Gesundheitswesen

Region Süddänemark ist Spitze bei der spezialisierten Demenzdiagnose

Region Süddänemark ist Spitze bei der spezialisierten Demenzdiagnose

Region Süddänemark ist Spitze bei der spezialisierten Demenzdiagnose

Kopenhagen
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Die richtige Demenzdiagnose ist auch wichtig für die weitere Behandlung und Pflege. Foto: Linda Kastrup / Ritzau Scanpix

Bei über 90 Prozent der Demenzpatienten in der Region Süddänemark wird die Diagnose von einem Facharzt gestellt. In anderen Regionen im Land sieht das ganz anders aus, geht aus einem Artikel in der international erscheinenden Fachzeitschrift „Journal of Alzheimer´s Disease“ hervor. Oft sind finanzielle Gründe dafür verantwortlich.

In der Region Süddänemark wird die Demenzdiagnose wesentlich häufiger von einem Spezialisten gestellt, als es in anderen Regionen des Landes der Fall ist. Das geht aus einem Bericht hervor, der in der renommierten international erscheinenden Fachzeitschrift „Journal of Alzheimer´s Disease“ veröffentlicht worden ist. .

90 Prozent in Süddänemark, 61 Prozent auf Seeland

In 90 Prozent der Fälle steht ein besonders ausgebildeter Demenzarzt hinter der Diagnose. In der Region Seeland beispielsweise sind es 61 Prozent der Diagnosen. Henrik Ullum, Vorsitzender des Verbandes „Lægevidenskabelige Selskaber“ meint, dass es oftmals an der finanziellen Situation in den Krankenhäusern liege, dass Ärzte die Diagnose stellen, die nicht spezialisiert seien. „Ein Patient mit Demenz ist komplizierter und damit teurer zu behandeln. Deshalb stellen die Abteilungen die Diagnose selbst, auch wenn die Grundlage nicht ganz eindeutig ist“, erklärt Ullum.

Nachteil Fehldiagnose und -behandlung

Der Nachteil für die Patienten ist, dass es manchmal zu Fehldiagnosen kommen kann. Das kann zu Fehlbehandlung führen. „Außerdem richtet sich auch die spätere Behandlung und Pflege nach der Art der Demenz“, erklärt Gunhild Waldemar, Leiterin des nationalen Wissenszentrums für Demenz am Reichshospital, die Wichtigkeit der richtigen Diagnose.

Nationales Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 mindestens 80 Prozent aller Demenzdiagnosen von Spezialisten vornehmen zu lassen. Und Henrik Ullum hofft, dass der Artikel für Aufmerksamkeit für das Thema sorgt, sodass „mehr auf Diagnosen von ausgebildeten Spezialisten wert gelegt wird“.

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