Schulschließungen

Freie Wahl eines Gymnasiums soll eingeschränkt werden

Freie Wahl eines Gymnasiums soll eingeschränkt werden

Freie Wahl eines Gymnasiums soll eingeschränkt werden

Kopenhagen/Vejle
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Gymnasien in den großen Städten sind beliebt bei den Schülern. Das führt zum Teil zu übervollen Klassen – und möglichen Schließungen von kleineren Oberschulen auf dem Land. Foto: Mathias Christensen/Polfoto

Die drei jütischen Regionen wollen die Zahl der Schüler in den 11. Klassen der Stadtgymnasien beschränken, damit Oberschulen auf dem Land wegen Schülermangels nicht schließen müssen. Tage Pedersen (Venstre), Vorsitzender des Ausschusses für Ausbildung und Arbeitskraft in der Region Süddänemark, zeigt sich zwiegespalten über das Vorhaben.

Die Regionen Nord- und Mitteljütland sowie Süddänemark wollen eine gesetzliche Grundlage schaffen, um eine Obergrenze für die Klassengrößen in den 11. Klassen der Gymnasien in den größeren Städten setzen zu können. Damit sollen die Gymnasien auf dem Land gestärkt und die Oberschulen in den Städten entlastet werden. Das berichtet DR Nyheder.

„Der Vorschlag, den jungen Leuten die freie Wahl einer Schule einzuschränken, schneidet in mein liberales Herz und wir müssen uns vorsehen, dass wir die Schüler nicht zu Geiseln eines Spiels machen, bei dem es um das Überleben von einzelnen Gymnasien geht“, meint Tage Pedersen gegenüber dem Nachrichtenmedium. Allerdings sieht er auch die Verantwortung, in der sich die Regionen befinden. „Wir müssen dafür sorgen, eine breite, ausbalancierte Ausbildungsstruktur zu schaffen, die gerecht über die Regionen verteilt ist“, erklärt er weiter.

So stieg beispielsweise der Anteil der Schüler an den weiterführenden Schulen in Vejle seit 2009 um 26 Prozent. Darunter leiden vor allem kleinere Gymnasien im Umland. Ihre Schülerzahl fiel. „Wenn dort nicht wieder Schüler hinzukommen, dann werden sie mittelfristig schließen müssen“, sieht Pedersen voraus.

Vom Landdistrikternes Fællesråd, einer landesweiten, allgemeinnützigen Interessenorganisation von Vereinen und Organisationen, kommt Zustimmung zu dem Vorhaben der jütischen Regionen. So erklärte der Vorsitzende Steffen Damsgaard: „Es besteht einfach die Notwendigkeit an Gymnasien mit einer bestimmten Größe festzuhalten, um ein attraktives Bildungsumfeld zu sichern.“

Ob die Regionen mit dem Vorhaben Erfolg haben, muss nun Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) entscheiden.

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