Klimawandel

Grönlands Eis lässt Meeresspiegel um 10 Zentimeter steigen

Grönlands Eis lässt Meeresspiegel um 10 Zentimeter steigen

Grönlands Eis lässt Meeresspiegel um 10 Zentimeter steigen

Ritzau/wt
Kopenhagen
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Sollte die gesamte Eiskappe schmelzen, würden die Weltmeere um sechs Meter steigen. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Die Temperaturen in der Arktis steigen besonders schnell. Dies beschleunigt das Schmelzen des Inlandeises in Grönland.

In der Arktis steigen die Temperaturen noch schneller als im globalen Durchschnitt. Das führt dazu, dass die grönländische Eiskappe immer schneller taut.

Das kann Wiederrum dazu führen, dass allein das grönländische Eis den Pegel der Weltmeere Ende des Jahrhunderts um 10 Zentimeter steigen lässt. Dies ist sogar die vorsichtige Schätzung, eher werden es 12,5 Zentimeter werden. Dies belegt eine internationale Studie, die auf Klimadaten von fast 30 Jahren aufbaut.

Die Temperaturen in den Küstenregionen sind im Sommer jetzt 1,7 Grad höher als der Durchschnitt für die Periode 1991 bis 2019. Im Winter sind es sogar 4,4 Grad.

Und gerade der Anstieg der Wintertemperaturen ist besonders problematisch, erläutert der dänische Professor Sebastian Merrild, Leiter des Nansen Zentrums in Bergen. Er ist einer der Autoren der Studie.

„Der Winter ist die Periode, wo sich das Eis neu bildet. Wenn es also im Winter wärmer wird, dann wird es ein Problem für das Nachwachsen des Eises. Mehr Niederschlag wird als Regen fallen denn als Schnee“, sagt er.

Selbstläufer befürchtet

Wenn gleichzeitig die Sommer auch wärmer werden, verliert die Eiskappe immer mehr Masse.

„Wir könnten einen sogenannten ‚Tipping Point‘ erreichen“, warnt Merrild.

Unter einem Tipping Point versteht man einen Punkt, wo die Klimaänderungen selbstverstärkend werden und die Folgen nicht mehr abzuschätzen sind.

Sollte die gesamte grönländische Eiskappe schmelzen, würden die Weltmeere um ganze sechs Meter ansteigen. Dies wird jedoch in den Klimamodellen nicht prognostiziert.

Doch bereits ein wesentlich geringerer Anstieg könne für Küstenregionen auf der ganzen Welt zu ernsten Problemen führen, sagt Klimatologe John Cappelen vom Dänischen Meteorologischen Institut (DMI), der ebenfalls an der Studie beteiligt ist. Besonders Regionen, die bereits heute Überschwemmungen und Sturmfluten erleben, würden betroffen werden.

„Wir müssen unser Verhalten ändern, wenn wir die Erwärmung noch eindämmen wollen“, meint Cappelen.

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