Quarantäne

Statt Einsamkeit und Sorge Bewegung und positive Gedanken

Statt Einsamkeit und Sorge Bewegung und positive Gedanken

Statt Einsamkeit und Sorge Bewegung und positive Gedanken

Anna-Lena Schiemann
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Nur eine Idee, wie man sich und anderen in der Coronakrise Gutes tun kann: einfach mal einen Freund anrufen Foto: Dustin Belt/Unsplash

In der letzten Zeit hören wir es fast jeden Tag: „Deine Isolation hilft Anderen.“ Oder auch: „Wir alle sind in der sozialen Verantwortung.“ Was aber, wenn eben genau diese Isolation für den Einzelnen zur Zerreißprobe wird?

Etwas, was schon Kinder wissen, ist: Je länger man auf etwas wartet, desto langsamer vergeht die Zeit. Diese Überlegung ist derzeit wahrscheinlich in vielen Leben präsent. Bei Einigen kommen dann auch noch Sorgen und Ängste hinzu, die schnell im Alltag überhandnehmen können.

Um dies zu vermeiden, hier ein paar Ratschläge und Tipps:

Schaffe Routinen

Der Alltag vieler Menschen folgt einem festen Plan, an dem sie sich orientieren und festhalten können. Wenn dieser Plan plötzlich wegbricht, kann es schnell passieren, dass das tägliche Leben unkoordiniert und chaotisch wird. Darunter leidet in einigen Fällen die menschliche Psyche. Schaffe dir also einen festen Tagesplan und lass ihn zur Routine werden. In diesem Plan können auch Pausen vermerkt sein, oder eben „nichts tun“. Es geht vor allem darum, dass du eine Orientierung für deinen Alltag schaffst.

Wenn der gewohnte Tagesablauf wegfällt, kann es helfen, sich eine Routine aufzuschreiben. Foto: Glenn Carstens-Peters/Unsplash

Halte den sozialen Kontakt

Vielen Menschen fällt es schwer, ohne den täglichen sozialen Kontakt mit anderen Menschen zu leben. Schaffe deswegen in deiner Routine Zeit für den Austausch. Egal, ob du dir eine Stunde Zeit nimmst, um mit Freunden zu chatten, in den sozialen Medien unterwegs zu sein, oder deine Eltern anzurufen, geh mit dieser Zeit bewusst um. Und selbst wenn dir der „soziale Entzug“ nicht so schwer fällt, gibt es in deinem Umfeld sicher Menschen, die sich damit schwer tun. Mach ihnen doch eine Freude, schreib ihnen eine Nachricht oder ruf sie an.

Rede mit anderen über deine Sorgen

Es ist nie gut, seine Sorgen in sich reinzufressen. Dadurch werden sie nur noch größer und mächtiger. Wenn du deine Sorgen teilst, erscheinen sie oft gar nicht mehr so bedrohlich – du kannst vielleicht sogar schneller eine Lösung für sie finden. Scheue dich auch nicht, Hilfe anzunehmen. Das Gefühl, nicht allein zu sein, kann dir in vielen Situationen weiterhelfen.

Ob Chatten über den Laptop oder ein Anruf per Telefon: Mit anderen zu reden, kann helfen. Foto: Jens Kreuter/Unsplash

Kontrolliere deine negativen Gedanken

Mit steigenden Infektionszahlen, widersprüchlichen Meinungen zu den Maßnahmen und sozialer Isolation kann es schnell passieren, dass du in eine Spirale aus negativen Gedanken fällst. Das ewige „Was wäre wenn?“ geht dir nicht mehr aus dem Kopf. Das kann zur Gefahr werden. Deswegen solltest du in deiner Tagesroutine Raum für deine Befürchtungen schaffen. Nimm dir jeden Tag bewusst zehn bis zwanzig Minuten „Sorgenzeit“. Auf diese kurze Zeitspanne kannst du dann all deine negativen Gedanken schieben. Und wahrscheinlich ist in dem Moment, in dem du dir dann bewusst Sorgen machst, die Hälfte deiner Besorgnisse gar nicht mehr so schlimm.

