Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Die dänischen Soldaten im Irak könnten bald abgezogen werden. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Die Börse am Mittwoch

Die Konflikte im Nahen Osten sorgten nach dem iranischen Raketenangriff auf zwei Militärstützpunkte im Irak auch am Mittwoch auf dem Aktienmarkt für Turbulenzen. Die Börse schließt mit einem C25-Index von 1.239,0. Das entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozent. Die Aktie von Chr. Hansen sank um 2,3 Prozent auf 510,40 Kronen, wobei die Aktie von Novozymes um 0,2 Prozent zulegte. An der Spitze des Eliteindex landete GN mit einem Plus von 2,7 Prozent. Die Aktie des Unternehmens verzeichnete am Ende des Tages einen Wert von 311 Kronen. Die Matas-Aktie stieg mit einem Plus von 16,7 Prozent auf 63 Kronen.

Irak: Dänemark zieht rund 100 Soldaten ab

Nach dem iranischen Raketenangriff auf einen US-geführten Luftwaffenstützpunkt im Irak in der Nacht zu Mittwoch zieht Dänemark den größten Teil seiner Streitkräfte aus dem Irak ab. Dies gab Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) am Mittwochnachmittag bekannt. Die Sicherheit der Soldaten habe höchste Priorität, so Frederiksen. Die rund 100 Soldaten werden nach Kuwait geflogen; sie hatten bis jetzt die Aufgabe, irakische Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt zu trainieren. Frederiksen sprach von einem mittelfristigen Abzug. Verteidigungschef Bjørn Bisserup unterstrich, der Abzug sei in Absprache mit den Koalitionspartnern, insbesondere mit den Amerikanern, beschlossen worden.

 

Neonazis nach Müllattacke gegen Minister vor Gericht

Am Freitag stehen in Lyngby vier Personen vor Gericht, die im Mai 2018 einen Anhänger voll mit Müll vor dem Haus des heutigen Venstre-Vorsitzenden und damaligen Nahrungsmittelministers Jakob Ellemann-Jensen in Birkerød ausgeschüttet haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die vier Personen gehören zu der Organisation „Den Nordiske Modstandsbevægelse“ (Die Nordische Widerstandsbewegung), die sich selbst als revolutionäre, nationalsozialistische Kampforganisation beschreibt. Als politisches Ziel gibt die Gruppe unter anderem an, daran zu arbeiten, „die Macht von der globalen zionistischen Elite zurückzuerobern“. Nachdem sie den Müll vor dem Haus des Ministers abgeladen hatten, stellten sie ein Schild auf, auf dem stand: „Die Nordische Widerstandsbewegung macht dich für die Politik verantwortlich, die in unseren Kommunen und unserem Land geführt wird. Da du für den ganzen Müll verantwortlich bist, der in unser Land kommt, füllen wir dein Zuhause mit Müll. Müll gehört zu Müll.“ Sollten die vier Personen vom Gericht schuldig gesprochen werden, droht ihnen ein Bußgeld.

 

Stützparteien bereit für dänischen Truppenabzug aus dem Irak

Nach der Ermordung des iranischen Generalmajors Qassem Soleimani durch eine amerikanische Drohne spitzt sich die Lage im Mittleren Osten immer weiter zu. Aus diesem Grund trifft sich der Außenpolitische Ausschuss des Parlaments (Udenrigspolitisk Nævn) am Mittwoch zu einer Sondersitzung, um unter anderem über einen Abzug der dänischen Truppen im Irak zu diskutieren. Die Einheitsliste ließ bereits vor dem Treffen verlauten, dass Dänemark sich auf ein Abzug der eigenen Soldaten vorbereiten muss. Man müsse sich von den USA distanzieren. Deshalb sei es an der Zeit, die Soldaten nach Hause zu holen, sagte die außenpolitische Sprecherin der Partei, Eva Flyvholm, zu Ritzau. Auch die Sozialistische Volkspartei spricht sich für ein Ende des dänischen Einsatzes im Irak aus, wenn die irakische Regierung der Forderung ihres Parlamentes nachkommt und die ausländischen Truppen zum Gehen auffordert. Rund 130 dänische Soldaten sind derzeit im Zuge der von den USA geführten Militäroperation gegen die Terrormiliz Islamischer Staats im Irak stationiert. Weitere zehn dänische Stabsoffiziere beteiligen sich an einer Nato-Operation in dem Land.

 

Einsamen Senioren fehlen 1.000 Besuchsfreunde

Die Seniorenorganisation „Ældresagen“ und die Versicherungsgesellschaft „Codan“ starten im Januar eine Kampagne, durch die sie 1.000 neue Besuchsfreunde für einsame Senioren finden wollen. Ældresagen arbeitet seit Jahren mit Freiwilligen, die als Besuchsfreunde agieren und einsamen älteren Menschen, regelmäßig Besuche abstatten. Da es bei der Initiative allerdings dauerhaft mehr einsame Senioren als freiwillige Besuchsfreunde gibt, soll die neue Kampagne das Gleichgewicht wieder herstellen. „Wir wenden uns nicht an den Staat oder die Kommunen, sondern wir appellieren an jeden einzelnen Menschen, deren Menschlichkeit und deren Gemeinschaftssinn“ so der Direktor von Ældresagen, Bjarne Hastrup, zu Ritzau. Seine Erfahrung sei, dass die Dänen immer offen für die Initiative waren. Er sei noch niemals zuvor enttäuscht worden, so Hastrup, der zuversichtlich ist, viele neue Besuchsfreunde durch die Kampagne hinzugewinnen zu können.

Mehr lesen