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«Gorch Fock» nach Ausbildungstörn wieder im Heimathafen Kiel

«Gorch Fock» nach Ausbildungstörn wieder im Heimathafen Kiel

«Gorch Fock» nach Ausbildungstörn wieder im Heimathafen Kiel

dpa
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Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ liegt in der Kieler Förde vor Anker. Foto: Axel Heimken/dpa

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Wieder zu Hause: Die «Gorch Fock» ist zurück in Kiel. Das Segelschulschiff der Marine hat seine 171. Ausbildungsfahrt absolviert. Für den Kommandanten war es der letzte Törn mit dem Dreimaster.

Nach turbulenten Jahren und Monaten ist das Segelschulschiff der Marine «Gorch Fock» von seiner ersten Ausbildungsfahrt nach seiner Grundsanierung zurückgekehrt. Der weiße Dreimaster machte am Freitag bei sonnigem Frühlingswetter in seinem Heimathafen Kiel fest. Angehörige und Freunde begrüßten die gut 100-köpfige Stammbesatzung und 70 Offiziersanwärter, gingen zum Teil an Bord und umarmten ihre Liebsten. Das Marinemusikkorps spielte bei «Kaiserwetter» Seemannslieder wie «Rolling Home» und «My bonnie is over the ocean».

Die 89 Meter lange Bark legte in den vergangenen Monaten 8000 Seemeilen zurück, umgerechnet fast 15 000 Kilometer. Zuvor war das Schiff jahrelang von Grund auf überholt worden. Die Kosten für die Sanierung stiegen von zunächst geplanten 10 auf 135 Millionen Euro.

Ende November hatte die «Gorch Fock» mit der Stammbesatzung unter dem Kommando von Nils Brandt Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen. Aufgrund von Corona-Fällen musste die erste geplante Ausbildungsreise abgesagt werden. Dann ging es über Málaga, wo die Ausbildung der 70 Kadetten begann, und Lissabon zurück in die Heimat.

Für den Kapitän zur See Brandt (55) war es nach acht Jahren die letzte Ausbildungsfahrt mit der «Gorch Fock» als Kommandant. Der Abschied fiel sehr emotional aus; es flossen auch Tränen. In der nächsten Woche folgt der Kommandantenwechsel. Den Namen des Nachfolgers hatte die Marine bisher noch nicht bekanntgegeben. Am Freitag gab Brandt ihn preis: Kapitän zur See Andreas-Peter Graf von Kielmansegg.

Wie er sich fühle? «Zwei Herzen, die da in der Brust natürlich schlagen», sagte der bewegt wirkende Brandt. Er sei gern zur See gefahren, aber die letzten Jahre seien auch anstrengend gewesen. Und er freue sich auf seine neue Aufgabe in der Marineschule in Flensburg-Mürwik.

Die «Gorch Fock» soll - neben dem Ausbildungsprogramm - nach bisheriger Planung Ende Juni an der Kieler Woche teilnehmen und im August an der Hanse Sail in Rostock. Als weitere Stationen sind Stettin und Helsinki im Visier. Höhepunkt der jüngsten Reise war für Brandt ganz klar das gemeinsame Einlaufen in Lissabon mit dem portugiesischen Schwesterschiff «Sagres» und die gemeinsame Fahrt den Tejo hinauf. Die Portugiesen hätten extra die Instandsetzung der «Sagres» unterbrochen, um gemeinsam mit der «Gorch Fock» zu segeln.

Mit an Bord des Segelschulschiffes auf der kurzen Überfahrt vom Liegeplatz in der Heikendorfer Bucht war am Freitag Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer (FDP): Der Dreimaster ist das Patenschiff des Landtages. Krämer würdigte den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten und des Kommandanten Brandt. «Sie haben die «Gorch Fock» im wahrsten Sinne des Wortes durch Höhen und Untiefen gesteuert, haben um ihre Existenz gekämpft und waren erfolgreich», sagte sie ihm.

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