Haslev

Vergiftete Großfamilie: Keine Pilze gesammelt

Vergiftete Großfamilie: Keine Pilze gesammelt

Vergiftete Großfamilie: Keine Pilze gesammelt

cvt/Ritzau
Haslev
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Foto: Scanpix

Zwei seiner Kinder sind gestorben, zwei bekamen eine Lebertransplantation. Schon am Montag hatte die Familie ärztliche Hilfe gesucht, erst am Donnerstag kam sie ins Krankenhaus. Nein, sagt der Familienvater jetzt, die Familie habe keine Pilze gesammelt.

Die Großfamilie aus Haslev, die am 19. Oktober mit Vergiftungssymptomen ins Krankenhaus gebracht wurde, hat keine Pilze gesammelt, wie tagelang spekuliert wurde. Das hat der Familienvater jetzt in Politiken und TV Øst klargestellt. „Wir haben keine Pilze oder anderes in der Natur gesammelt. Warum sollten wir Pilze sammeln, wenn sie 13 Kronen bei Netto kosten?“, sagt Benjamin Lurhabaya zu TV Øst.

Damit weist er auch zurück, dass die Familie Grünen Knollenblätterpilz gegessen hat. Darüber war spekuliert worden. Elf Mitglieder der zwölfköpfigen Familie waren mit Vergiftungssymptomen am 19. Oktober eingeliefert worden. Zwei Kinder starben noch am selben Tag, zwei weitere Kinder wurden später Lebertransplantationen unterzogen.

Familie bat zuvor vergeblich um Hilfe

Laut Politiken und TV Øst, die die Darstellung der Familie wiedergaben, hatte die Familie schon Tage vor der dramatischen Zuspitzung nach Hilfe gesucht. Mehrfach sei der 112-Notruf angerufen worden, zwei Arztbesuche, ein Besuch im Krankenhaus Næstved und Anrufe bei der Kommune Faxe seien allesamt Ergebnislos geblieben.

Bereits am Montag ging es einigen Familienmitgliedern schlecht. Daraufhin ging die älteste Tochter zum Arzt. Am Dienstag wurde sie im Krankenhaus in Næstved untersucht. Die Ärzte diagnostizierten eine Mageninfektion, die Familie wurde nach Hause geschickt. Doch die Behandlung half nicht. Am Mittwoch rief die Familie einen Notarzt, der eine Behandlung gegen Blasenentzündung einleitete.

Am Donnerstagmorgen waren mehrere der Kinder in so schlechtem Zustand, dass der Vater den Notruf anrief. Bis auf den 18-jährigen Sohn wurde daraufhin die gesamte Familie, die vor zwei Jahren aus dem Kongo nach Dänemark geflüchtet war, ins Krankenhaus gebracht.

Polizei ermittelt – Kein Hinweis auf Straftat

Die Polizei von Südseeland und Lolland-Falster ermittelt in dem Fall, doch noch liegen keine Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen vor, die Hinweise auf die Todesursache der beiden Kinder geben können.

Nach Angaben der Beamten deute nichts darauf hin, dass kriminelle Vorgänge hinter den mutmaßlichen Vergiftungen stecken.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Stimme für die Tiere“