Umwelt & Natur

Wildschweinzaun: Behörden müssen Rede und Antwort stehen

jt
Kopenhagen/Brüssel
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Mitarbeiter der Firma „Ser Hegn“ haben mit der Errichtung des Wildschweinzauns begonnen. Foto: Paul Sehstedt

Es fehlt an Beweisen, dass ein Wildschweinzaun vor der Afrikanischen Schweinepest schützt, meint die EU-Kommission.

Die dänischen Behörden müssen gegenüber der Europäischen Union eine detaillierte Einschätzung zum derzeit im Bau befindlichen Wildschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze vorlegen. Das fordert die EU-Kommission, die um eine Stellungnahme gebeten hat, berichtet der Nachrichtensender TVSyd.

Der 70 Kilometer lange Zaun soll Dänemark vor der Afrikanischen Schweinepest schützen. Doch die EU-Kommission ist skeptisch, ob dieser überhaupt einen effektiven Schutz bietet. „Die rechtlichen Vorgaben der EU sprechen nicht für das Aufstellen eines Zauns zum Fernhalten von Wildschweinen“, schreibt die Kommission laut TVSyd.

Die EU mache sich zudem Sorgen, ob der Zaun auch einen Einfluss auf das Leben anderer Tierarten und deren Verbreitung an der Grenze haben könnte. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU sieht demnach vor, solche Tierarten zu schützen.

Der dänische Umweltminister, Jakob Ellemann-Jensen (Venstre), bleibt nach der Forderung der EU gelassen. „Die Umweltbehörde unterstreicht, dass alle Anforderungen zum Errichten eines Zauns erfüllt wurden“, so Ellemann-Jensen. Er weist darauf hin, dass kleinere Tiere durch Öffnungen weiterhin den Zaun passieren können. „Die Regierung hat die EU über unseren Zaun informiert. Wir sind natürlich bereit, weitere Fragen zu beantworten“, so der Minister.

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