Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Einheitsliste-Parteivorsitzende Pernille Skipper. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börsenbericht

Die Kopenhagener Leitbörse hat die Handelswoche mit Gewinnen abgeschlossen. Der C25-Cap-Index ging am Freitag beim Stand von 1.130,90 aus dem Handel – ein Plus von 2,7 Prozent im Laufe einer Woche. Die Gewinner des Tages: ISS stieg um 2,6 Prozent auf 208,60 Kronen, Pandora von 1,6 Prozent auf 320,10 Kronen, und Papiere von Tryg kletterten 1,4 Prozent in die Höhe und notierten am Abend bei 185 Kronen. Auch die Novo-Aktien schlossen die Handelswoche im Plus ab, sie stiegen um 0,6 Prozent auf 335 Kronen. Verlierer des Tages waren Papiere von Genmab, sie gaben um 1,6 Prozent nach und schlossen bei 1.122,50 Kronen.

Christchurch-Morde: Dänemark wachsam

Dänemark verfolgt die Lage nach dem Christchurch-Massaker aufmerksam. „Es gibt ein Sicherheitsrisiko für Dänemark“, sagte Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Freitag. „Das ist nicht neu, sondern anhaltend und dafür sind wir ständig in Bereitschaft.“ Angriffe wie die in Neuseeland, bei dem ein Rechtsextremist mindestens 49 Personen beim Beten erschossen hat, seien „nicht auszuschließen“. Es gebe keinen leitenden Politiker auf dieser Welt, der eine Garantie geben könne, dass es nicht wieder passiere.

Kind in Kopenhagen mit neuem Masern-Virus infiziert

Im Bereich Kopenhagen ist ein neuer Typ Masern aufgetaucht. Das berichtet das Staatliche Seruminstitut (SSI) am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung. Demnach habe sich ein Kind mit dem neuen Masern-Virus infiziert, ohne dass es zuvor im Ausland war oder mit einer Person in Kontakt stand, die zu den jüngsten Masern-Fällen in Dänemark zählt. „Wir wissen noch nicht, wie sich das Kind angesteckt hat – und es ist auch unwahrscheinlich, dass wir dies überhaupt herausfinden“, so Peter Andersen, Arzt am SSI, zur Nachrichtenagentur Ritzau. International ist der B3-Virustyp, um den es sich bei dem Kind handelt, zuvor bereits in Italien, in den vergangenen Monaten in Osteuropa und vereinzelt auch in Deutschland aufgetreten.

Teilen von Terrorvideo: Polizei warnt die Bevölkerung

In der Nacht auf Freitag dänischer Zeit hat ein unbekannter Täter in Neuseeland in zwei Moscheen um sich geschossen und dabei 49 Menschen getötet. Kurz nach der Tat tauchte ein Video in den sozialen Medien auf, das vermutlich vom Täter selbst aufgenommen wurde und ihn selbst bei dem Anschlag zeigt. Die dänische Reichspolizei warnt nun alle Bürger davor, das Video im Internet weiterzuverbreiten. „Teilt das Video nicht. Es ist nicht nur unglaublich verletzend für die Angehörigen, sondern kann sogar strafbar sein, das Video zu verbreiten“, so Polizeiinspektor Mikael Wern von der Reichspolizei in einer Pressemitteilung. Er warnt vor „ernsthaften Konsequenzen“, die auf einen zukommen können. Die Polizei hat gerade erst mehrere Personen angezeigt, die das Video aus Marokko geteilt haben, in dem die Hinrichtung einer dänischen und einer norwegischen Touristin gezeigt wird. Sie müssen sich nun unter anderem für die Billigung von Terrorismus verantworten.

NemID wird ausgetauscht

2021 wird die neue Version der Schlüsselkarte NemId eingeführt. Diese trägt den Namen mitID und wird von dem Zahlunternehmen, das unter anderem die „Dankort“ betreibt, Nets, entwickelt. Das berichtet die Digitalisierungsbehörde in einer Pressemitteilung. Die klassische Pappkarte wird bei der Einführung von mitID entfallen. Bürger müssen dann auf andere Lösungen umsteigen, wie beispielsweise eine App. In einem Zeitraum von neun Monaten sollen die Nutzer auf mitID umsatteln, so die Behörde.

Neuer Plan: Klimaneutrale Landwirtschaft 2050

2050 klimaneutrale Kartoffeln, Karotten und Steaks aus dänischer Produktion. So lautet die Vision dänischer Landwirte und Nahrungsmittelproduzenten, die im Branchenverband Landbrug&Fødevarer organisiert sind. Doch das ist laut Branchendirektorin Anne Lawaetz Arhnung nur möglich, wenn der Staat mehr Geld in die Forschung und Kompensation von Landwirten steckt.

EU-Austritt: Einheitsliste vertagt Pläne

Die Einheitsliste war in Dänemark die letzte Parlamentspartei, die einen EU-Austritt wünschte. Doch diese Pläne sind laut der Parteivorsitzenden Pernille Skipper auf Eis gelegt, berichtet die Tageszeitung „Jyllands-Posten“. „Wir haben vom Brexit gelernt, dass man zuerst mögliche Alternativen festlegt, bevor man das Volk an die Wahlurnen bittet“, so Skipper. Die Partei sei aber noch EU-kritisch, unterstreicht der Spitzenkandidat der bevorstehenden EU-Wahl, Nikolaj Villumsen.

Inklusion: Gewalt in den Schulen eskaliert

Seitdem die Inklusion in den Schulen in Dänemark 2012 eingeführt wurde, ist die Zahl der Gewaltfälle gegen Lehrer deutlich gestiegen. Das berichtet die Tageszeitung „Kristeligt Dagblad“. Während 2012 noch 13 Prozent der Lehrer angaben, dass sie Gewalt seitens ihrer Schüler erlebt hätten, waren es 2018 gar 20 Prozent, so Zahlen der Arbeitsaufsicht. Demnach ist das Lehrerdasein der Fachbereich, der neben Polizeibeamten und Justizvollzugsbeamten in Dänemark am häufigsten Gewalt ausgesetzt ist.

FridaysForFuture: Jugendliche setzen sich für das Klima ein

Mit selbst gemachten Plakaten und Schildern aus Pappe trotzen viele Gymnasiasten Dänemarks am Freitag der März-Kälte und demonstrieren für mehr Klimaschutz. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Rasmus Madsen, Schüler am Sonderburger Alssundgymnasiet, ist Mitorganisator der Demo in Sonderburg und meint, dass die Klimaprobleme in Gemeinschaft gelöst werden müssen. „Wie sollen wir es fröhlich und gut miteinander haben, wenn wir uns zugleich Sorgen um die Zukunft machen“, fragt sich Madsen. Inspiriert wurde die Bewegung von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die seit August 2018 jeden Freitag die Schule schwänzt, um auf das Klima aufmerksam zu machen.

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