Krisengebiet

USA fordern dänische Soldaten in Syrien

USA fordern dänische Soldaten in Syrien

USA fordern dänische Soldaten in Syrien

dodo
Kopenhagen
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Dänische Spezialkräfte könnten bald nach Syrien entsendet werden. Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Medienberichten zufolge soll die Entsendung von Spezialkräften bereits auf Christiansborg besprochen worden sein. Die US-Forderung könnte Dänemark in eine Zwickmühle bringen.

Die USA fordern von Dänemark und anderen Ländern, dass diese Soldaten in den Nordosten Syriens entsenden, um die dortigen amerikanischen Truppen abzulösen. Das berichtet die Zeitung „Politiken“. Weder das Verteidigungs- noch das Außenministerium wollten die Angelegenheit bisher kommentieren. Laut „Politiken“ soll der parlamentarische Ausschuss für Außenpolitik (Udenrigspolitisk Nævn) sich in der vergangenen Woche allerdings schon mit der Sache befasst haben. Die Zeitung will aus einer Reihe von Quellen erfahren haben, dass die USA unter anderem dänische Spezialkräfte vom Jägerkorps und von den Marinetauchern fordern.

Eine der Aufgaben der dänischen Soldaten soll es sein, kurdische Truppen der YPG-Miliz (Volksverteidigungseinheiten) auszubilden. Die Kurden kämpfen im Nordosten Syriens sowohl gegen die Reste der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch gegen die von Russland unterstützten Regierungstruppen des Assad-Regimes, die bereits große Teile des Landes zurückerobert haben. Gleichzeitig droht der dänische Nato-Partner Türkei damit, militärisch gegen die kurdischen YPG-Einheiten vorzugehen, weil sie diese als Verbündeten der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans), dem Erzfeind der Türkei, ansieht.

Dänemark zwischen den Stühlen

Aus diesem Grund werde laut „Politiken" eine dänische Zusammenarbeit mit der YPG zu großem Unmut beim türkischen Präsidenten Erdogan führen. Andererseits könnte ein Zurückhalten von Truppen bei US-Präsident Trump zu Verärgerung führen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Bjarne Laustsen, hat nach eigener Aussage noch nichts von der amerikanischen Forderung gehört. Doch wenn diese tatsächlich da wäre, stehe er ihr positiv gegenüber: „Alle Anfragen, die von unseren engen Verbündeten nach internationaler Hilfe kommen, nehmen wir gerne an. Wir können dies aber nicht alleine tun, wir müssen das zusammen in einer Koalition machen. Wenn wir über das Fachwissen zu einem Bereich verfügen – und nicht tiefer in Syrien involviert werden –, kann ich mir vorstellen, dass wir dem positiv gegenüberstehen“, so Laustsen zu „Politiken“.

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