Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

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Apenrade/Aabenraa
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Werden die fünf Wikingerburgen bald UNESCO-Weltkulturerbe? Foto: Lars Laursen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Sydbank erhöht Ertrag in ersten Quartal 2019

Die Chefin der Sydbank, Karen Frøsig, ist zufrieden mit der Geschäftsentwicklung des Finanzkonzerns mit Sitz in Apenrade. Es sei erfreulich, dass der Ertrag in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum vierten Quartal 2018 gesteigert werden konnte, so Frøsig. Das sei vor allem angesichts des starken Drucks im Bereich des Kerngeschäftes der Bank positiv. Allerdings lag der Ertrag unter dem Niveau des Vergleichszeitraums 2018. Die Zinseinnahmen der Sydbank hatten sich im Berichtszeitraum um 17 Prozent vermindert. Seit Jahresbeginn habe man nochmals mehr Kredite vergeben können. Zufrieden sei man auch darüber, dass die Rückstellungen für Abschreibungen bei faulen Krediten erneut gesenkt werden konnten. Dadurch habe sich das Quartalsergebnis um 14 Millionen verbessert. Laut Mitteilung an die Börse rechnet der Sydbank-Konzern im laufenden Geschäftsjahr mit einem Gewinn zwischen 0,8 und 1,1 Milliarden Kronen. Gegenüber 2018 rechne man mit einem sinkenden Ertrag. Unsicherheit gehe von der aktuell konjunkturellen Situation aus. Karen Frøsig betonte, dass die Sydbank weiter darauf setzte, für die Kunden da zu sein, eine Bank zu sein, auf die man sich verlassen könne.

Dänemark deutet Kurswechsel bei EU-Steuerrecht an

Laut der Zeitung „Jyllands-Posten“ scheint die dänische Regierung einen Sinneswandel in Sachen EU-Steuerrecht zu vollziehen. Die Zeitung berichtet, die Regierung habe das Blockieren eines gemeinsamen EU-Steuerrechts aufgegeben, das IT-Riesen wie Facebook und Google zwingen soll, ausreichend Steuern zu zahlen. Im vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, nicht den Gewinn, sondern den Umsatz der IT-Riesen zur Berechnung der Steuern heranzuziehen, da die Unternehmen einen großen Teil ihres Gewinns an den europäischen Staatskassen vorbeileiten würden. Im März dieses Jahres blockierte Dänemark mit drei anderen Ländern einen entsprechenden EU-Vorschlag. Google Danmark schlägt ein globales Steuersystem vor und weist darauf hin, man habe in den vergangenen zehn Jahren global betrachtet 23 Prozent Steuern gezahlt, das meiste davon in den USA, so wie dänische Unternehmen ihre Steuern in ihrem Heimatland entrichten würden.

April schlägt Sonnenschein-Rekord

Der April hat in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen, was die Anzahl der Sonnenstunden angeht. Die Sonne schien insgesamt 274 Stunden. Das sind zwei Stunden mehr als der bisherige Rekord, aufgestellt im Jahr 2009. Seit 2006 scheint die Sonne laut Meteorologe Mikael Scharling vom Dänischen Meteorologischen Institut (DMI) im April durchschnittlich 211 Stunden. Seit 1920 wird die Zahl der Sonnenstunden ermittelt. 29 Messstationen werden dafür verwendet. Obwohl die Sonne in diesem Jahr im April so oft schien wie noch nie, heißt dies laut Experte nicht, dass es auch ein warmer Sommer wird. „Es gibt keine Garantie dafür, dass der Hochdruck auch künftig weiter dominieren wird. Wir können nicht sagen, ob wir einen guten Sommer bekommen“, so Scharling zur Nachrichtenagentur Ritzau.

SAS-Streik: Streit-Parteien treffen sich beim Schlichter

Nach sechs Tagen Streik treffen sich am Mittwoch die Piloten und Vertreter von SAS bei einem norwegischen Schlichter in Oslo. Für Donnerstag wurden bereits 280 weitere Flüge abgesagt. Rund 20.000 Passagiere sind betroffen. Seit Freitag streiken Piloten von SAS aus Norwegen, Schweden und Dänemark. Sie fordern sowohl ein besseres Gehalt als auch bessere Arbeitsbedingungen. Laut Sydbank kostet der Streik SAS rund 50 Millionen Kronen am Tag.

Jeder Fünfte bekommt Sirenenwarnung nicht mit

Am Mittwoch werden, wie an jedem ersten Mittwoch im Mai, landesweit die Warnsirenen getestet. Rund jeder Fünfte wohnt allerdings außer Reichweite und wird deshalb keinen Alarm hören, sagt Lars Aabjerg Pedersen, Kommunikationschef der Bereitschaftsbehörde, zur Nachrichtenagentur Ritzau. „Wir bekommen jedes Jahr viele Anrufe von Bürgern, die die Sirenen nicht hören können. Das kann daran liegen, dass sie an einem Ort wohnen, der nicht mit Sirenen abgedeckt ist, der Wind in eine andere Richtung weht oder sie sich in einem Gebäude befinden”, so der Kommunikationschef. In Dänemark sind mehr als 1.070 Sirenen in Orten mit über 1.000 Bürgern angebracht worden. Das entspricht einer Abdeckung von rund 80 Prozent der Bevölkerung. Der Rest werde bei Gefahr von Polizeibeamten gewarnt, sagt Pedersen. Die Sirenen schlagen im Ernstfall bei großen Unfällen und Katastrophen Alarm, bei denen viele Menschen betroffen sind. Hört man eine Sirene, soll man nicht die Polizei oder die Feuerwehr anrufen, sondern sich stattdessen so schnell wie möglich ins Innere eines Gebäudes begeben. Der Sirenentest findet am Mittwoch um 12 Uhr statt.

Wikingerburgen auf eine Stufe mit den Pyramiden

Genau wie die Pyramiden in Ägypten, das Kolosseum in Rom oder die Akropolis in Griechenland sollen künftig auch die Überreste der dänischen Wikingerburgen UNESCO-Weltkulturerbe werden. Dafür wollen sich nun fünf dänische Bürgermeister einsetzen, die alle eine Ringburg in ihrer Kommune haben. Diese Burgen wurden während der Herrschaft von Harald Blauzahn vor über 1.000 Jahren gebaut und liegen auf Jütland, Fünen und Seeland. Die fünfte Burg wurde 2014 in Køge entdeckt. Tourismusforscherin Lise Lyck von der Copenhagen Business School sieht gute Chancen, dass die Wikingerburgen als Kulturerbe anerkannt werden. „Es gibt nicht viele von ihnen auf der Welt. Gleichzeitig ist die Wikingerzeit ein interessantes Thema – auch wenn es um die Erhaltungswürdigkeit geht”, sagte Lyck zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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