Treffen mit Daniel Günther

Minderheit erhält Unterstützung aus Schleswig-Holstein

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Minderheit erhält Unterstützung aus Schleswig-Holstein

Nordschleswig/Kiel
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung Bernd Fabritius und Botschafter Detlev Rünger trafen sich Sonnabend mit Vertretern der deutschen Minderheit im Sekretariat in Kopenhagen. Foto: Hasse Ferrold

Daniel Günther hat am Sonnabend die „Botschaft“ der deutschen Minderheit in Kopenhagen besucht. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein sicherte unter anderem bereits zu, als Festredner zum Deutschen Tag im November nach Nordschleswig zu kommen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sicherte der deutschen Minderheit in Dänemark seine Unterstützung in ihrer weiteren Arbeit zu. In Verbindung mit einem Besuch im Sekretariat der Minderheit in Kopenhagen – laut dem neuen Sekretariatsleiter Harro Hallmann sozusagen die Botschaft der Minderheit – schaute der Ministerpräsident mit Zuversicht auf eine kommende dritte Finanzabsprache mit den Nordschleswigern, zudem wolle sich auch für die Nachratifizierung der Sprachencharta auf dänischer Seite einsetzen.

Bei dem 75-minütigen Treffen am Rande der „Genforenings“-Feierlichkeiten in Kopenhagen – Daniel Günther hatte am Freitagabend an der 2020-Auftaktgala im Königlichen Theater teilgenommen und sich sowohl mit Königin Margrethe als auch Regierungschefin Mette Frederiksen getroffen – drückte Günther seine Freude darüber aus, dass Frederiksen in ihrer Festrede „die Minderheiten direkt und positiv“ angesprochen hatte.

„Das war eine große Geste der Staatsministerin“, sagte Günther dem „Nordschleswiger“.

Deutsch-dänisches Freundschaftsjahr

Neben dem dänischen Genforenings-Jubiläum – die Feierlichkeiten anlässlich der Grenzziehung 1920 und der damit verbundenen Vereinigung Nordschleswigs mit Dänemark – sei 2020 auch ein deutsch-dänisches Freundschaftsjahr, an dem sich Deutschland und Schleswig-Holstein zu beteiligen wüssten. Im nördlichsten Bundesland werde es dazu 2020 um die 100 Veranstaltungen geben. In Dänemark gar über 1.000.

Daniel Günther wird 2020 viel im Grenzland und in Dänemark unterwegs sein. Unter anderem macht er mit Landtagspräsident Klaus Schlie und dem Minderheitenbeauftragten Johannes Callsen eine Tour durch die Region. Außerdem bestätigte Günther seine Zusage, beim Deutschen Tag der Minderheit im November in Tingleff die Festrede zu halten.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther begrüßt den neuen Kopenhagener Sekretariatsleiter Harro Hallmann in der Peder Skrams Gade. Hinter Günther reihen sich unter anderem Botschafter Detlev Rünger und der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung Bernd Fabritius an. Foto: Hasse Ferrold

Gespräch mit Minderheitenvertretern

In dem Gespräch mit Minderheitenvertretern, darunter der Hauptvorsitzende es Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, BDN-Generalsekretär Uwe Jessen, Sekretariatsleiter und BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann sowie BDN-Kulturausschussvorsitzende Marion Petersen und dem Vorsitzenden der Schleswigschen Partei, Carsten Leth Schmidt, versprach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident außerdem, die Minderheit in ihren Bemühungen für die Nachratifizerung der europäischen Sprachencharta zu unterstützen.

Die Sprachencharta sichert Minderheiten gewisse Rechte zu. In Deutschland sei die Arbeit bereits eingeleitet worden, und eine Gleichzeitigkeit im Umgang mit den Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland sei anstrebenswert.

An dem Gespräch nahm neben dem deutschen Botschafter in Dänemark, Detlev Rünger, auch der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung, Bernd Fabritius, teil. Auch er sicherte der Minderheit in diesen Fragen Unterstützung zu und wünsche sich, dass das Momentum im deutsch-dänischen Grenzland in Verbindung mit den 2020-Feierlichkeiten auch bundes- und europaweit genutzt wird, um auf die Situation der Minderheiten aufmerksam zu machen.

Unesco-Bewerbung und wichtige 2020-Termine

Weitere Themen, die angesprochen wurden, waren die Unesco-Bewerbung des deutsch-dänischen Minderheitenmodells durch Dänemark und Deutschland, sowie die wichtigsten 2020-Termine und Kulturhighlights in der Minderheit bei der die Deutschen in Nordschleswig auf „hohen Besuch“ von sowohl dänischer als auch deutscher Seite hoffen.

Darunter ist das Knivsbergfest im Juni bei dem die deutsche Minderheit ihr 100-jähriges Bestehen feiert, die Eröffnung des neuen Deutschen Museums in Sonderburg im Juli, sowie dem Deutschen Tag im November bei dem das 75-jährige Bestehen des Bundes Deutscher Nordschleswiger gefeiert werden soll.

„Ich finde es eine große Wertschätzung unserer Arbeit und unseres Sekretariats in Kopenhagen, dass der Ministerpräsident uns besucht“, freute sich Hinrich Jürgensen.

Noch ein Kopenhagen-Termin

Daniel Günther und Bernd Fabritius sowie weitere Vertreter aus Schleswig-Holstein, aus der Minderheit und aus Nordschleswig nehmen Sonntagmorgen noch gemeinsam mit unter anderem Königin Margrethe an einem Gottesdienst anlässlich des „Genforeningen“ in der Kopenhagener Vor Frue Kirke teil.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung Bernd Fabritius und Botschafter Detlev Rünger trafen sich Sonnabend mit Vertretern der deutschen Minderheit im Sekretariat in Kopenhagen. Sekretariatsleiter Harro Hallmann (links) sprach die aktuellen Herausforderung der deutschen Minderheit in Nordschleswig an. Foto: Gwyn Nissen
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Leserbrief

Helge Poulsen
„Kommunikationschefens manøvrer og dagsordener“