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Zu einseitig: Vistisen kritisiert EU-Journalismus

jt
Kopenhagen/Brüssel
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Vistisens Buch „Det store EU-bedrag – mediernes fortielser og fordrejninger“ Foto: Screenshot / European Conservatives and Reformists Group

Der Journalismus über die EU-Politik sei zu positiv und einseitig, meint der DF-Fraktionsvorsitzende im EU-Parlament, Anders Vistisen, in seinem neuen Buch, das mit EU-Mitteln finanziert wurde.

Kurz vor der EU-Wahl hat der dänische EU-Politiker und Fraktionsvorsitzende der Dänischen Volkspartei (DF) im EU-Parlament, Anders Vistisen, ein Buch über Journalismus und die Europäische Union veröffentlicht. Beweggrund für Vistisen, das Buch zu schreiben: Die Berichterstattung über Themen in Brüssel habe eine „gewaltige Schlagseite“. Sie sei viel zu positiv und einseitig. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Meiner Meinung nach werden in der dänischen EU-Berichterstattung nicht die gleichen journalistischen Standards wie in der Berichterstattung in Dänemark verwendet. Viel zu oft werden unkritische Expertenbefragt, wo bei eventuellen Fehlern nicht nachgehakt wurde“, so Vistisen in seinem Buch.

Das Frustrierende sei ihm zufolge, dass alle Medien denselben Winkel für eine Geschichte nutzen. Dadurch entstehe ein Lemming-Effekt. „Alles, was die EU macht, ist vernünftig, während die Briten alles falsch machen“, so Vistisen.

Insgesamt hätten 15 dänische Journalisten eine Akkreditierung im EU-Parlament. Im Vergleich zu den 160 Journalisten auf Christiansborg. Das bedeute laut Vistisen, dass man nicht den gleichen kritischen Journalismus wie auf Christiansborg bekomme.

Sein Buch „Det store EU-bedrag – mediernes fortielser og fordrejninger“ ist in 240.000 Exemplaren gedruckt worden und wird an Haushalte mit auserwählten Postleitzahlen verteilt. Auf auf seiner Homepage kann das Buch auch als E-Buch gelesen werden. Das Buch ist mit Geldern der EU finanziert.

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