sieht sich der Sozialdienst genötigt, Mitarbeiter zu entlassen. Und das wird schwerwiegende Folgen für die Aktivitäten der Organisation haben“, heißt es weiter in dem Brief.

„Dass der Fall nicht schon längst gelöst worden ist, zeigt leider, dass ein Mangel an Verständnis für das dänische Grenzland und die Verpflichtungen gibt, die Dänemark im Zuge der Bonn-Kopenhagener Erklärungen hat“, erklärt Sjøberg, der auch der Initiator des Briefs ist, in einer Pressemitteilung. „Selbstverständlich soll der Sozialdienst weiterhin ein Teil des Haushaltes sein“, fährt er fort.

Gibt Hoffnung

Der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, freut sich über die Unterstützung aus dem Kontaktausschuss. „Das gibt uns Hoffnung, dass es doch noch klappen könnte“, so Jürgensen.

Er habe gehofft, dass der Fall „auf kurzem Wege geregelt“ werden könne. „Es ist aber schön zu sehen, dass die Politiker querbeet der Parteien uns in dem Fall unterstützen“, unterstreicht er. Auch für Sjøberg hat er lobende Worte. „Er hat in der kurzen Zeit, in der er im Parlament sitzt, viel Gutes für uns in der Minderheit getan“, so der Hauptvorsitzende.

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