Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Eine politische Mehrheit will, dass Fährfahrten weiter günstig beiben. Foto: Sigrid Nygaard / Information / Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

E-Roller: Fluch oder Segen?

Wie eine Epidemie haben sich die elektrischen Tretroller in den vergangenen Monaten in den Städten Dänemarks und Europas ausgebreitet. Mehrere Anbieter lassen Kunden preisgünstig mit den E-Rollern fahren – und sie dann dort abstellen, wo sie nicht mehr gebraucht werden. In den Kommunen des Landes wird derzeit nicht nur die Sicherheitsfrage gestellt – denn Kontrollen zeigten, dass die Roller häufig alkoholisiert benutzt werden und viele Fahrer keine oder kaum Rücksicht auf die Straßenverkehrsordnung nehmen. Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) will jetzt auch klären lassen, ob die Transportmittel überhaupt eine positive Öko-Bilanz haben. Ihre Lebensdauer ist nämlich sehr begrenzt.

Forscher suchen Salmonellenquelle

23 dänische Bürger sind an einem seltenen Salmonellen-Typ erkrankt. Experten des Nationalen Seruminstituts und der Lebensmittelbehörde sind nun auf der Suche nach dem Auslöser. Die erkrankten Personen kommen aus verschiedenen Teilen des Landes. 13 Frauen und 10 Männer sind betroffen. „Es handelt sich um einen Typ, den wir nicht oft sehen – vielleicht zwei- bis fünfmal im Jahr. Wenn also 23 Fälle in einem Monat auftreten, ist dies durchaus eine ungewöhnliche Situation“, so Forscher Steen Ethelberg vom Seruminstitut. Durch Gespräche mit den Erkrankten erhoffen sich die Forscher, die Quelle bald ausfindig zu machen. Insgesamt gibt es rund 2.000 unterschiedliche Salmonellen-Typen. Im vergangenen Jahr gab es 1.067 Fälle der Lebensmittelvergiftung in Dänemark.

Nachrichtendienst griff unerlaubt Daten ab

Dem dänischen Nachrichtendienst des Militärs (FE) wird vorgeworfen, sich unerlaubt Zugriff zu Personendaten von Bürgern verschafft zu haben. Das zeigt eine Untersuchung des unabhängigen Kontrollorgans TET. Eine Überprüfung von FE-Aktionen aus dem Jahr 2018 ergab laut Nachrichtenagentur Ritzau, dass in 13 Prozent der Fälle unberechtigte Daten für Ermittlungen genutzt wurden. Bereits im vergangenen Jahr kam TET zu dem Ergebnis, dass der Nachrichtendienst nicht immer im Rahmen des Erlaubten agierte.

Denkfabrik: Udbetaling Danmark sammelt unerlaubt Daten

Einer Untersuchung der Denkfabrik „Justitia“ zufolge sammelt die Behörde Udbetaling Danmark unnötigerweise Daten von Millionen Bürgern. „Udbetaling Danmark ist im Besitz von Informationen vieler Bürger, ohne dass diese zugestimmt haben – und ohne dass es einen konkreten Grund dafür gibt. Dies steht im Konflikt mit dem Recht der Bürger auf Privatsphäre und deren Recht auf den Schutz ihrer Daten“, so die Vizedirektorin von Justitia, Birgitte Arent Eiriksson, zur Zeitung „Information“. 2018 wurden laut „Information“ von Udbetaling Danmark Daten von insgesamt 2,8 Millionen Leistungsempfängern gesammelt. Dabei handelt es sich um Personen, die sowohl Geld von den Kommunen als auch vom Staat erhalten. Dazu zählen beispielsweise Empfänger von Krankentagegeld oder SU.

Neue Umweltministerin hält an Insektizid fest

Die sozialdemokratische Umweltministerin Lea Wermelin will kein Totalverbot gegen hochwirksame Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide aussprechen. Und das, obwohl ihre Partei, als sich diese noch in der Opposition befand, die damalige Venstre-Regierung stark dafür kritisiert hatte, nichts gegen die Verbreitung des Giftes zu tun. In einer schriftlichen Stellungnahme sagte die Ministerin nun, dass es keine Änderung der gängigen Praxis geben werde. Das Sprühmittel ist in der EU verboten, allerdings ist es in Dänemark möglich, Ausnahmeanträge zu stellen. Forscher haben herausgefunden, dass das Insektizid vor allem dem Nerven- und Orientierungssinn von Bienen schadet, wodurch der Bestand von Wildbienen in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen ist.

Mehrheit will günstige Fährtickets sichern

Eine Mehrheit der Parlamentsparteien will die Subventionen, die für günstigere Fährtickets zu den kleinen dänischen Inseln sorgen, dauerhaft aufrechterhalten. Das berichtet Danmarks Radio. 30 dänische Inseln bekamen 2016 einen Zuschuss vom Folketing, womit sie die Fährfahrten für ihre Kunden günstiger machen konnten. Wird dieser Zuschuss jetzt gestrichen, können die Inseln die günstigen Preise nicht mehr das ganze Jahr über anbieten. Das wollen Venstre, Dänische Volkspartei, Sozialistische Volkspartei, Einheitsliste, Konservative, die Alternativen und die Neuen Bürgerlichen verhindern. „Das Projekt ist ein großer Erfolg für die Inseln. Es ist wichtig, dass wir es fortsetzen“, so der Sprecher für Transportpolitik, Henning Hyllested (Einheitsliste), zu Danmarks Radio.

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