Auf dem Land wird mehr gearbeitet

Landesweite Unterschiede bei jugendlichen Ferienjobbern

Landesweite Unterschiede bei jugendlichen Ferienjobbern

Landesweite Unterschiede bei jugendlichen Ferienjobbern

Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa

Während sich im ländlichen Raum und auf den Inseln bis zu jeder dritte 13- bis 17-Jährige in den Ferien Geld hinzuverdient, ist es in den Großstadtkommunen nur jeder achte. Experten sehen dafür unterschiedliche Gründe.

Besonders auf dem Land – speziell auf den Inseln – arbeiten die 13- bis 15-Jährigen in ihrer Freizeit und bessern sich so ihr Taschengeld auf. So arbeitete im Jahr 2016 auf Ærø im Durchschnitt jeder dritte Jugendliche diesen Alters neben der Schule. In Lyngby-Taarbæk nördlich von Kopenhagen ist es dagegen nur etwa jeder Achte. Das geht aus Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik, die für die Tageszeitung Politiken gesammelt wurden.

Als Erklärung dafür zieht Jonas Felbo-Kolding, vom Forschungszentrum für Arbeitsmarkt- und Organisationsstudien (Faos) an der Kopenhagener Universität, mehrere Erklärungen in Betracht. „In einigen Gebieten ist es Tradition, dass die jungen Menschen bei der Ernte helfen oder den eingelaufenen Fischkutter mit entladen. Das hat unterschiedliche Normen geschaffen, wie viele die Kinder arbeiten und wann sie mit dem Arbeiten beginnen“, so ein Erklärungsansatz des Forschers gegenüber Politiken.

Ein guter Zeitvertreib

Christian Jepsen aus Tingleff ist einer der Jugendlichen, die sich für einen Freizeitjob entschieden haben. Für ihn ist es ein guter Zeitvertreib, „der Spaß macht“, wie er findet. Der 14-Jährige arbeitet auf einem Bauernhof in Uk und hilft unter anderem im Stall und auf dem Feld. „Ich wollte nicht nur drinnen sitzen“, begründet der junge Tingleffer, der die landwirtschaftliche Arbeit im familiären Umfeld kennengelernt hat.

Als weiteren Grund für die landesweit unterschiedliche Verteilung von Freizeitjobs erkennt Forscher Jonas Felbo-Kolding, dass der Bedarf, sich etwas dazu zu verdienen, bei den Kindern auf dem Lande größer ist, weil dort die Einkommen der Eltern typischerweise geringer seien als in den Städten. Für Christian Jepsen ist das Geldverdienen jedoch nicht der Grund. Für ihn steht die sinnvolle Beschäftigung in seiner Freizeit im Vordergrund, wie er sagt.

Weniger Freizeitangebote auf dem Land

Jugendforscher Niels-Henrik Møller Hansen vom Center für Jugendforschung an der Aalborger Universität, meint, dass auch das Freizeitangebot einen Unterschied für die Stadt- und Landjugend machen würde. So gebe es weniger Angebote in den ländlichen Gebieten und so hätten die Jugendlichen dort mehr Zeit, um zu arbeiten.

Für Christian Jepsen ist das allerdings nicht die Grund gewesen, sich eine andere Freizeitbeschäftigung zu suchen. „Ich lerne viel und kann Dinge, die ich vorher theoretisch gelernt habe, in der Praxis anwenden“, erklärt er seine Entscheidung. „Ich möchte nichts anderes machen“, so der Schüler.

Allerdings sieht es bei der Einhaltung von gesetzlichen Rahmenbedingungen schlecht aus. So hat „jobpatruljen“, eine Einrichtung der Gewerkschaften, bei Überprüfungen festgestellt, dass nur bei 7,6 Prozent der angestellten Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren alle Vorgaben erfüllt werden. Jedoch hätten sich die Arbeitsverhältnisse für die jungen Arbeitnehmer im Allgemeinen verbessert, heißt es in der Untersuchung weiter. Zumeist handelt es sich bei den Übertretungen um nicht eingehaltene Pausenzeiten.

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