FUSSBALL

Mach’s noch einmal, Christian

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Mach’s noch einmal, Christian

Dublin
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Christian Eriksen beim Spiel Irland gegen Dänemark vor zwei Jahren in Dublin Foto: Paul Faith/Ritzau Scanpix

Im entscheidenden Spiel um die Qualifikation zur Europameisterschaft trifft Dänemark heute Abend auf Irland. Ein Unentschieden reicht, um dabei zu sein.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 14. November 2017, qualifizierte sich die dänische Fußballnationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Russland. Im Play-Off-Spiel gegen Irland gewannen die Dänen mit 5:1 – ein überragender Christian Eriksen erzielte drei Tore.

Am heutigen Abend kehrt das dänische Team nach Dublin zurück. Das Ziel: die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020. Der Gegner heißt wieder Irland, doch dieses Mal reicht ein Unentschieden. Den Unterschied könnte dabei erneut Christian Eriksen machen, meint Nationaltrainer Åge Hareide. „Er kann auf jeden Fall unser Schlüsselspieler werden. Ich glaube, die Iren fürchten sich vor ihm – spätestens seit dem Spiel vor zwei Jahren. Für das Team kehrt eine riesige Gefahr zurück.“

Die Lücke finden

Die Iren agieren traditionell sehr defensiv, überlassen dem Gegner den Ball und stehen tief. Perfekt für einen Mittelfeldregisseur wie Eriksen. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams war Christian Eriksen nicht dabei. Das Spiel war ideenlos und das Ergebnis 0:0. Um so mehr freut sich Christian Eriksen darauf, nach Dublin zurückzukehren. „Es lief einfach fantastisch, als ich das letzte Mal hier war. Ich erinnere mich genau an das Spiel und hoffe, dass es wieder so laufen wird. Das Match war eines der größten Highlights in meiner Karriere. Sein Heimatland zur Weltmeisterschaft zu schießen, ist ein einmaliges Erlebnis“, erzählt Christian Eriksen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. „Ich weiß nicht, wieso ich gerade da mein Topniveau getroffen habe, aber die Bälle flogen einfach rein, sobald sich mir eine Chance ergab. In manchen Spielen schießt man andauernd aufs Tor und trifft nichts. In dem Spiel habe ich mit drei Schüssen drei Treffer erzielt.“

Die anderen nicht vergessen

Der irische Trainer Mick McCarthy ist sich der Bedeutung von Christian Eriksen bewusst, betont aber, dass auch andere dänische Spieler die Partie entscheiden können. „Wir können Dänemark nur im Kollektiv stoppen. Christian Eriksen ist ein besonderer Spieler, aber wir dürfen auch Yussuf Poulsen, Martin Braithwaite und Andreas Cornelius nicht vergessen“, sagte der irische Trainer bei einer Pressekonferenz.

Die beiden Mannschaften kennen sich mittlerweile mehr als gut. Dänemark und Irland spielen zum sechsten Mal in zwei Jahren gegeneinander. Irland hat die letzten fünf Partien nicht gewinnen können, doch das beunruhigt Trainer Mick McCarthy nicht: „Auch wenn die Leute sagen, dass wir gegen eine Mannschaft so lange nicht mehr gewonnen haben, dann glaube ich trotzdem daran, dass wir gewinnen können. Und diese Mentalität möchte ich hier einführen. Nur weil etwas noch nicht passiert ist, heißt es nicht, dass es nicht passieren wird. Wir haben in Dänemark Unentschieden gespielt und hatten gute Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagt Mick McCarthy.

Schwer zu knacken

Außer Derrick Williams und Aaron Connolly kann er auf alle Spieler zurückgreifen. Der 60-Jährige sitzt erst seit November 2018 am Ruder der irischen Nationalmannschaft. An der traditionell defensiven Einstellung der Briten hat er allerdings nichts geändert. Die beiden letzten Begegnungen endeten 1:1 und 0:0. Der dänische Nationalspieler von Borussia Dortmund, Thomas Delaney, weiß, wie schwierig es ist, gegen die Iren Tore zu schießen. Vor zwei Jahren hatte er es damit verglichen, eine Dose „Baked Beans“ mit den bloßen Händen zu öffnen. Ein Vergleich, der auf der Insel nicht so gut ankam. „Es ist immer schwer, die irische Mannschaft zu knacken. Ich weiß nicht, ob mein Zitat vor zwei Jahren etwas missverstanden wurde. Ich habe gehört, dass einige Menschen darüber verärgert waren. Die Iren haben ihre defensive Strategie fantastisch gut durchgezogen. Jetzt haben sie einen neuen Trainer und spielen etwas anders“, sagte Thomas Delaney.

Das muss Irland auch, denn ein Unentschieden reicht Mick McCarthys Team am heutigen Abend nicht, um sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren.

Die Partie beginnt um 20.45 Uhr und wird live auf Kanal 5 übertragen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Blutiges Nachtleben“