Königshaus

Prinz Joachim: Marie hat mir das Leben gerettet

Prinz Joachim: Marie hat mir das Leben gerettet

Prinz Joachim: Marie hat mir das Leben gerettet

Ritzau/nb
Paris
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Im Interview erzählt Prinz Joachim, dass Prinzessin Marie in den Soldatenmodus ging, als er im vergangenen Sommer ein Blutgerinnsel erlitt. Foto: Hjernesagen/Aguirre/Free

Im vergangenen Sommer hatte Prinz Joachim ein Blutgerinnsel im Gehirn. Marie ging in den Soldatenmodus, sagt er.

Prinz Joachim erlitt im Juli vergangenen Jahres ein Blutgerinnsel im Gehirn. Dank Prinzessin Marie hat er überlebt.

In einem Interview mit „Hjernesagen“ erzählt er von ihrer schnellen Reaktion, als er während eines Familienessens in Cahors in Südfrankreich plötzlich anfing, merkwürdig zu sprechen.

Als er am nächsten Tag im Krankenhaus erwachte, stand sie neben ihm.

Auf Messers Schneide

„Es war ein sehr spezieller Moment, denn obwohl ich selbst nicht ganz im Klaren darüber war, was passiert war, so war mir dennoch bewusst, dass ich mich auf Messers Schneide befunden hatte. Das erste, dass ich zu ihr sagte, war: Du hast mir das Leben gerettet. Ich hatte unglaubliches Glück“, beschreibt Prinz Joachim die Ereignisse.

Glücklich, überhaupt am Leben zu sein, aber auch glücklich darüber, während der ganzen Zeit Marie an seiner Seite zu haben.

„Sie war fantastisch. Sie ging in den Soldatenmodus“, sagt er gegenüber dem Blatt.

Prinz Joachim sprach auf einmal merkwürdig

Es ist das erste Mal, dass das Paar erzählt, was an jedem Sommerabend geschah, als sie mit ihren zwei Kindern, Henrik und Athena, bei Prinz Joachims Cousine zum Essen zusammensaßen, nur fünf Autominuten vom Schloss der Königin, Chateau de Cayx, entfernt.

Während des Essens bemerkte Prinzessin Marie schnell, dass etwas nicht stimmte mit der Art und Weise, auf die ihr Mann sprach.

Konnte seine Lähmung sehen

„Ich konnte hören, dass er schlichtweg wirres Zeug redete. Und wenn man meinen Mann kennt und weiß, wie er spricht, und wie er formuliert, dann weiß man, dass das ganz ungewöhnlich ist. Ich wusste sofort, dass etwas Ernsthaftes mit seinem Gehirn passiert war. Ich konnte seine Lähmung im Gesicht sehen. Es war sehr, sehr schlimm. Das sind Bilder, die für immer in meinem Kopf sind“, erzählt sie.

13 Millimeter langes Blutgerinnsel wird entfernt

Der Krankenwagen fuhr den Prinzen zunächst in das nahegelegene Krankenhaus in Cahors, aber dort gab es nicht die notwendigen Kapazitäten, um ihn zu behandeln, weshalb er nach Toulouse überführt wurde.

Hier führten die Ärzte einen Eingriff durch, bei dem das 13 Millimeter lange Blutgerinnsel entfernt wurde.

„Das Ganze war so dicht an einer Tragödie, dass es unser Leben für immer verändert haben könnte. Wir sind heute sehr dankbar dafür, zusammen sein zu können“, erzählt Prinzesse Marie.

Als Person nicht verlieren

Während des Vorfalls war sie am meisten darüber besorgt, ihn als Person zu verlieren, während sie weniger über die physischen Lähmungen besorgt war.

„Es war wichtig, sein Gehirn zu retten. Seine Fähigkeit zu sprechen und zu denken“, sagt sie.

Das Paar ist heute zurück in Paris, wo Prinz Joachim als Verteidigungsattaché an der dänischen Botschaft arbeitet.

Keine bleibenden Schäden

Er hat keine bleibenden Schäden von dem Unglück behalten, aber er hat sich zahlreiche Gedanken gemacht, und einige davon kommen immer wieder zum Vorschein, wie er berichtet.

„Es gibt Dinge aus der Kindheit, der Jugend und Erlebnisse, die in neuem Licht erscheinen, weil sie sich jetzt auf andere Weise festsetzen.“

Zunächst ist geplant, dass Prinz Joachim für drei Jahre Verteidigungsattaché sein soll, mit der Möglichkeit auf Verlängerung.

Prinz Joachim ist einer von 12.000

  • Prinz Joachim wurde im Juli 2020 wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert.
  • 12.000 Personen erleiden jedes Jahr in Dänemark eine Blutung oder ein Blutgerinnsel im Gehirn.
  • 70 Prozent der Betroffenen sind über 65 Jahre alt, und etwas mehr als die Hälfte sind männlich.
  • 85 Prozent der Fälle sind Blutgerinnseln geschuldet, 15 Prozent sind Blutungen im Gehirn.
  • Die Sterblichkeit liegt innerhalb der ersten 30 Tage bei 14 Prozent. Dies entspricht in etwa jeder siebten betroffenen Person.
  • Die Hälfte der Betroffenen erleidet dauerhafte Schädigungen, und jeder vierte ist anschließend von der Hilfe anderer abhängig.
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