Starker Auftritt

Das war der Hammer, SønderyskE

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Karin Riggelsen

Überraschungssieg von SønderjyskE gegen den Tabellenzweiten GOG. Aaron Mensing zeigte sein bestes Saisonspiel. Torhüter Thorsten Fries toppte die Leistung mit 18 Paraden und war bester Spieler.

Die Liga-Handballer von SønderjyskE können noch. Siegen. Und wie. Mit einem spielerisch überzeugenden 33:30 (14:15) gegen den Tabellnzweiten GOG bewahrten die Nordschleswiger ihre Chance auf einen Platz unter den ersten acht und somit den Einzug in die Endrunde.

In den ersten Minuten schien GOG leichtes Spiel zu haben, aber Aaron Mensing zeigte seinen Mannschaftskammeraden den Weg: vier Tore in den ersten neun Minuten hinterließen scheinbar auch bei den Kollegen einen Eindruck – und sie stempelten danach einer nach dem anderen ein. Allen voran Torhüter Thorsten Fries, aber auch Oliver Nøddesbo Eggert, der zu Beginn noch glücklos spielte, sich aber immer besser in Szene setzen konnte. Aus dem 6:8 aus der 13. Minute machten die Hausherren ein 12:10 und gestalteten das Spiel bis zur Pause ausgeglichen. Stärkster Akteur war dabei Thorsten Fries, der mit zehn Paraden glänzte – viele davon waren freistehende Chancen der GOG-Spieler die er vereiteln konnte. Mit Fries wachte auch das Publikum nach einigen mageren Wochen im Skansen wieder auf.

GOG war in der ersten Halbzeit alles andere als eine Spitzenmannschaft die nach dem ersten Platz griff. Lasse Kjær Møller trumfte zwar immer wieder stark auf und auch der zukünftige SE-Spieler Jon Andersen machte sich mit vier Toren bemerkbar, aber so richtig wurde der Unterschied zwischen Tabellenspitze und letztes Tabellendrittel nicht deutlich.


Fries machte weiter

Nach der Pause machte Fries zunächst weiter und inzwischen hatte das gesamte Team eingestempelt. SønderjyskE glaubte jetzt an die Überraschung – an die Sensation – und zeigte viel Mut. Kein Aufbäumen von GOG. Sønderjyske setzte sich stattdessen ab. 23:17 in der 40. Minute. Nur eins konnte jetzt noch dieses große Aufbäumen von Sønderjyske vermasseln: zu viele Zeitstrafen öffneten immer wieder ein Tor für die Gäste, doch meistens machte Thorsten Fries dann einfach wieder die Tür zu.

Und vorne bewahrten die Nordschleswiger den Überblick, spielten überlegt und mit überzeugend. Allen voran Aaron Mensing, der nicht nur weitere Hammer-Toremachte, sondern auch als Vorbereiter, als Denker und Lenker überzeugte. Er machte sein bestes Sønderjyske-Spiel und das zum genau richtigern Zeitpunkt.

Drei Tore in Folge von Arnar Halfdansson fügten zur Demontage von GOG bei – 29:21 neun Minuten vor Schluss war aber noch nicht die Entscheidung. Als GOG vier Minuten vor Schluss auf 27:29 reduzierte und Oliver Eggert auch noch für zwei Minuten vom Platz musste, schien es dann doch noch mit einer großen Enttäuschung enden zu können.

Doch Rasmus Bertelsen machte mit seinem einzigen Tor (hinter dem Rücken) das Vorentscheidende 30:27 – und Thorsten Fries mit seiner 18. Parade die Sensation perfekt.

Der Glaube ist wieder da

"Ich hatte schon ein gutes Gefühl, dass wir heute ein gutes Spiel abliefern würden. Aber dass dabei auch ein Sieg herausspringt, ist natürlich toll. Nach dem Tiefpunkt gegen Skjern haben wir gezeigt, was in uns steckt", sagte SønderjyskE-Trainer Kasper Christensen.

"Wir spielen abgeklärt und mit viel Druck im Angriff und sind auch in der Abwehr aggressiv. Wir sind zu alten Tugenden zurückgekehrt", meint der Coach, der vor dem Spiel nicht von der Endrunde reden wollte, es jetzt aber als realistisch ansehen muss.

"Es ist ja nicht so, dass wir irgendeinen Gegner besiegt haben. GOG hätte den ersten Tabellenplatz übernehmen können – eine Platzierung die direkten Zugang zur Champions League gibt", sagte ein stolzer Kasper Christensen, der vor allem seinem Torwart Thorsten Fries ein riesiges Lob zollte.

"Das war heute einzigartig was er hier zeigte. So ist Handball eben manchmal: Unser Torhüter hält alles und die GOG-Torhüter (darunter der norwegische Vizeweltmeister Ole Erevik, Red.) haben nichts gehalten", so Christensen.

Drei Spieltage vor Schluss ist SønderjyskE Tabellenachter der Handballiga mit einem Punkt Vorsprung vor Ribe/Esbjerg, das allerdings noch vier Spiel zu absolvieren hat.

Das Spiel in Zahlen

SønderjyskE-GOG 35:25 (14:15)
SønderjyskE: Thorsten Fries (18 Paraden), Henrik Nordlander, Kristian Dahl Pedersen – Alexander Hansen, Rasmus Bertelsen 1, Oliver Nøddesbo Eggert 3, Frederik Børm 1, Steffan Høi, Tobias Bachmann, Aaron Mensing 11, Mikkel Hansen, Rasmus Nielsen 8 (2), Martin Kærgaard Pedersen, Arnar Birkir Halfdansson 6, Frederik Ladefoged 3, Mikkel Møller.

GOG Håndbold: Lasse Møller 8 (3), Emil Jacobsen 8 (2)

Zeitstrafen: SE 8x2 Minuten, GOG 3x2

Schiedsrichter: Nicklas Mark Pedersen/Nichlas Nygaard.

Zuschauer: 2.078.

Mehr lesen