Leerstand

Immer mehr leerstehende Geschäftsräume

jrp
Apenrade/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Bürgermeister Thomas Andresen hat die Nachnutzung des ehemaligen Supermarkt-Gebäudes in der Fußgängerzone als Gesundheitshaus in Apenrade ins Spiel gebracht. Foto: Archiv

Trotz wirtschaftlichen Wachstums gibt es in den dänischen Innenstädten immer mehr leerstehende Geschäftsräume. Besonders in der Region Süddänemark ist das der Fall. Als Ursache dafür sehen Experten den Druck durch Internethandel und Einkaufszentren.

Fast jedes zehnte Geschäft ist seit 2008 aus den dänischen Innenstädten verschwunden. Das zeigt eine Erhebung durch ejendomstorvet.dk, dem Maklerportal für Gewerbe. Das Angebot an Geschäftsräumen ist im vergangenen Jahr um 120.000 Quadratmeter gestiegen – eine Erhöhung um ein Prozent.

„In erster Linie ist dies das Ergebnis der Verbrauchergewohnheiten. Es wird mehr Handel über das Internet betrieben. Obwohl der Großteil weiterhin in den Geschäften gekauft wird, wird in einigen Handelskategorien jedes fünfte Produkt über das Internet erworben. Damit sinkt der Bedarf von Geschäften“, erklärt Lone Rasmussen, Marketingchefin bei der Wirtschaftsorganisation Dansk Erhverv.

In Zukunft mehr Einkaufscentren

Zu den Waren, die bevorzugt im Internet gekauft werden, gehören Kleidung, Schuhe und elektronische Produkte. Außerdem sind viele Fotogeschäfte verschwunden, weil immer mehr Fotos mit dem Mobiltelefon gemacht werden und diese elektronisch gespeichert werden.

Für die Zukunft erwartet Jens Christian Petersen vom Institut für Centerplanung, dass sich der Einzelhandel verändern wird: mehr große Einkaufscentren und kürzere Einkaufsstraßen.

Im ganzen Land stehen zurzeit 1.641 Geschäfte entweder zur Miete oder zum Kauf zur Verfügung. Die meisten davon in den Regionen Süddänemark und Nordjütland.

Anteil der zur Miete oder zum Verkauf stehenden Geschäftsräume nach Regionen im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 1. Januar 2019:

Hauptstadt: Von 3,7 auf 4,3 Prozent

Seeland: Von 5,1 auf 6,8 Prozent

Süddänemark: Von 6,6 auf 7,9 Prozent

Mitteljütland: Von 5,7 auf 6,3 Prozent

Nordjütland: Von 6,7 auf 7,8 Prozent

Mehr lesen