Explosion

Explosion nahe Kopenhagener Steuerbehörde

Explosion nahe Kopenhagener Steuerbehörde

Explosion nahe Kopenhagener Steuerbehörde

Charlotte Hülser/ Ritzau
Kopenhagen
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Die Fassade des Gebäudes wurde bei der Explosion beschädigt. Foto: Ólafur Steinar Rye Gestsson / Ritzau Scanpix

Am Dienstagabend hat es nahe einer Steuerbehörde auf Østerbro in Kopenhagen eine Explosion gegeben. Staatministerin Mette Frederiksen nannte den Vorfall bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag eine „bewusste Handlung". Die Polizei ermittelt.

Nahe einer Steuerbehörde in Kopenhagen hatte es am späten Dienstagabend gegen 22.15 Uhr einen lauten Knall gegeben. Wie die Kopenhagener Polizei am Mittwochmorgen bekannt gab, handelte es sich dabei um eine Explosion. Bei dem Vorfall nahe der Behörde auf der Østbanegade nahe der Haltestelle Nordhavn Station sei laut Polizeichefinspektor Jørgen Bergen Skov eine Person in der Nähe der Explosion von Fragmentteilen getroffen worden. Des weiteren hätten sich zwei Personen während der Detonation in dem Gebäude der Steuerbehörde aufgehalten, seien jedoch nicht verletzt worden, so der Polizeichefinspektor bei einer Pressekonferenz. Das Gebäude wurde massiv beschädigt.

„Es gibt mehrere zerbrochene Fenster, und die Fassade wurde im Großen und Ganzen abgerissen. Es sieht heftig aus“, erklärte Kristian Næsted, wachhabender Operationschef der Hauptstadtbereitschaft, in der Nacht der Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Polizei Kopenhagen bat das Verkehrsunternehmen DSB am Dienstagabend darum, den Zugverkehr von und nach Nordhavn Station und zwischen den Haltestellen Østerport und Svanemøllen einzustellen. Inzwischen fahren die Züge laut DSB aber wieder normal.

Darüber hinaus hat die Polizei ein großes Gebiet rund um die Steuerbehörde abgesperrt. Am Mittwochmorgen wurde dieser Radius allerdings verkleinert und gilt nun nur noch für die Gebäude rund um die Østerbanegade.

Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) besuchte am Mittwochmorgen die Steuerbehörde und nannte die Explosion eine „vollständig unakzeptable Handlung“. „Es ist ein ziemlich verrückter Anblick, und man kann sehen, das es eine sehr starke Explosion an der Fassade der Steuerbehörde gegeben hat“, so Bødskov weiter.

„Die Polizei war die ganze Nacht vor Ort und untersucht auch am Mittwochmorgen weiterhin die Umstände, die zu dem Vorfall führten“, so Michael Andersen, Wachchef der Kopenhagener Polizei.

Die Kopenhagener Polizei bittet in einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag um Mithilfe und fordert Personen auf, die sich Dienstagabend im Zeitraum von 21.45 bis 22.30 Uhr rund um die Steuerbehörde aufgehalten haben, sich bei der Polizei zu melden. Polizeichefinspektor Jørgen Bergen Skov nannte den Vorfall „einen Angriff, den wir weder akteptieren können noch wollen".

Am Mittwochvormittag äußerte sich auch Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) zu den Vorkommnissen in Kopenhagen. Bei einer Pressekonferenz im Staatsministerium nannte die Sozialdemokratin die Explosion eine „bewusste Handlung". „Wir betrachten das in keinster Weise als Streich oder einen Zufall. Die Explosion ereignete sich nahe einer S-Bahnstation zu einem Zeitpunkt, wo viele Menschen auf der Straße sind. Wir nehmen es also sehr, sehr ernst."

Die Staatsministerin machte aber auch klar, dass sie es für zu früh halte, die Geschehnisse abschließend als „Terror" zu bezeichnen. „Wir kennen das Motiv nicht. Die Polizei ist weiterhin mit Nachforschungen zugange. Ich möchte noch nicht abschließend sagen, was uns auf Østerbro getroffen hat. Aber es ist ernst", sagte sie bei der Pressekonferenz. Es sei ein großes Glück gewesen, dass bei der Explosion niemand ernsthaft verletzt wurde.

Anmerkung der Redaktion: Absatz eins ist aktualisiert worden, Abschnitte sieben, acht und neun sind hinzugefügt worden.

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