Politik

Folketing: Elf Abgeordnete wollen kein zweites Mal

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Elf Abgeordnete, die 2015 gewählt wurden, haben angekündigt, nicht wieder zu kandidieren. Foto: Lars Laursen/Ritzau Scanpix

Verhältnismäßig viele Abgeordnete des dänischen Parlaments wollen nach nur einer Wahlperiode nicht mehr antreten. Politikwissenschaftler Flemming Juul Christiansen hat eine Idee, woran das liegen könnte.

Das dänische Parlament hat 179 Mitglieder, 24 Abgeordnete werden bei der kommenden Parlamentswahl, die bis zum 17. Juni abgehalten werden muss, nicht mehr antreten. Elf sagen nach nur einer Wahlperiode „Nej tak“. Dies schreibt die Zeitung „Kristeligt Dagblad“ und weist darauf hin, dass bei der Wahl 2015 nur drei Abgeordnete mit einem geringen Dienstalter nicht ein zweites Mal kandidierten. 2011 waren es fünf.

Laut Flemming Juul Christiansen, Lehrer für Politik und Verwaltung an der Universität Roskilde, könnte eine Erklärung sein, dass das Leben als Parlamentspolitiker nicht den Erwartungen der Abgeordneten entspricht. Seiner Meinung nach machen Politiker heutzutage deutlich schneller Karriere als zu früheren Zeiten. Somit steige auch die Erwartung, schnell an Einfluss zu gewinnen, so Christiansen. Was wiederum Auswirkungen darauf habe, wie man als Abgeordneter im Laufe der Zeit auf seine Position schaue. Als Beispiel nennt der Politikwissenschaftler die Partei Alternative, die nach den Worten von Christiansen bei der vergangenen Wahl angetreten war, die politische Wirklichkeit zu ändern, was sich aber laut Christiansen als sehr schwer herausgestellt hat. Fünf der zehn Abgeordneten treten nicht mehr an.

Nach einer früheren Untersuchung der Universität Roskilde und der Syddansk Universitet für die Zeitung „Jyllands-Posten" ist die Zeit, die ein Abgeordneter im Folketing bleibt, gefallen. Und es deutet nach Meinung von „Kristeligt Dagblad "nichts darauf hin, dass sich die Tendenz bei der nächsten Wahl ändert, bei der langjährige Politiker wie Mogens Lykketoft (Sozialdemokraten) und Holger K. Nielsen (Sozialistische Volkspartei) nach mehr als 30 Jahren ihren Abschied von Christiansborg nehmen. „Das ist von Bedeutung. Man sollte nicht unterschätzen, wie wichtig Erfahrung in der täglichen Arbeit auf Christiansborg ist“, so Christiansen.

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