Kriminalität

Forscher: Bürger haben falsches Bild von der Kriminalitätsrate

Forscher: Bürger haben falsches Bild von der Kriminalitätsrate

Forscher: Bürger haben falsches Bild der Kriminalitätsrate

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Es sei paradox, dass sich die Welt in die richtige Richtung entwickele, die Bürger aber glauben, dass es schlechter werde, sagen Forscher. Foto: dpa

Obwohl die Kriminalitätsrate in Dänemark in einigen Bereichen so niedrig ist wie nie zuvor, glauben viele Bürger laut einer Umfrage, dass diese immer weiter zunimmt. Forscher machen vor allem die Berichterstattung der Medien für das verzerrte Bild verantwortlich.

Ein Großteil der Bürger in Dänemark hat ein völlig falsches Bild von der Kriminalitätsrate im Land: Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Kopenhagen.

Bereits bei einer Umfrage des Justizministeriums aus dem Jahr 2017 gaben 75 Prozent aller befragten Bürger an, davon auszugehen, dass die Kriminalität in Dänemark steigt beziehungsweise unverändert sei.

Kriminalität sinkt seit 20 Jahren

Statistiken der Behörden belegen hingegen, dass die Kriminalitätsrate in Dänemark in den vergangenen 20 Jahren hinsichtlich aller gemeldeten Straftaten um 31 Prozent gesunken ist. Somit scheint es eine Kluft zwischen der Vorstellung der dänischen Bürger und der Wirklichkeit zu geben, sagt Asmus Leth Olsen, Professor an der Kopenhagener Universität, zu „Videnskab.dk“.

„Es ist paradox, dass sich die Welt in die richtige Richtung entwickelt, die Bürger aber glauben, dass es schlechter wird“, so Leth Olsen.

Als Beispiel nahmen die Forscher die Einbruchsraten, die 2019 auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung 1996 waren. Repräsentativ ausgewählten Bürgern wurde die Frage gestellt, ob sie glauben, dass die Einbruchsrate in Dänemark in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, gesunken oder unverändert geblieben sei. 33 Prozent der Befragten lagen mit ihrer Einschätzung richtig.

Viele sind ahnungslos

„Wir müssen feststellen, dass nur sehr wenige die Kriminalitätsrate richtig einschätzen. Nicht mal 40 Prozent antworteten richtig. Mehr als die Hälfte wusste nicht, dass die Einbruchsrate dramatisch gesunken ist“, sagt Leth Olsen.

Als einen der Hauptgründe dafür sieht Lars Højsgaard Andersen, Kriminalitätsforscher beim Rockwool Fonden, die Berichterstattung in den Medien.

„Ich würde sagen, dass die Medien in hohem Maße über Gewalt-Kriminalität berichten, obwohl diese faktisch nur einen geringen Teil ausmacht“, so Andersen.

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