Landwirtschaft

Trotz Berechnungsfehlers: Forderungen an die Landwirtschaft bleiben

Trotz Berechnungsfehlers: Forderungen an die Landwirtschaft bleiben

Forderungen an die Landwirtschaft bleiben

jt
Kopenhagen
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Foto: Søren Breiting/Biofoto/Ritzau Scanpix

Die dänische Landwirtschaft soll weiterhin weniger Stickstoff ausstoßen. Ein Landwirtschaftsverband fordert nun aber Entschädigungen.

Ein Berechungsfehler von Experten in der Aarhuser Universität wird nicht dazu führen, dass dänische Landwirte nun wieder mehr Stickstoff ausstoßen können. Das unterstreicht die dänische Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten), wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet.

„Weil wir trotz der Fehlberechnungen immer noch weit vom Ziel der sauberen Gewässer entfernt sind, werden wir nichts an dem Sachverhalt ändern. Deshalb werden wir 2020 an den Forderungen festhalten“, so Wermelin.

Die Uni Aarhus hatte für die Landwirtschaft eine höhere Stickstoff-Belastung, als es reell der Fall war, auferlegt. Statt einer Stickstoffemission von 58.000 Tonnen soll es laut einer Korrektur 55.000 Tonnen gewesen sein. Die Berechnungen hatten Ende des vergangenen Jahres dazu geführt, dass Politiker mehr Anbau von Zwischenfrüchten gefordert hatten.

„Uns wurden gerade zusätzliche 200.000 Hektar für Zwischenfrüchte auferlegt, weil die Emissionen nicht genügend reduziert werden konnten. Ohne diese Fehlberechnung hätten die Politiker keine Argumente für diese Forderung“, erklärt der Direktor der Landwirtschaftsorganisation Bæredygtigt Landbrug.

Entschädigungen gefordert

Der dänische Landwirtschaftsverband Landbrug & Fødevarer kritisiert auch die fehlerhaften Berechnungen und fordert nun Entschädigungen. „Man muss überprüfen, ob man Landwirte, die durch die Forderungen unter Druck geraten, entschädigen kann“, betont der Verbandsvorsitzende Martin Merrild.

Die Ministerin versteht die Frustrationen seitens der Landwirtschaft. „In Bezug auf die kommende Gewässerplanung kann ich den Landwirten versprechen, dass alle Zahlen überprüft werden. Demnach können wir sicher sein, dass wir unsere nachfolgenden Entschlüsse auf einer soliden Grundlage treffen“, so Wermelin.

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