Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Immer mehr Menschen in Dänemark gehen in Frührente. Mehr dazu unter „Zahl der Frührentner auf Rekordniveau“ weiter unten. Foto: Torben Klint/ Ritzau-Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

83 Gymnasiallehrer bereits gefeuert

2019 wird ein schwarzes Jahr für die Gymnasien im Land, Kündigungen und Einsparungen sind bereits in vollem Gang. Darauf macht der Vorsitzende des Vereines der Gymnasiallehrer, Gymnasieskolernes Lærerforening (GL), Tomas Kepler, gegenüber TV2 Lorry aufmerksam. Er warnt: Die Qualität des Unterrichts leidet bereits jetzt, nichtsdestotrotz ist mit weiteren Kündigungen zu rechnen. 83 Lehrer hätten seit November in der Region Hauptstadt eine Kündigung erhalten, 200 sollen es landesweit werden. „Es werden wesentlich weniger Lehrer, die Arbeit und Unterricht in den Schulen bewältigen können“, sagt Kepler. Laut GL hat sich die Zahl der Lehrer seit 2015 bis 2018 um 1.139 verkleinert – ein Rückgang von 10,5 Prozent, wohingegen die Schülerzahl nur um 1,2 Prozent zurückgegangen ist. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir längst Einschnitte in die Qualität der gymnasialen Bildung erleben. Daran besteht gar kein Zweifel.“

Künstliche Intelligenz: Dänemark soll führend sein

Ob bei Apps, Suchmaschinen oder der Gesichtserkennung: Künstliche Intelligenz ist heute überall zu finden. Mit einer am Donnerstag von der Regierung vorgestellten Strategie sollen unter anderem die Rechte der Bürger gestärkt werden.

„Wir sollen uns nicht von der künstlichen Intelligenz überrollen lassen, sondern sie zu unserem Vorteil nutzen“, sagt Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) bei der Präsentation einer neuen Strategie für künstliche Intelligenz. Doch ist nicht nur die vorteilhafte Nutzung der neuen Technologie Teil der neuen Strategie, sondern auch der verantwortliche Umgang damit.

Vier Bereiche bilden die Rahmenbedingungen der „Nationalen Strategie für künstliche Intelligenz“:

  1. Dänemark soll eine ethische Grundlage für künstliche Intelligenz mit dem Menschen im Zentrum haben.
  2. Dänische Forscher sollen die künstliche Intelligenz weiter entwickeln.
  3. Dänische Unternehmen sollen durch die Entwicklung und Anwendung der künstlichen Intelligenz wirtschaftliches Wachstum erzielen.
  4. Der öffentliche Dienst soll künstliche Intelligenz nutzen, um einen Service der Spitzenklasse zu bieten.

60 Millionen Kronen hat die Regierung für Initiativen bereit gestellt, damit sich die Strategie umsetzen lässt.

Regierung investiert 30 Millionen Kronen in dänische Sprachdaten

Die dänische Regierung setzt 30 Millionen Kronen für die Entwicklung dänischer Sprachdaten ab. Ziel ist es, dass künftige Technologien, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, auch mit der dänischen Sprache zu bedienen sind. Die Entwicklung eigener Sprachdaten sei absolut notwendig, wenn künstliche Intelligenz in Dänemark künftig ernsthafter zum Einsatz komme, schreibt Ausbildungs- und Forschungsminister Thommy Ahlers (Venstre) in einer Pressemitteilung. Bereits heute wird künstliche Intelligenz sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich genutzt. So etwa beim Ansagen von Haltestellen in Bussen oder wenn Bürger mit Mitarbeitern der Kommunen und von Versicherungsgesellschaften chatten. Durch einheitliche Sprachdaten soll dieser Prozess künftig erleichtert und ausgebaut werden.

Zahl der Frührentner auf Rekordniveau

2.490 Personen zwischen 60 und 64 Jahren sind im vergangenen Jahr in Dänemark in Frührente (førtidspension) gewesen. Das ist absoluter Rekord, wie Zahlen der Arbeitsmarkt- und Rekrutierungsbehörde zeigen. 2004 lag die Zahl noch bei 1.172 Personen. Der Direktor der Gewerkschaft für Führungskräfte, Henrik Bach Mortensen, spricht von einer positiven Entwicklung. „Es zeigt, dass das Frührentensystem den Menschen immer besser hilft. Es sorgt dafür, dass man den Arbeitsmarkt sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich angemessen verlassen kann“, so Mortensen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Er unterstützt nicht den Vorschlag der Sozialdemokraten, dass Personen die Erlaubnis haben sollten, den Arbeitsmarkt früher zu verlassen, wenn sie bereits viele Jahre gearbeitet haben, sondern plädiert dafür, dass es eine gesundheitliche Bewertung von Fall zu Fall geben sollte.

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