Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Die Börse am Freitag

Die Börse schloss am Freitag mit einem C25-Leitindex von 1.299,42. Das ist eine Steigerung um 0,8 Prozent. Die Aktie von Topdanmark trotzte der allgemein positiven Aktienstimmung und lag am zweiten Tag in Folge am Boden des Index. Am Donnerstag fiel die Aktie nach Veröffentlichung des Abschlusses für das vierte Quartal 2019 um 3,1 Prozent, und am Freitag setzte sich der Verlust mit einem Minus von 4,5 Prozent fort. Der Aktienwert liegt zum Wochenende bei 323 Kronen. Zu den Gewinnern des Tages zählte Novozymes. Die Aktie stieg um ein Prozent auf 354,90 Kronen. Auch die Nordea-Aktie legte um 3 Prozent zu auf 322 Kronen.

 

334 Personen wegen Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt

Im sogenannten Umbrella-Fall, in dem mehr als 1.000 Personen angeklagt wurden, ein Video von einem 15-jährigen Mädchen und einem gleichaltrigen Jungen beim Sex verbreitet zu haben, sind 334 Personen zu Bewährungsstrafen zwischen 7 und 20 Tagen verurteilt worden. Das zeigt eine von der Staatsanwaltschaft jüngst herausgegebene Erklärung. Knapp die Hälfte der 1.000 angeklagten Personen wurde mit einem Bußgeld zwischen 750 und 3.500 Kronen belegt, während ein Fünftel freigesprochen wurde, weil sie noch keine 15 Jahre alt waren. 128 Urteile stehen noch aus.

 

Neue Kopenhagener Metrolinie startet im März

Die neue Metrolinie M4 in Kopenhagen wird am 28. März eröffnet. Sie verbindet den Nordhafen mit dem Metronetz der Stadt. Durch sie wird die Zahl der Abfahrten zwischen Østerport und den Hauptbahnhof künftig verdoppelt. Das gab die Metrogesellschaft am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Darin heißt es unter anderem: „Die Metro hat Kopenhagen zu einer echten Großstadt gemacht. Sie bringt uns enger zusammen und schafft neue Erlebnisse für uns alle.“ Die Eröffnung kommt damit ein halbes Jahr nach dem Start der M3, der Cityring-Metro.

 

Gericht verbietet Bande „Loyal To Familia“

Das Stadtgericht von Kopenhagen hat am Freitag die Auflösung der Bande „Loyal To Familia“ (LTF) angeordnet. Das Gericht kam zu dem Urteil, dass es sich bei der Bande um eine gewalttätige Vereinigung handelt – weshalb sie auch nicht von der im Grundgesetz festgeschriebenen Vereinigungsfreiheit geschützt ist. Dass es sich bei der Bande um eine Vereinigung handelt, sahen die Geschworenen als erwiesen an, weil die Polizei bei Razzien unter anderem ein Diagramm mit den Organisationsstrukturen und 109 Lederwesten mit Stickereien gefunden hat, die die Mitglieder als Zugehörigkeitssymbol tragen. Im September 2018 hatte die Polizei ein temporäres Verbot gegen LTF ausgesprochen, das nun vom Gericht in ein dauerhaftes Verbot geändert wurde.

 

Trotz Berechnungsfehlers: Forderungen an die Landwirtschaft bleiben

Ein Berechungsfehler von Experten in der Aarhuser Universität wird nicht dazu führen, dass dänische Landwirte nun wieder mehr Stickstoff ausstoßen können. Das unterstreicht die dänische Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten), wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet. „Weil wir trotz der Fehlberechnungen immer noch weit vom Ziel der sauberen Gewässer entfernt sind, werden wir nichts an dem Sachverhalt ändern. Deshalb werden wir 2020 an den Forderungen festhalten“, so Wermelin.

 

122 Paare haben wieder zusammengefunden

Seit April 2019 müssen Ehepaare mit Kinder unter 18 Jahren, die eine Scheidung beantragen, erst durch eine dreimonatige sogenannte Reflexionszeit (Bedenkzeit), ehe die Scheidung vollzogen werden kann. Diese Zeit hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr insgesamt 122 Paare von einer Scheidung abgesehen haben, berichtet die Tageszeitung „Berlingske“ anhand eines Berichts der staatlichen Familienberatungsstelle Familieretshuset. Insgesamt haben laut des Berichtes von April bis Dezember 1.523 Paare eine Scheidung beantragt. Bei 1.401 Paaren, rund 92 Prozent, wurde die Scheidung vollzogen. Die Dänische Volkspartei, die die Reflexionszeit vorgeschlagen hatte, freut sich, dass 122 Paare weiter an der Ehe festhalten. „Ich kann das nur positiv bewerten, dass nahezu jedes zehnte Paar nach der Reflexionszeit zusammengeblieben ist“, erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Partei, Karina Adsbøl. jt

 

Betrug: Steuerbehörde kontrolliert weniger Unternehmen

Eine steigende Zahl dänischer Unternehmen wird von der Steuerbehörde nicht auf Betrug kontrolliert. Das zeigt ein Bericht des Steuerministeriums an den Steuerausschuss des Folketings, berichtet das gewerkschaftsnahe Magazin „A4 Arbejdsliv“. Aus dem Bericht geht hervor, dass 2018 lediglich 2,4 Prozent der Betriebe in Dänemark von den Behörden überprüft wurden. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Rückgang um 0,3 Prozent – rund 1.800 Betriebe. „Es sind lächerlich wenige Unternehmen, die begutachtet werden. Und wir wissen, dass jedes zehnte Unternehmen betrügt. Dann bedeutet dies, dass wir jährlich auf Milliarden von Steuerkronen verzichten müssen“, erklärt der steuerpolitische Sprecher der Einheitsliste, Rune Lund. jt

 

Höchstgericht: Früherer Verteidigungsminister als Zeuge vorgeladen

Erstmals muss mit Søren Gade (Venstre) ein früherer Verteidigungsminister unter Eid in einem Gericht erklären, was die Regierung 2004 über die Behandlung dänischer Soldaten von irakischen Gefangenen wusste. Das berichtet die Tageszeitung „Politiken“. In der Vergangenheit hat das Verteidigungsministerium eine Aussage Gades abgelehnt und verwies dabei auf die fehlende Relevanz. Doch nun hat der Anwalt des Ministeriums die Meinung geändert, und Gade muss demnach vor dem Höchstgericht aussagen. Bislang habe sich Gade laut „Politiken“ zu seiner neuen Rolle als Zeuge nicht äußern wollen. jt

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das dunkle Netz“