HANDBALL

Den Blick nach vorne gerichtet

Den Blick nach vorne gerichtet

Den Blick nach vorne gerichtet

Sonderburg/Sønderborg
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Alec Smit brauchte keine lange Eingewöhnungszeit bei SønderjyskE. Foto: Karin Riggelsen (Archiv)

Mit dem jungen Holländer Alec Smit hat SønderjyskE einen hochtalentierten und zielstrebigen Rechtsaußen geholt. Wir sprachen mit ihm über seine neue Heimat und die erste große Enttäuschung in seiner Karriere.

Als Christian Jensen sich vergangenen Winter schwer verletzte, musste bei den Handballern von SønderjyskE alles ganz schnell gehen. Auf der Suche nach Ersatz wurde der Ligaklub beim deutschen Bundesligaaufsteiger HSG Nordhorn-Lingen fündig und verpflichtete Alec Smit. Ein Glücksgriff, aber kein Zufall, erzählt der Holländer im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

„Ich hatte schon vorher Gespräche über die kommende Saison mit SønderjyskE geführt. Es war noch nichts fest, aber ich hatte einen sehr guten Eindruck vom Verein bekommen. Für mich war klar, dass ich gerne in die dänische Liga gehen wollte, um mich weiterzuentwickeln“, so Alec Smit.

Vom holländischen Gymnasium zum deutschen Profisport

Der 20-Jährige ist in Holland aufgewachsen und aufs Gymnasium gegangen. Danach wollte er sich voll auf den Handball konzentrieren. Die Möglichkeit dazu bekam er beim deutschen Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen.

„Ich habe zweieinhalb Jahre in Nordhorn als Vollprofi gespielt. Das war eine tolle Zeit, und wir haben es geschafft, in die Handball-Bundesliga aufzusteigen. Ich wollte eigentlich nicht mitten in der Saison wechseln, aber das Angebot konnte ich nicht ablehnen. Das ist der richtige Schritt für meine Zukunft. Ich wollte unbedingt nach Skandinavien und neben dem Handball studieren. Es kamen auch andere Vereine infrage, aber bei SønderjyskE stimmte das Gesamtpaket einfach“, erzählt Alec Smit, der momentan noch in einem Hotel in Sonderburg/Sønderborg wohnt. „Das war ja alles etwas kurzfristig, aber ich hoffe, dass ich Ende des Monats eine Wohnung bekomme. Dann bin ich richtig angekommen.“

Das ist aber auch das Einzige, was dem jungen Holländer in seiner neuen Heimat fehlt. Und auch über die dänische Liga hat er nur Gutes zu erzählen.

„Die dänische Liga habe ich schon immer mitverfolgt. Sie ist sehr ausgeglichen und auf einem hohen Niveau. Die Zuschauer sehen wenig Fehler, und es bringt Spaß, hier zu spielen“, sagt Alec Smit. „Es ist eine gute Liga, um sich als Spieler zu etablieren und weiterzuentwickeln. Die Klubs vertrauen auf die jungen Spieler. Ich bekomme bei SønderjyskE so viel Einsatzzeit, dass ich mich ständig verbessern kann. Das war bei HSG Nordhorn-Lingen nicht der Fall“, berichtet Alec Smit.

Alte Bekannte

In seinem ersten Spiel gegen Ribe-Esbjerg HH ist er auf viele ehemalige Bundesligaspieler getroffen und fühlte sich direkt wie zu Hause. Lange eingewöhnen musste er sich also nicht. Das war auch gar nicht möglich, denn er war erst zwei Tage vorher in Sonderburg angekommen. Alec Smit wurde direkt ins kalte Wasser geworfen. Und er schwamm. Bei der 24:30-Niederlage spielte er ganz unbekümmert auf, warf fünf Tore und war einer der besten Spieler im hellblauen Dress.

Zielstrebigkeit ist sein Steckenpferd. Alec Smit will nach vorne. Dass es auf dem Weg auch Rückschläge geben kann, musste er bei der holländischen Nationalmannschaft erfahren, als er kurz vor der Europameisterschaft aussortiert wurde. Ein Schock für den Rechtsaußen.

Die erste Krise

„Wir waren im Trainingslager in der Schweiz. Dann hat der Trainer mir gesagt, dass ich aus taktischen Gründen nicht mit nach Trondheim fahren werde. Das war ein echter Schock für mich. Ich hatte fest damit gerechnet, dass ich die Europameisterschaft spielen werde. Gefreut habe ich mich natürlich auch darauf. Im Nachhinein kann ich die Entscheidung verstehen, aber das war schon hart für mich“, berichtet Alec Smit. Ob ihn das aus der Bahn werfen wird? Wohl kaum, denn er schaut schon wieder nach vorne. „Der Trainer wollte nur einen Rechtsaußen mitnehmen, und Bobby Schagen ist besser als ich. Noch. Er ist aber auch zehn Jahre älter als ich. Da werde ich schon noch zum Zug kommen.“

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