Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Kopenhagen
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Der zweitgrößte Flughafen Dänemarks braucht eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, meint die Dänische Volkspartei (DF) Foto: Billund Lufthavn

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börsenbericht

Die gute Stimmung an den europäischen Börsenmärkten hat sich am Dienstag an der Kopenhagener Leitbörse nur minimal ausgewirkt: Der C25-Cap-Index stieg um 0,1 Prozent und notierte am Abend bei 1.149,77 Punkten. Gewinner des Tages war Schmuckkonzern Pandora, die Wertpapiere legten um 2,3 Prozent auf 292,60 Kronen zu. Aktieneigner von Genmab verloren im Dienstagshandel Geld, pro Anteilsschein 1,9 Prozent auf 1.127 Kronen.

Zugkatastrophe: 20-Jähriger angeklagt

Ein 20-Jähriger, der nach dem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt getötete Passagiere filmte und fotografierte, muss sich vor Gericht verantworten. Dies berichtet fyens.dk. Aus der Anklageschrift geht laut fyens.dk hervor, dass der junge Mann selbst in dem Zug saß, der am 2. Januar auf der Brücke verunglückte. Kurz nach dem Unglück hatte der 20-Jährige Bilder und Videos von getöteten Personen aufgenommen. Dies verstößt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nach Paragraph 264 d gegen die Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen. Diese Aufnahmen hatte der Angeklagte an verschiedene Medien und an zwei Bekannte geschickt. Die Verhandlung vor dem Svendborger Gericht soll am 1. Mai beginnen. Der Mann bestreitet die Taten.

Qualifizierung in der Notruf-Zentrale

Die zentrale Notruf-Zentrale der Region Süddänemark erhält nach einem Bericht von Jydske Vestkysten 400.000 Kronen jährlich für die Qualifizierung von Mitarbeitern. Konkret geht es darum, bei eingehenden Notrufen zu entscheiden, ob ein Rettungswagen gesendet wird, und ob es sich um eine Einsatzfahrt mit Sonderrechten handelt. Bisher hat es laut der Zeitung keine feste Routine zum nachträglichen Durchgang eingegangener Notrufe gegeben. Nun soll ein neuer Mitarbeiter künftig die auf Band aufgezeichneten Gespräche gemeinsam mit den Telefonisten in der Notruf-Zentrale durchgehen und prüfen, ob Entscheidungen verbessert werden können.

Feuerexperte vermisst modernen Brandschutz in historischen Gebäuden

Nach dem Brand von Notre Dame in Paris weist Bjarne Nigaard, Sekretariatschef der Bereitschaften Dänemarks (Danske Beredskaber), auf das Fehlen eines Gesamtplans hin, wie historische Bauten in Dänemark vor Bränden geschützt werden können. Seiner Erfahrung nach wurde in vielen Fällen nach Fertigstellung der Gebäude nichts mehr dafür getan, die Brandsicherheit zu erhöhen. Diese sei aber nicht immer ausreichend, so Nigaard, der in diesem Zusammenhang auf den Brand des Svinkløv Badehotels im Jahr 2016 hinweist. Die Bereitschaften Dänemarks stünden aber, so Nigaard, mit den Eignern einer Reihe von geschützten Bauten im Dialog mit dem Ziel, den Brandschutz auf freiwilliger Basis zu erhöhen. Man schaue dabei auf Norwegen, das eine nationale Brandvorbeugungsstrategie entwickelt habe.

Aarhus-Stadtteil Gellerup brannte lichterloh

Die Feuerwehr in Aarhus hatte in der Nacht zum Dienstag alle Hände voll zu tun. „Überall, wo wir hinschauten, brannte es", sagte Anders Brix Christensen von der Feuerwehr Aarhus nach einer Nacht mit unzähligen Kleinbränden in Containern sowie eine Handvoll Autobränden.

Um 23.20 Uhr wurde ein Containerbrand gemeldet, doch als die Feuerwehrleute ankamen, mussten sie gleich Verstärkung anfordern. Weitere Feuerwehrleute wurden außerdem für den Dienst eingezogen. „Zwei Stunden lang sind wir in Gellerup herumgefahren und haben einen Brand nach dem anderen gelöscht", erklärt Brix Christensen.

Danach war die Feuerwehr weitere eineinhalb Stunden im Einsatz. „Es besteht kein Zweifel daran, dass es Brandstiftung war. Es waren viele Leute auf den Straßen, und die Polizei hat vor Ort Gruppen mit jungen Menschen angesprochen." Die Polizei wurde vereinzelt mit Feuerwerkskörpern beworfen, was an Szenen aus der Nacht zuvor in Kopenhagen erinnerte. Die Polizei möchte sich zu möglichen Motiven allerdings noch nicht äußern. Es kam im Laufe der Nacht zu einer Festnahme.

Verkehr: DF hält an Billund-Bahn fest

Die Dänische Volkspartei (DF) machte in Verbindung mit dem Verkehrswegeplan in Sachen Umgehungsstraße bei Mariager einen Rückzieher. Statt einer teuren Lösung für fast 400 Millionen Kronen, soll jetzt „nur" eine kleine Umgehungsstraße für 80 Millionen Kronen gebaut werden. An einem weiteren Projekt, das von Verkehrsexperten als „gesellschaftlich wertlos" bezeichnet wurde, hält DF allerdings fest: Die Bahnverbindung zum Flughafen Billund bleibt im Plan, sagte DF-Chef Kristian Thulesen Dahl dem TV-Sender TV Syd. Und das, obwohl ein örtliches Stadtratsmitglied der Partei, Karl Erik Lund, Vejle, die Bahnstrecke gegenüber Radio 24syv als „verrückt" bezeichnete.

„Die Billund-Bahn ist eine gute Idee", sagte Thulesen Dahl. „Der Flughafen hat 3,5 Millionen Passagiere und innerhalb der nächsten zehn Jahre werden es sieben Millionen sein. Da ergibt es Sinn, das man einen Teil dieser Passagiere mit dem Zug dorthin bringt. Wir investieren massiv in Zug- und Metroverbindungen zum Flughafen in Kopenhagen, und ich finde, dass auch der zweitgrößte Flughafen Dänemarks eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben sollte."

Vererbte Herzschwäche: Genmutation lässt sich mit Test feststellen

Herzschwäche und daraus oftmals resultierende schwerwiegendere Erkrankungen des Herzens sind meist eine innerhalb der Familie vererbte Erkrankung. Eine dänische Forschergruppe am Universitätskrankenhaus in Odense hat nun herausgefunden, dass Mutationen in einem bestimmten Teil der Erbanlagen dafür verantwortlich sind. Mit Tests lässt sich jetzt feststellen, wer eine solche Genmutation in sich trägt. Dadurch kann frühzeitig eine Behandlung begonnen und spätere, schwere Erkrankungen des Herzens vermieden werden.
Die Studie wurde kürzlich in der angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift „Circulation: Heart Failure" veröffentlicht. Von 2011 bis 2017 wurde sie in den Herzzentren in Odense, Aarhus und Aalborg an 111 Bürgern durchgeführt.

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