Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Energieminister Dan Jørgensen (Sozialdemokraten) spricht von einem Ende der Subventionen für nachhaltige Energie. Foto: Drew Hays/Unsplash

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Korruptionsbekämpfung: Dänische Regierung erntet Kritik

In Sachen vorbeugende Maßnahmen gibt es aus Sicht des Anti-Korruptions-Gremiums „Greco“ so gut wie keine Fortschritte in Dänemark. Zu dem Ergebnis kommt es, in seinem jüngsten Statusbericht. „Wir sehen sehr geringe bis gar keine Fortschritte“, so Greco-Chef Gianluca Esposito zur Nachrichtenagentur Ritzau. Das Hauptproblem sieht das Anti-Korruptions-Gremium vor allem bei den Politikern.

 

Die Börse am Freitag

Hoch, höher, C25-Eliteindex: Derzeit geht es für diesen nur in eine Richtung – und das ist immer weiter nach oben. Auch am Ende der Handelswoche ging es noch einmal nach oben. Um 0,7 Prozent stieg der Index, sodass er nun bei einem Rekordwert von 1.240,31 Punkten steht. Bedanken dürfen sich die Aktionäre bei Mærsk. Dessen Wertpapiere stiegen um satte 4,3 Prozent und kosten nun für den Rest der Woche 10.075 Kronen pro Stück. Auch Logistikunternehmen DSV konnte um 2,8 Prozent zulegen.
Nicht so gut lief der letzte Börsentag der Woche hingegen für Coloplast. Dessen Aktien sanken um 1,3 Prozent.

 

Verschmutztes Grundwasser: Ministerin will nach Kritik reagieren

Die Regierung vernachlässigt die Kontrollen des Grundwassers, sagt Staatsrevisor Flemming Møller Mortensen (Sozialdemokraten). Er bezieht sich auf einen neuen Bericht der Reichsrevision, der zu dem Ergebnis kommt, dass das Ministerium bei 13 von 18 Pestiziden genehmigten Pestiziden, seine eigenen Richtlinien nicht beachtet hat. Die Umweltministerin reagierte prompt und verspricht, sich der Sache anzunehmen. Unter anderem will sie dafür sorgen, dass Mitarbeiter der Umweltbehörde Landwirten nicht länger Ausnahmegenehmigungen für Pestizide ausstellen, die von der EU verboten sind.

 

Überschuldung: Verbraucherschutzbeauftragte zieht vor Gericht

Im Falle einer überschuldeten Person greift nun Dänemarks Verbraucherschutzbeauftragte (forbrugerombudsmand) Christina Toftegaard Nielsen ein und strengt ein Verfahren an. Drei Banken, ein Kreditinstitut und neun Unternehmen hatten einem Verbraucher, der sich in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befand, im Jahr 2018 Kredit gewährt. Die Verbraucherschutzbeauftragte beklagt eine unzureichende Überprüfung der Kreditwürdigkeit seitens der Geldgeber. Der Verbraucher hätte in seiner wirtschaftlichen Lage niemals die Chance erhalten sollen, so viele Kredite aufzunehmen, so Nielsen. Ihrer Aussage nach ist es selten, dass sich die Verbraucherschutzbeauftragte in einen konkreten Schuldenfall einmischt. Sollte sie den Fall gewinnen, könnte dies Auswirkungen nicht nur für die überschuldete Person haben. hm

 

Nachhaltige Energie: Energieminister sieht Ende der Subventionen kommen

Der dänische Klimaminister Dan Jørgensen (Sozialdemokraten) schätzt, dass der Bau von Windmühlen an Land und von Solaranlagen so günstig geworden ist, dass der Staat bald keine neuen Projekte mehr finanziell unterstützen muss. Kürzlich hatte das Klima-, Energie- und Versorgungsministerium eine Angebotsrunde beendet, in der Anträge zur Projektförderung gestellt werden konnten. Es gehe weitaus besser in die richtige Richtung, als er zu glauben gehofft habe, so Jørgensen. Es sei großartig, es stehe 2,5 mal mehr nachhaltige Energie zur Verfügung als veranschlagt und dies für noch nicht einmal die Hälfte des Preises. Wann die Subventionen eingestellt werden, ist dem Minister nach noch nicht klar, der Zeitpunkt nähere sich aber schnellen Schrittes, so Jørgensen. 2019 waren 258 Millionen Kronen Fördermittel vorgesehen, beantragt wurden nur 157 Millionen Kronen. hm

 

PostNord benötigt 100 Millionen Kronen

Wie die Zeitung „Jyllands-Posten“ berichtet, ist das dänische Parlament vertraulich gebeten worden, 100 Millionen Kronen für einen mittelfristigen Rettungsplan des heimischen Postdienstleisters PostNord zu bewilligen. Am 31. Dezember dieses Jahres läuft ein Vertrag aus, der den Paket- und Briefdienst sicherstellt. Laut Regierung und PostNord Danmark benötigt das Unternehmen aber eine Extra-Unterstützung, damit das Unternehmen seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Transportminister Benny Engelbrecht will das Geld für mehr Zeit für Verhandlungen nutzen. Vor zwei Jahren erhielt PostNord Danmark eine Milliardenspritze. hm

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