Gleichstellung

Gehaltsschere klafft in bestimmten Kommunen deutlich auseinander

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Männer verdienen in Dänemark im Schnitt mehr – auch für gleiche Arbeit? Foto: Adobe Stock

Frauen in Dänemark verdienen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Allerdings gibt es dabei zum Teil deutliche kommunale Unterschiede. Und: Der unterschiedliche Verdienst hat vielfache Gründe.

Frauen in Dänemark verdienen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Das geht aus einer Untersuchung des Vergleichsportals Walletform.com hervor, für die Zahlen der dänischen Statistikbehörde als Grundlage dienten.

Den größten Einkommensunterschied verzeichnet die Kommune Hørsholm. Ganze 47,2 Prozent mehr als eine Durchschnittsfrau verdient dort ein Durchschnittsmann. Den geringsten Unterschied gibt es in der Kommune Albertslund. Der liegt dort bei 12,9 Prozent.

Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings um nicht bereinigte Zahlen. Das bedeutet, dass unter anderem der Erziehungsurlaub, den vor allem Frauen nehmen, nicht berücksichtigt ist und für den Unterschied im Gehalt sorgte.

Foto: Lana Riedel

Je reicher, desto ungleicher

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie: Je reicher eine Kommune, desto größer ist der Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau. So verdienen Männer in den reichen Kommunen, wie beispielsweise Gentofte, durchschnittlich 45 Prozent mehr als Frauen, während der Unterschied in den „armen“ Kommunen, wie sie unter anderem auf Langeland zu finden sind, bei knapp 16 Prozent liegt.

„Die Begründung dafür ist, dass in den reichen Kommunen wohlhabende Menschen in hohen Positionen mit einem sehr hohen Einkommen leben. Das sind zu einem großen Teil auch – heute noch – Männer. Das bedeutet, dass einige wenige, beispielsweise mit einem Jahreseinkommen von 32 Millionen Kronen, das Einkommensbild verzerren und so für den großen Unterschied der Einkommen verantwortlich sind“, erklärt Michael Baggesen Klitgaard, Professor am Institut für Politikwissenschaft der Süddänischen Universität.

Unterschiede werden kleiner

Positiv ist aus Sicht der Gleichberechtigung, dass im Jahr 2015 in knapp einem Drittel aller Partnerschaften die Frau das höhere Einkommen bezog. Und eine weitere positive Entwicklung: Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern ist in den vergangenen Jahren rückläufig. So ist er beispielsweise von 2004 bis 2017 um über 3 Prozent gefallen. Quelle: Danmarks Statistik

Frauen arbeiten in schlecht bezahlten Branchen

Im Gegenzug lebten in den „armen“ Kommunen zumeist Leute, deren Einkommen im unteren Bereich der Einkommensskala lägen, begründet Klitgaard die Einkommensunterschiede. „Die Höhe der Einkommen von Männern und Frauen unterscheiden sich deshalb dort nicht so sehr“, erklärt er.

Laut einer Studie des Rockwool Fonds aus dem Jahr 2016 spielt die Wahl der Ausbildung ebenfalls eine große Rolle für den Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern. So wählten viele Frauen Berufe im Pflege- und Gesundheitssektor sowie pädagogische Ausbildungen, heißt es darin. Die Arbeitsplätze sind dann meist im öffentlichen Bereich zu finden, wo das Einkommen im Verhältnis zur Ausbildung geringer ausfalle.

Die nordschleswigschen Kommunen haben im landesweiten Vergleich von Frauen und Männern eine relativ gerechte Einkommensverteilung. Allerdings verdienen auch hier die Männer im Durchschnitt mehr.

Gender Pay Gap

Der sogenannte Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttoverdienst von angestellten Männern und Frauen. Der berücksichtigt jedoch nicht die Unterschiede, hervorgerufen etwa durch Berufswahl, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder den geringen Anteil der Frauen in Führungspositionen. Der bereinigte Gender Pay Gap lag in Dänemark im Jahr 2017 bei knapp 13 Prozent. Quelle: www.tagesschau.de

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