Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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In Sachen Gleichstellung hinkt Dänemark seinen Nachbarn hinterher. Foto: Kevin Shakir/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Kommission für Bemessung der Sozialleistungen

Kopenhagen Beschäftigungsminister Peter Hummelgaard (Soz.) hat die neue Kommission präsentiert, die herausfinden soll, wie hoch künftig die soziale Versorgung in Dänemark ausfällt. Das soziale Sicherheitsnetz, das Fundament des dänischen Wohlfahrtsstaates, stehe unter Druck, so der Minister. Der Preis der Deckelung der Sozialleistungen durch die frühere Regierung sei sehr hoch gewesen. Zu hoch für die mitbetroffenen Kinder, so Hummelgaard. Die Lösung sei aber nicht, die Deckelung zu streichen, ohne sie durch etwas Neues zu ersetzen. Leiter der Kommission wird Professor Torben Tranæs. Er ist Vorsitzender des Institutes für Sozialforschung VIVE und Mitglied des Rates der Wirtschaftweisen. Weitere Mitglieder sind die Ex-Sozialministerin, die Bürgermeisterin von Helsingør, Benedikte Kiær (Kons.) und die Ex-Ministerin Jytte Andersen sowie Wissenschaftler. hee

 

Börsenbericht

Kopenhagen Nach einem ruhigen Handelsverlauf an der Kopenhagener Börse schloss der Leitindex C 25 am Dienstag nach einem Rückgang von 0,2 Prozent bei 1.254,59. Gefragr waren bei den Investoren Bankaktien. Die Aktie von Danske Bank stieg um 1,6 Prozent. Jyske Bank war Gewinner des Tages mit 4,9 Prozent im Plus. Abwärts ging es u. a. für die Aktie von Novozymes, eine deutsche Bankriet zum Aktienverkauf. Ritzau

 

Mordanschlag im Krankenhaus – Haftstrafe für Sonderburgerin

Wegen versuchten Mordes hat das Gericht in Sonderburg am Dienstag eine 65-jährige Frau zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Anwältin der Verurteilten kündigte an, in Berufung zu gehen. Nach Auffassung des Gerichts hatte die Frau versucht, ihren Ehemann mittels eines Parkinson-Medikaments, das muskelentkrampfend wirkt, zu töten. Sie verabreichte das Medikament Baclofen, von dem sie einen großen Vorrat hatte, in hohen Dosen, als der Mann in verschiedenen Krankenhäusern lag. Der 74-Jährige fiel mehrmals ins Koma und befand sich ebenso mehrfach in akuter Lebensgefahr.

 

Vater der Aarhuser Findelkinder vermutlich im Ausland

Der mutmaßliche Vater der beiden kleinen Kinder, die am Sonnabend allein im Zentrum von Aarhus aufgefunden wurden, ist offenbar gefunden. Es handelt sich um einen 34-jährigen Afghanen, der sich, wie die Mutter auch, wahrscheinlich nicht mehr in Dänemark aufhält. Dies teilte die Polizei mit. Am Montag hatte die Polizei die Großmutter väterlicherseits festgenommen. Sie wird beschuldigt, die Kinder im Stich gelassen zu haben. Die Frau befindet sich wieder auf freiem Fuß. Die beiden anderen Personen, die die Polizei festnahm, ein 33-jähriger Mann, offenbar ein Onkel der Kinder, und eine 25-jährige Frau, haben laut Polizei keine Straftaten begangen. Die Frau hielt sich illegal in Dänemark auf und hat nun Asyl beantragt. Unklar ist noch, warum die Kinder allein gelassen wurden.

 

3.585 Adressen in Dänemark bekommen schnelleres Internet

Der „Breitband-Topf“ der Regierung ist ausgeschüttet worden. 102 Millionen Kronen wurden verteilt. Knapp ein Drittel des Geldes fließt nach Süddänemark.„Es ist wesentlich für den Zusammenhang unserer Gesellschaft in Dänemark, dass wir überall im Land wohnen und arbeiten können. Dabei spielt die digitale Autobahn weiterhin eine große Rolle. Aus diesem Grund freue ich mich, dass wir mit dem Breitband-Topf noch mehr Menschen dabei helfen können, Zugang zu schnellem Internet zu bekommen“, so Energie- und Versorgungsminister Dan Jørgensen (Sozialdemokraten) zur Nachrichtenagentur Ritzau.

 

Dänemark darf Planeten und Stern benennen

Ein Planet und ein Stern, die von einer dänischen Forschergruppe entdeckt worden sind, haben nach dänischem Wunsch Namen aus der nordischen Mythologie bekommen. Der Stern heißt von nun an „Muspelheim“, während der Planet, der um ihn kreist, den Namen „Surt“ trägt. „Muspelheim“ ist in der nordischen Mythologie ein Ort im Süden, an dem es sehr warm ist und überall Feuer und Glut herrscht. „Surt“ ist ein Feuerriese, der bei der Ragnarök, dem Untergang der Götter, sein Volk nach Asgard führt, dem Wohnort der Götter. „Muspelheim“ befindet sich rund 1.050 Lichtjahre von der Erde entfernt (Ein Lichtjahr entspricht rund 9,46 Billionen Kilometer). Der Planet „Surt“ kreist um den Stern. Für eine Umrundung benötigt er fünf Tage und 17 Stunden. Auf seiner Oberfläche herrscht eine Temperatur von 1.150 Grad Celsius.

 

Gleichstellung: Dänemark macht einen Schritt zurück

Dänemark hinkt im internationalen Kampf für Gleichstellung hinterher. Im neuen Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) ist Dänemark im Vergleich zum vergangenen Jahr vom 13. auf den 14 Platz abgerutscht. Anders sieht es hingegen bei den skandinavischen Nachbarn aus. Island, Norwegen, Finnland und Schweden führen die Rangliste weiterhin an. Das WEF ist eine Stiftung mit Sitz in der Schweiz, das vor allem für sein jährlich veranstaltetes Jahrestreffen in Davos bekannt ist. Es untersucht jährlich die Gleichstellung in 153 Ländern in den Bereichen Ausbildung, Gesundheit, Wirtschaft und Politik. Deutschland konnte sich vom 14. auf den 10. Platz verbessern. Die letzten drei Plätze belegen in diesem Jahr der Jemen, der Irak und Pakistan.

 

Dänische Lastwagen transportieren weniger Waren ins Ausland

Der Warentransport mit dänischen Lastwagen ist im dritten Quartal 2019 im Vergleich zum vorherigen Quartal um sieben Prozent gesunken. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Der Hauptgrund dafür liegt vor allem im kräftigen Einbruch beim Warentransport ins Ausland. Trotzdem wurden im dritten Quartal immer noch drei Prozent mehr Waren transportiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Kristian Skiver, Chefökonom von Dansk Erhverv, meint, dass die Entwicklung im Frachtsektor ein Indikator für die heimische Wirtschaft im Allgemeinen sei. „Es gab deutlich mehr Aktivität in der dänischen Wirtschaft im dritten Quartal dieses Jahres als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig ist jedoch eine Schwäche im dritten Quartal zu verzeichnen, die darauf hindeutet, dass das Wachstum langsamer als zu Beginn des Jahres verläuft. Das ist das gleiche Bild, dass wir in der gesamten Wirtschaft sehen“, so der Ökonom.

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