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Kranker Sylter Bürgermeister will zurück auf den Chefsessel

Kranker Sylter Bürgermeister will zurück auf den Chefsessel

Kranker Sylter Bürgermeister will zurück auf den Chefsessel

dpa
Westerland (dpa/lno) -
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Das Rathaus in Westerland (Sylt) in der Abendsonne. Foto: Lea Sarah Albert/dpa

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Der krankgeschriebene Nikolas Häckel wird seit Monaten von Sylter Lokalpolitikern kritisiert. Der Anwalt des Insel-Bürgermeisters pocht auf Zeit für ärztliche Untersuchungen.

Der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) will trotz seiner Erkrankung zurück auf den Chefsessel im Rathaus in Westerland. Er habe dem Hauptausschuss der Gemeinde Sylt schriftlich den Wunsch auf eine stufenweise Wiedereingliederung ab dem 1. Juli mitgeteilt, teilte Florian Korte, Sprecher der Gemeinde Sylt, mit. «In der gestrigen Hauptausschusssitzung konnte das Gremium diesem Wunsch nicht nachkommen, da trotz mehrfacher Nachfrage keine ärztliche Einschätzung vorgelegt wurde.»

Angesichts der langfristigen krankheitsbedingten Dienstunfähigkeit des Bürgermeisters sei eine ärztliche Beurteilung für den Hauptausschuss entscheidend. Erst wenn eine solche vorliegt, können die Verantwortlichen laut Korte darüber entscheiden, wie es weitergeht. Sobald die Informationen vorliegen, will der Hauptausschuss erneut beraten.

Sylter Bürgermeister seit Februar krankgeschrieben

Häckel ist seit Mitte Februar und noch bis Juli krankgeschrieben. Bereits im Sommer hatte der Sylter Verwaltungschef seine Amtsgeschäfte mehrere Wochen nicht wahrnehmen können. Er sei wegen einer belastungsbedingten seelischen Erkrankung vom behandelnden Arzt krankgeschrieben worden, teilte die Gemeinde Sylt damals auf ihrer Homepage mit.

Ende Mai hatte der Ausschuss beschlossen, dass eine amtsärztliche Untersuchung des 50-jährigen Bürgermeisters eingeleitet werden solle. Zudem war beschlossen worden, die Bezüge bei einer frühzeitigen Versetzung des Bürgermeisters in den Ruhestand zu ermitteln.

Das sagt Häckels Anwalt

«Nach Abschluss der amtsärztlichen Untersuchung und der ärztlichen Behandlung durch Herrn Häckels behandelnden Arzt, wird ein Ergebnis zur Dienstfähigkeit vorliegen», sagte Häckels Rechtsanwalt, Trutz Graf Kerssenbrock, der Deutschen Presse-Agentur. Das könne noch mehrere Wochen dauern. «Wenn ihm die Dienstfähigkeit bescheinigt wird, kann er wieder arbeiten.» Dann müsse die Gegenseite - also die Gemeinde Sylt - entscheiden, wie sie damit umgeht.

Kommunalpolitiker bemängeln seit längerem, dass die Gemeinden auf der Insel frustriert und Rathaus-Mitarbeiter unzufrieden sind und das Vertrauen in die Verwaltung schwinde, die Häckel seit 2015 führt. Vertreten wird er derzeit durch seinen Stellvertreter, Carsten Kerkamm (CDU). Ein Gespräch der Anwälte beider Seiten hatte zuletzt keine einvernehmliche Lösung gebracht, weil die Vorstellungen beider Parteien laut Verwaltung zu weit auseinander gelegen hätten.

Dem krankgeschriebenen Bürgermeister Nikolas Häckel droht weiter ein Abwahlverfahren. Über die Einleitung eines solchen Verfahrens könnten die Mitglieder der Gemeindevertretung auf Sylt bei ihrer nächsten Sitzung am 18. Juli abstimmen.

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