AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST

Fast 20.000 Wildschweine in Schleswig-Holstein erlegt

Wolfgang Blume
Kiel
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Ein Wildschwein-Frischling. Foto: DN-Archiv

Es ist ein Jagdrekord im Zeichen der Afrikanischen Schweinepest. Doch auch die Population wächst dank guter Bedingungen.

Die Jäger in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jagdjahr ganze Arbeit geleistet: Exakt 18.739 Wildschweine haben sie zur Strecke gebracht. Rekord. Weitere 640 Tiere starben den Straßentod, 124 Wildschweine wurden tot gefunden und waren verendet, teils durch unbekannte Ursachen. Auch bundesweit haben die Jäger nach einem vorläufigen Ergebnis des Deutschen Jagdverbandes mit über 820.000 erlegten Wildschweinen in der Saison 2017/18 eine Rekordstrecke hingelegt.

Die gute Nachricht dabei: Die gefürchtete Afrikanische Schweinepest (ASP) ist im nördlichsten Bundesland wie in ganz Deutschland noch nicht aufgetreten. Gleichwohl habe die Ausbreitung dieser für den Menschen zwar ungefährlichen, umso mehr aber für Zuchtschweine tödlichen Seuche stark zur Intensivierung der Jagd beigetragen. „Unser Verband und das Landwirtschaftsministerium haben ja auch massiv informiert“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein in Flintbek bei Kiel. Zudem sei das Jagdrecht bezogen auf Schwarzwild wegen der Pest gelockert worden.

Bislang grassierte die Krankheit vor allem in Osteuropa. Doch jüngst haben Behörden die ASP bei zwei verendeten Wildschweinen in Belgien festgestellt, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. „Nach dem jüngsten Fall in Bulgarien ist das ASP-Virus jetzt offensichtlich in Westeuropa angekommen und hat hunderte Kilometer in wenigen Tagen überwunden“, sagt Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in Berlin.

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