Politik

Regierung will Afghanistan-Einsatz aufarbeiten

Regierung will Afghanistan-Einsatz aufarbeiten

Regierung will Afghanistan-Einsatz aufarbeiten

Ritzau/hm
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) möchte den Afghanistan-Einsatz aufgearbeitet wissen. Foto: hilip Davali/Ritzau Scanpix

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Zwei Jahrzehnte lang kämpften dänische Truppen in Afghanistan, nun soll der Einsatz aufgearbeitet werden. Venstre hat prinzipiell nichts dagegen, warnt aber vor einer rein akademischen Übung und verweist auf bestehende Aufarbeitungen.

Die Regierung will das dänische Engagement in Afghanistan in den vergangenen 20 Jahren aufarbeiten. Dies bestätigte der dänischen Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) in der Zeitung „Information“. Den Bericht sollen laut Kofod unabhängige Experten erstellen. Die Stützparteien der Regierung, SF, Radikale und Einheitsliste, unterstützen die Idee. Damit ist eine Mehrheit im Parlament gesichert.

Bereits jetzt arbeiten die Behörden Dänemarks den Rückzug aus Afghanistan inklusive der Evakuierungsaktion auf.

Im Jahr 2019 ist zudem eine Aufarbeitung der politischen Beschlüsse erschienen, die den dänischen Streitkräfteeinsätzen im Kosovo, in Afghanistan und im Irak zugrunde lagen. Beschlossen wurde dies im Folketing im Jahr 2016.

In dem Bericht, der nun von den Experten vorgelegt werden soll, will Kofod vor allem die Dinge erwähnt wissen, die Dänemark aus dem Einsatz lernen kann. Aber auch die Beschlüsse wechselnder Regierungen und Mehrheiten im Folketing sollen analysiert werden.

Venstre befürchtet akademische Übung

Wie nun die Aufarbeitung des Afghanistan-Einsatzes umgesetzt werden soll, das will die Regierung nun mit den Parlamentsparteien besprechen. Die größte Oppositionspartei Venstre steht der Idee ebenfalls positiv gegenüber. Der außenpolitische Sprecher der Partei, Michael Aastrup, fürchtet aber eine rein akademische Übung, die mehrere Jahre in Anspruch nimmt und verweist auf bereits existierende Berichte vom Dansk Institut for Internationale Studier; das Institut hatte 2016 einen Erfahrungsbericht Afghanistan herausgegeben.

Mehr lesen

Leserinnenbeitrag

Bärbel Brinck
„Herbsturlaub mit Hilfe im Haus Quickborn“