Flensburger Bahnhofswald

Investoren: Kein Baum wurde ohne Genehmigung gefällt

Investoren: Kein Baum wurde ohne Genehmigung gefällt

Investoren: Kein Baum wurde ohne Genehmigung gefällt

Julian Heldt/shz.de
Flensburg
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Haben eine turbulente Woche hinter sich: Die Flensburger Investoren Ralf Hansen (links) und Jan Duschkewitz. Foto: Benjamin Nolte

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Nach der Räumung des Bahnhofswaldes äußern sich nun die Investoren Ralf Hansen und Jan Duschkewitz.

145 Tage lang war ihr Grundstück an der Hauptpost besetzt. Am vergangenen Freitag rückten die beiden Flensburger Investoren Jan Duschkewitz und Ralf Hansen schließlich mit einer Forstfirma und einem privaten Sicherheitsdienst im Bahnhofswald an.

„Wir hatten eine Baugenehmigung und eine Fällgenehmigung. Die Forstarbeiter haben dann ihre Bautätigkeit begonnen. Weil wir befürchten mussten, dass sie diese nicht ohne Angriffe durch Aktivisten durchführen konnten, haben wir einen Sicherheitsdienst beauftragt“, erklärt Hansen.

In Kreisen der Besetzer wurde die Aktion am Freitagmorgen als eigenmächtige Räumung aufgefasst, sogar von einer Privatarmee war die Rede. „Wir haben nicht geräumt“, macht Duschkewitz klar. Ihm und Hansen sei es einzig und allein darum gegangen, die Bauarbeiten zu beginnen.

Den beiden Investoren lief nach der abgesagten Räumung im Januar die Zeit davon, denn nur bis zum 28. Februar dürfen sie auf ihrem Grundstück Bäume fällen.

Alles, was an dem besagten Freitag stattgefunden hat, wurde auf Basis der vorhandenen Genehmigungen durchgeführt. Wir haben uns an alle Richtlinien gehalten. Das haben wir in der Vergangenheit so gemacht und werden es auch in der Zukunft so machen.

Jan Duschkewitz

Auf Ersuchen der Stadt Flensburg räumte die Polizei schließlich am Wochenende den gesamten Bahnhofswald. Oberbürgermeisterin Simone Lange begründete den Einsatz mit der Ausgangssperre, die auch für die Waldbesetzer gelte.

Am Montagabend verließen die letzten Besetzer das Grundstück freiwillig. Was bleibt, sind verhärtete Fronten. Am Sonntag ging ein Firmenwagen von Duschkewitz am Alten Gymnasium in Flammen auf.

„Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir es gut finden würden, wenn wir uns nicht jeden Tag in unterschiedlichen Pressemitteilungen in allen Facetten mitteilen, was wir von dem anderen halten“, so Hansen. Meinungsverschiedenheiten sollten auf Grundlage geltender Gesetze ausgetragen werden.

Wenn der BUND einen Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt hat, ist dies der richtige Rahmen. Dazu werden wir uns äußern und die dafür zuständigen Stellen werden es dann zu bewerten haben.

Ralf Hansen

Aus Sicht der Investoren wäre der Einspruch des BUND gar nicht nötig gewesen. Man werde die geforderten Gutachten zur Quelle und Hangstabilität einholen und erst dann mit dem eigentlichen Bau des Hotels beginnen. „Die Baugenehmigung hat wie jede Baugenehmigung Auflagen. Diese müssen jetzt erfüllt werden“, so Hansen.

Mit der Fertigstellung des InterCity-Hotels wird Ende 2022 gerechnet. Wichtig ist Hansen und Duschkewitz zu betonen, dass die Aktion am Freitag nicht illegal war. „Es gab sämtliche Genehmigungen, die sogar schriftlich im Rucksack dabei waren“, erklärt Duschkewitz.

Kritik hatte es am Vorgehen der Investoren auch deshalb gegeben, weil die beauftragte Forstfirma mehrere Bäume am Hang zur Bahnhofsstraße zunächst nur ringeln ließ. Durch das Einschneiden wurde die Wasserzufuhr unterbrochen, der Baum wäre in kurzer Zeit abgestorben.

Für die besagten Bäume hätten Fällgenehmigungen vorgelegen, sagen die Flensburger Geschäftsleute.

Alle Bäume, die gefällt werden durften, sind gefällt worden – nicht ein einziger Baum mehr.

Ralf Hansen

Der eigentliche Wald stehe nach wie vor. „Da hat keiner einen Fuß reingesetzt“, so Duschkewitz. Der Bahnhofswald soll später im Rahmen des Parkhausbaus entwidmet, jedoch nicht gerodet werden.

Zu Beginn der Arbeiten am Freitag war auch ein Baumhaus abgestürzt. Zuvor habe man jedoch überprüft, welche Baumhäuser tatsächlich auch bewohnt wurden, so Hansen.

Alle Partner wollten jeden rechtlichen und genehmigungsrechtlichen Schritt im Vorwege abgeklopft wissen.

Jan Duschkewitz

Mögliche Klagen der Verwaltung sehen die beiden Investoren entspannt. „Wenn Frau Lange und die Verwaltung der Auffassung sind, uns zu verklagen, dann stellen wir uns dem selbstverständlich. Entweder gibt es für die Klage einen Anlass oder wir können den Anlass entkräften. Es macht keinen Sinn, dass alle medial verbreiten, was der andere für ein Bösewicht ist. Wir sehen keine Versäumnisse“, erklärt Hansen.

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