Bleib positiv, erinnere dich an deine innere Stärke

In deinem Leben gab es sicher schon einige schwierige Situationen. Erinnere dich: wie hast du diese überstanden? Was hat dir in diesen Situationen geholfen und ist das auf die jetzige Situation übertragbar? Sei aber vor allem stolz auf dich, dass du diese schwierigen Momente überstanden hast und mach dir damit Mut. Denn wer all das übersteht, übersteht auch die derzeitige Lage.

Außerdem: Überleg nicht die ganze Zeit, was du jetzt alles nicht machen kannst, sondern vielmehr, was du schon immer mal machen wolltest, für das du aber nie Zeit hattest. Was kannst du jetzt mit der „überschüssigen“ Zeit alles Tolles tun?

Versuche in der derzeitigen Situation zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen.

Über-informiere dich nicht

Während auf jedem Fernseher eine Sondersendung zu Corona läuft, tickert dein Handy alle fünf Minuten News aus Dänemark, Italien oder den USA. Im Radio lief gerade noch dein Lieblingslied, doch jetzt kommen die Nachrichten, oberstes Thema? Natürlich Corona. Bei so vielen Informationen fällt es leicht, den Überblick zu verlieren, und sich dadurch noch mehr Sorgen zu machen.

Es reicht völlig aus, wenn du dich ein Mal oder ein paar Mal am Tag über die neuesten Nachrichten informierst.

Viele Sportkurse können kostenlos im Internet gefunden und problemlos Zuhause durchgeführt werden. Foto: Sebastian Pociecha/ Unsplash

Bleib aktiv und kümmere dich um dich

In Zeiten wie diesen fällt es leicht, sich einfach den ganzen Tag vor den Bildschirm zu setzen. Viele Streaming-Anbieter haben jetzt Sonderangebote, Filmstudios bringen ihre Filme früher raus. Doch Experten warnen schon seit Jahren vor einer „Inaktivitäts-Pandemie.“ Jährlich sind 9% der Todesfälle auf Inaktivität und deren Folgen zurückzuführen. Also klar kannst du mal einen Filmmarathon machen - aber geh vielleicht dafür den nächsten Tag eine Stunde länger spazieren. Falls du nicht rausgehen willst oder darfst, finden sich im Internet auch zahlreiche Anbieter für kostenlose Workouts, Yogasessions oder andere sportliche Angebote.

Und klar ist es auch mal okay, zur Zeit vielleicht etwas ungesunder zu essen, oder sich mal einen Tag später zu duschen. Doch lass deinen inneren Schweinehund nicht gewinnen. Denn ebenso wie du die Verantwortung für alle anderen hast, hast du sie auch für dich und deinen Körper.

Sprich Probleme direkt an

Wenn man zur Zeit mit der Familie oder dem Partner viel aufeinander hockt, kann es schneller als sonst zu Missverständnissen und Streit kommen. Ganz wichtig: Konflikte sind in diesen Zeiten unvermeidbar. Keiner erwartet von dir, dass jetzt gerade alles perfekt läuft. Wichtig ist in diesen Momenten aber auch, dass du Probleme direkt ansprichst, sei es mit deinem Partner, deinen Eltern oder deinen Kindern. Denn wenn du deinen Ärger in dich reinfrisst, werden die Konflikte nur noch größer.

Schäme dich nicht für deine Angst

Nur weil manche Menschen die Lage als nicht so ernst und bedrohlich empfinden wie du, heißt das nicht, dass deine Sorgen nicht berechtigt sind. Jeder geht unterschiedlich mit Krisensituationen um. Während der eine sie lässig abwinkt, wird der andere schnell nervös. Solange du deine Angst und Sorgen nicht überhandnehmen lässt, sondern versuchst, gegen sie anzukämpfen, gibt es nichts, wofür du dich schämen müsstest.

Mehr lesen