Coronavirus

Parteisprecher offen für dritte Impfung

Parteisprecher offen für dritte Impfung

Parteisprecher offen für dritte Impfung

Ritzau/hm
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Verschiedene Gesundheitspolitiker im Land meinen, die Behörden sollten entscheiden, ob eine dritte Impfung sinnvoll ist. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

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Das israelische Gesundheitsministerium sieht einen deutlichen Verlust der Wirksamkeit des verwendeten Vakzins von Biontech/Pfizer und will Bürgern über 60 Jahre eine dritte Impfung anbieten. Politiker in Dänemark zeigen sich aufgeschlossen, wollen aber abwarten, was die Gesundheitsbehörde empfielt. Deren Chef hat sich am Freitag geäußert.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Israel beschlossen, den Bürgerinnen und Bürgern des Landes, die älter als 60 Jahre alt sind, eine dritte Impfung anzubieten. Die Idee einer dritten Impfung findet sowohl bei den Konservativen und der Dänischen Volkspartei als auch bei der Einheitsliste Zuspruch.

„Wir stellen uns hinter einen dritten Piks. Wir haben immer gewusst, dass wir darüber sprechen müssen, dass einige Bevölkerungsgruppen nicht mit den Impfungen auskommen werden, die sie erhalten haben“, so Liselott Blixt, gesundheitspolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei.

Wir haben immer gewusst, dass wir darüber sprechen müssen, dass einige Bevölkerungsgruppen nicht mit den Impfungen auskommen werden, die sie erhalten haben.

Liselott Blixt, gesundheitspolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei

Wie die deutsche Nachrichtenagentur „DPA“ berichtet, steht das erneute Impfangebot vor dem Hintergrund einer Erhebung des israelischen Gesundheitsministeriums. Diese besagt, dass die Effektivität des verwendeten Biontech/Pfizer-Vakzins seit Anfang Juni stark nachgelassen hat.

Kritik an Zahlen

Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent, schwere Erkrankungen aber zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren (auch) Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien und befürchten Verzerrungen.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert eine bereits publizierte Studie aus Großbritannien, die dem Biontech/Pfizer Impfstoff für die Delta-Variante des Virus eine größere Wirksamkeit von 88 Prozent bescheinigt.

Gesundheitspolitiker: Behörden müssen über Sinn entscheiden

Liselott Blixt von der Dänischen Volkspartei fügt hinzu, dass die Gesundheitsbehörden entscheiden müssen, ob eine dritte Impfung älteren Bürgern einen Vorteil bietet. Dies sieht Per Larsen, gesundheitspolitischer Sprecher der Konservativen, so, wie auch Peder Hvelplund, coronapolitischer Sprecher der Einheitsliste. Dieser führt aus: „Sollten die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Impfung mehr erhalten sollten, werden wir dies selbstverständlich unterstützen."

Einschätzung in Dänemark im Herbst/Winter

Søren Brostrøm, Direktor der Gesundheitsbehörde, weist den Gedanken einer dritten Impfung nicht ab. „Das ist etwas, was wir im Laufe des Herbstes und Winters einschätzen werden", so Brøstrøm im Sender „TV2".

Der Nachrichtenagentur „Ritzau" sagte er, dass es bislang so aussehe, als böten die jetzigen Impfstoffe einen ausgezeichneten Schutz gegen die Deltavariante des Coronavirus. Auf längere Sicht könne aber ein dritter Piks notwendig werden. „Wir werden die Entwicklung sehr genau verfolgen", so Brostrøm.

In Israel haben bereits 2.000 Personen mit einem geschwächten Immunsystem eine 3. Impfung erhalten.

Aktualisiert am Freitag um 12.30 Uhr, Ergänzung Brostrøm

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