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Passagieranzahl auf dem Kopenhagener Flughafen stagniert

Passagieranzahl auf dem Kopenhagener Flughafen stagniert

Passagieranzahl auf dem Kopenhagener Flughafen stagniert

Kopenhagen
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Der Flughafen Kopenhagen, das wichtigste Luftverkehrskreuz Nordeuropas, hat seit Jahren nur Zuwachs erlebt. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Passagiere überraschend um 0,1 Prozent. Foto: Københavns Lufthavn

Der Airport verzeichnete 2019 mit 30,3 Millionen Passagieren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Flughafenleitung macht Streiks und Konkurse von Fluglinien für den leichten Negativtrend verantwortlich – „Flugscham“ soll keine Rolle spielen.

Erstmals seit zehn Jahren kann der Kopenhagener Flughafen keinen Zuwachs bei der Zahl der Passagiere verzeichnen. Mit fast 30,3 Millionen Passagieren im zurückliegenden Jahr 2019 wurde gegenüber 2018 ein leichtes Minus von 0,1 Prozent verzeichnet.

2018 wurde Passagierrekord geknackt

Während man im Jahresbericht 2018 noch das historisch geschäftigste Jahr in neuerer Zeit feierte und der Airport auf Wachstum mit künftig bis zu 40 Millionen Passagieren jährlich setzte, wird die Stagnation in der am Montag veröffentlichten Übersicht zu den Verkehrszahlen des Flughafens mit den Worten umschrieben, dass der Passagierrekord 2018 „tangiert“ wurde.

Einen Rekord konnte der Kopenhagener Flughafen auch 2019 verzeichnen: Am 28. Juni wurden 109.408 Pasagiere gezählt. So viele wie nie zuvor an einem Tag. Foto: Københavns Lufthavn

„An 47 Tagen wurden mehr als 100.000 Passagiere an einem Tag registriert“, so die Mitteilung. Am 25. Juni 2019 habe es mit 109.408 abgefertigten Passagieren die historisch gesehen höchste Zahl Passagiere auf dem Airport gegeben.

Klimaschutz soll kein Grund für Wachstumsausbremsung sein

Von dem aus Schweden gemeldeten Rückgang im Luftverkehr aufgrund von Klimaschutzüberlegungen und „Flugscham“ der Menschen will man auf dem Flughafen in Kopenhagen nichts wissen.

Pilotenstreiks und Konkurse hatten Konsequenzen

„Dass sich die Zahl der Reisenden 2019 nicht erhöht hat, ist primär auf veränderte Flugpläne bei der Gesellschaft Norwegian, Konkursen wie bei Primera Air und WOV Air sowie Pilotenstreiks zurückzuführen“, so die Mitteilung von „Københavns Lufthavne“. Das habe zu einem Verlust von bis zu einer Million Passagieren geführt.

Dänischer Staat größter Anteilseigner

Das Unternehmen ist zu 39,2 Prozent im Besitz des dänischen Staates, 59,4 Prozent der Besitzanteile halten der dänische Pensionsfonds ATP und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Nur 1,3 Prozent sind im Besitz privater und institutioneller Investoren. Gegenüber „Danmarks Radio“ (DR) wurden Vermutungen zurückgewiesen, dass das Minus im dänischen Inlandsverkehr über Kopenhagen von 6,2 Prozent etwas mit gestiegenem Umweltbewusstsein der Bürger zu tun haben könnte. Die Zahlen der Linien in Europa erlebte ein Minus von 0,3 Prozent.

Die Zahl der Reisenden auf Langstreckenflügen, die mit dem höchsten Ausstoß von klimaschädigenden Abgasen verbunden sind, wuchs um 3,4 Prozent. Es wurde 2018 ein Gewinn in Höhe von 1,4 Milliarden Kronen vor Steuern erwirtschaftet. 2019 könnte er niedriger ausfallen, da die Flughafengebühren Ende 2018 zum Vorteil der Fluggesellschaften gesenkt worden sind.

Keine Flugverkehrsabgaben

Die dänische Regierung hat im Rahmen des Staatshaushalts 2020 auf Flugverkehrsabgaben wie in den Nachbarländern Norwegen, Schweden und Deutschland verzichtet. Auf dem zweitgrößten dänischen Flughafen Billund gab es 2019 ein deutliches Wachstum. Es wurden 1,46 Millionen Passagiere abgefertigt, 212.666 mehr als 2018.

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