Wohlstand

Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 15 Jahren erwartet

Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 15 Jahren erwartet

Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 15 Jahren erwartet

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) spricht am Dienstag auf einem Treffen des Branchenverbandes der Dänischen Industrie. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

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Staatsministerin Mette Frederiksen sieht Dänemarks Wirtschaft vor einem enormen Aufschwung. Die Regierung plant zudem, 2,5 Milliarden Kronen in Bildung zu investieren. Auf einem vom Branchenverband der Dänischen Industrie veranstalteten Treffen lädt Frederiksen die Unternehmen zur Diskussion über die Verwendung der geplanten Finanzmittel ein.

In den kommenden Jahren benötigt Dänemark mehr Arbeitskräfte.

Die Frage, wie dies am besten umgesetzt werden kann, wurde am Dienstag auf dem Treffen des Branchenverbandes der Dänischen Industrie, Dansk Industri (DI), in K. B. Hallen in Kopenhagen diskutiert.

Eine davongaloppierende Wirtschaft

Zu den Rednerinnen zählte Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.).

„Wir befinden uns momentan in einer so günstigen Position, dass wir für dieses Jahr mit dem höchsten Wachstum innerhalb der vergangenen 15 Jahre rechnen. Mit anderen Worten haben wir eine davongaloppierende Wirtschaft, fast keine Arbeitslosigkeit und einen spürbaren Optimismus“, sagt sie.

Heiß debattiert wird momentan die Frage, wie Dänemark in den kommenden Jahren mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt bringen kann.

Mehr Facharbeiter gefordert

Vor Kurzem setzte sich die Staatsministerin auf einer Regierungskonferenz in Fredericia für mehr Facharbeiter ein.

Im Augenblick verhandelt die Regierung gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaften und Arbeitgeber über Fragen, wie mehr Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden können. Zudem hat die Regierung vor Kurzem einen Reformentwurf unter dem Titel „Danmark kan mere 1“ präsentiert.

Der Entwurf enthält unter anderem eine Absenkung des Arbeitslosengeldes für Menschen, die unmittelbar nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos sind.

2,5 Milliarden für mehr Ausbildung

Die Regierung möchte zudem 2,5 Milliarden Kronen jährlich bereitstellen, um in bessere Ausbildungsmöglichkeiten zu investieren.

Mette Frederiksen lädt die Unternehmen dazu ein, über die Verteilung der Gelder mitzudiskutieren.

„Wir möchten die Unternehmen gerne mit am Tisch haben, wenn es darum geht, Lösungen zu finden, wie wir das Geld am besten verwenden können“, sagt sie.

Attraktivität für ausländische Arbeitskräfte erhöhen

Darüber hinaus möchten sowohl der Branchenverband DI als auch eine Reihe der im Folketing vertretenen Parteien die Attraktivität Dänemarks für ausländische Arbeitskräfte erhöhen.

Dies könnte unter anderem durch ein Absenken der Mindestverdienstgrenze geschehen, ab der man zum Arbeiten nach Dänemark kommen darf. Eine Maßnahme, zu der sich die Regierung bisher jedoch noch nicht durchringen konnte.

Venstre fordert Blick über den Tellerrand

Ein Punkt, über den sich der Vorsitzende der Partei Venstre, Jakob Ellemann-Jensen, ärgert. Seiner Ansicht nach liegt ein Schlüssel zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels in der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer.

„Es ist bedauerlich, dass man sich nicht traut, über Dänemarks Landesgrenzen zu schauen. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht so sehr gegen außen verschließen, dass das Wachstum an uns vorbeizieht. Das würde nur uns selbst schaden“, sagt er.

Ellemann-Jensen zufolge will Venstre demnächst einen eigenen Haushaltsentwurf vorlegen, der eine Erhöhung des Arbeitskräftekontingents um 25.000 Personen umfasst.

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