Gewerkschaften

Jugendliche Freizeitjobber kennen ihre Rechte nicht

Jugendliche Freizeitjobber kennen ihre Rechte nicht

Jugendliche Freizeitjobber kennen ihre Rechte nicht

Hedensted
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Foto: Tim Wright/Unsplash

Am Kiosk, im Café oder im Supermarkt – im Sommer nutzen viele Jugendliche die freie Zeit, um Arbeitserfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen. Doch weder die Jugendlichen selbst noch Eltern oder Arbeitgeber haben die Regeln für Freizeitbeschäftigte im Griff, berichtet Danmarks Radio.

Am Kiosk, im Café oder im Supermarkt – im Sommer nutzen viele Jugendliche die freie Zeit, um Arbeitserfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen. Doch weder die Jugendlichen selbst noch Eltern oder Arbeitgeber haben die Regeln für Freizeitbeschäftigte im Griff, berichtet Danmarks Radio.

In Supermärkten, an Eisständen oder Wurstbuden sind sie in den Sommermonaten zuhauf zu finden: Jugendliche, die sich ein Zubrot verdienen wollen. Doch viele von ihnen haben keine Vorstellung davon, welche Rechte und Pflichten sie eigentlich haben – und auch die Arbeitgeber wissen darüber häufig nicht viel, berichtet der dänische Gewerkschaftsbund LO.

Die Gewerkschafter schicken regelmäßig Mitarbeiter auf „Jobpatrouille“, um aufzuklären. Einer, den die Patrouille aufgesucht hat, ist der 17-jährige Andreas Buchwald aus Hedensted. Er wusste nicht, dass der Chef für einen Ersatz sorgen muss, wenn er krank wird – und er wusste auch nicht, dass ihm im Krankheitsfall Lohn zusteht. „Ich wusste nicht, dass ich Lohn bekommen kann, wenn sie (die Chefin, Red.) das für einen macht“, so Buchwald zu DR Trekanten.

Chefin freut sich, dass kontrolliert wird

Ansonsten stellte sich der Besuch in der Fakta-Supermarktfiliale, in der Buchwald arbeitet, als für die Gewerkschafter zufriedenstellend heraus. Auch für die Filialleiterin Lisbeth Frederiksen. „Ich habe selbst eine Tochter, die bald auf den Arbeitsmarkt soll. Es ist doch supertoll, dass sie kontrollieren, dass niemand ausgenutzt wird“, sagt sie.

Kathrine Møller, Jugendberaterin bei der Gewerkschaft HK Sydjylland, beobachtet häufig, dass weder die Jugendlichen noch Arbeitgeber oder Eltern sich richtig auskennen. „Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dass man Lohn bekommt, wenn man in einer Probezeit ist oder dass man, wenn man krank wird, Geld bekommt“, sagt sie. Und wenn das nicht passiert – dann kann die Jobpatrouille der Gewerkschaften nicht viel ausrichten. Dennoch, meint Line Petersen, die in die Betriebe geht, dass die Maßnahme wirkt. Etwa, wenn sie mit Jugendlichen spricht, die sich nach einem ersten Treffen getraut haben, auch mal dem Chef auch mal ein Nein zu sagen. „Dann wissen wir, dass wir etwas erreicht haben“, so Petersen.

Noch in den kommenden beiden Wochen wird die Jobpatrouille unterwegs sein.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einseitige Grenzöffnung“