Neue Vereinbarung

Sjælsmark-Kinder können bis April 2020 ausziehen

Sjælsmark-Kinder können bis April 2020 ausziehen

Sjælsmark-Kinder können bis April 2020 ausziehen

Ritzau/kj
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Kinder und Eltern aus Sjælsmark demonstrieren, um die dänische Öffentlichkeit und Menschenrechtsorganisationen auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Familien mit Kindern können aus dem Ausreisezentrum Sjælsmark bis April 2020 ausziehen. Darauf haben sich die sozialdemokratische Regierung, Radikale Venstre, Einheitsliste und Sozialistische Volkspartei geeinigt.

Bis April nächsten Jahres sollten Familien das Sjælsmark-Ausreisezentrum verlassen können. Die sozialdemokratische Regierung und die unterstützenden Parteien, die Einheitsliste, die Sozialistische Volkspartei und die Radikale Venstre haben diesem Vorhaben zugestimmt. Dies teilte die Nachrichtenagentur Ritzau mit.

Bereits in einem von Regierung und den Parteien im Juni vereinbarten Papier wurde deutlich, dass die Kinder Sjælsmark verlassen sollen. Aber erst jetzt ist der Zeitpunkt festegelegt worden.

Neuer Ort unbekannt

Familien mit schulpflichtigen Kindern, die das Schuljahr bis zu dem Umzug beenden wollen, haben die Möglichkeit, bis zum Ende des Schuljahres zu bleiben. Die letzten Familien sollen bis Ende Juli ausgezogen sein, heißt es in der Vereinbarung.

Wohin die Familien umziehen sollen, ist noch nicht entschieden. Mit der Vereinbarung verpflichtet sich die Regierung jedoch, bis Dezember einen konkreten Standort vorzulegen.

Wir haben darauf gedrängt, dass dies so schnell wie möglich geschieht. Jetzt ist es uns gelungen, dass die Familien bis April ausziehen.

Carl Valentin

Carl Valentin, Sprecher der Sozialistischen Volkspartei, ist zufrieden mit dem Zeitplan. „Wenn sie morgen umziehen könnten, wäre das großartig. Aber einen neuen Platz zu finden, sich vorzubereiten und diese Schritte zu planen, ist kompliziert“, gab er gegenüber der Nachrichtenagentur bekannt. „Wir haben darauf gedrängt, dass dies so schnell wie möglich geschieht. Jetzt ist es uns gelungen, dass die Familien bis April ausziehen, und ich denke, das ist vollkommen in Ordnung“, fügte er hinzu.

Das Ausreisezentrum Sjælsmark ist ein Zentrum in Hørsholm auf Seeland, in dem abgelehnte Asylbewerber untergebracht sind. Viele Kinder leben mit ihren Eltern in diesem Zentrum. Ein Bericht des Roten Kreuzes hat ergeben, dass bei den Kindern große psychische Unzufriedenheit herrscht.

Bessere Bedingungen

„Wir haben kein Interesse daran, dass die Familien in Sjælsmark bleiben müssen. Sobald die Möglichkeit besteht, dass die Menschen umziehen, erhalten sie das Angebot“, sagte Außen- und Integrationsminister Mattias Tesfaye (Soz.) gegenüber „Politiken“. Die Vereinbarung wird auch sicherstellen, dass die Kinder bessere Bedingungen an dem neuen Ort erhalten. Laut Carl Valentin entsprechen die neuen Verhältnisse den Empfehlungen des Roten Kreuzes.

Zu den veränderten Bedingungen gehört unter anderem, dass eine flexiblere Verpflegung geschaffen werden muss. Es sollte Familien möglich gemacht werden, in ihren eigenen Häusern zu kochen und zu essen. Die Parteien sind sich auch einig, dass die neue Kindertagesstätte nicht von Zäunen umgeben sein sollte, da sie im Alltag der Kinder Unsicherheit schüren und hemmend wirken können.

Neuer Betreiber

Bisher betreibt „Kriminalforsorgen“ das Ausreisezentrum in Sjælsmark. Für das neue Ausreisezentrum wird ein anderer Betreiber gesucht: Bei der Auswahl des Betreibers wird der Schwerpunkt auf die Tatsache gelegt, dass das Fachpersonal Erfahrung mit Kindern in Ausnahmesituationen hat, heißt es in der Vereinbarung.

Insgesamt können sich laut „Politiken“ rund 220 Menschen darauf freuen, Sjælsmark durch die neue Vereinbarung zu verlassen – etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das dunkle Netz“