Regierungsbildung

Ministerinnen-Frauenquote enttäuscht: „Das ist doch wieder typisch"

Frauenquote enttäuscht: „Das ist doch wieder typisch"

Frauenquote enttäuscht: „Das ist doch wieder typisch"

Kopenhagen
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Dänemarks neue Ministerinnen: Joy Mogensen, Lea Wermelin, Ane Halsboe-Jørgensen, Pernille Rosenkrantz-Theil, Mette Frederiksen, Trine Bramsen und Astrid Krag am Donnerstagvormittag auf Amalienborg. Foto: Liselotte Sabroe / Ritzau Scanpix

Das neue Kabinett der Sozialdemokraten hat 20 Ministerposten – nur 7 davon sind an Frauen vergeben worden. Enttäuschend, so die ersten Reaktionen.

Die Sozialdemokraten haben ihre Ministerposten für die neue Regierung verteilt. Dabei gingen 7 von 20 an Frauen, inklusive Staatsministerin Mette Frederiksen.

  • Staatsministerin Mette Frederiksen
  • Sozial- und Innenministerin: Astrid Krag
  • Kinder- und Unterrichtsministerin: Pernille Rosenkrantz-Theil
  • Verteidigungsministerin: Trine Bramsen
  • Ausbildungs- und Forschungsministeri: Ane Halsboe-Jørgensen
  • Umweltministerin: Lea Wermelin
  • Kultur- und Kirchenministerin: Joy Mogensen


In der nun abgewählten Regierung von Venstre, Liberaler Allianz und Konservativen waren zuletzt 9 der 22 Posten von Frauen besetzt.

Astrid Krag ist neue Sozial- und Innenministerin Foto: Astrid Krag Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

Die Reaktionen auf die niedrige Frauenquote bei den Sozialdemokraten ließen am Donnerstag nicht lange auf sich warten. „Nur 35 Prozent Frauen?“, fragte der scheidende Innen- und Wirtschaftsminister Simon Emil Ammitzbøll-Bille auf Twitter.

Die Vorsitzende der Volkssozialisten, Pia Olsen Dyhr, twitterte: „Traurig mit einem Frauenanteil von 35 Prozent in der neuen Regierung.“

Auch die Parteisekretärin der Schleswigschen Partei, Ruth Candussi, ist mit der Frauenquote der Sozialdemokraten alles andere als zufrieden.

„Das ist doch wieder typisch“, findet sie. „Es ist zwar nicht gerade katastrophal, aber ich finde, da könnten mehr Frauen darunter sein. Es könnte ja auch mal so werden, dass es mehr Frauen sind, als Männer“, kritisiert Ruth Candussi die Verteilung.

Die SP kennt das Problem

„Klar muss Mette Frederiksen sehen, wer zur Verfügung steht und muss ausgehend von den Qualifikationen wählen. Das Problem liegt aber sehr viel tiefer und fängt früher an: bei der Benennung von Spitzenkandidaten vor einer Wahl“, gibt die Parteisekretärin zu bedenken.
Dass dies nicht leicht ist, weiß auch die SP aus eigener Erfahrung.

„Es gibt nicht viele Frauen, die sich für eine Spitzenkandidatur zur Verfügung stellen. Daher muss man ganz unten bei den Ursachen anfangen, weshalb das so ist. Das ist eine generelle Herausforderung!“Die Parteisekretärin freut sich aber darüber, dass mit Mette Frederiksen eine Frau das höchste Regierungsamt des Landes bekleidet. „Sie ist zwar nicht die erste Staatsministerin, aber das ist doch schonmal ein gutes Signal, über das ich mich freue.“


Joy Mogensen Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Ein besonderes Interesse als neu ernannte Ministerin und kommende Mutter erlebt Joy Mogensen. Die 38-Jährige hatte im April mitgeteilt, dass sie sich als alleinstehende Frau für eine Samenspende entschieden habe, ein Kind erwartet und erwartungsgemäß im Oktober in Mutterschaftsurlaub geht.

Mogensen übernimmt das Amt als Kirchen- und Kulturministerin von Mette Bock (LA).

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