Leserbrief

„Brückenbau zwischen den Generationen“

Brückenbau zwischen den Generationen

Brückenbau zwischen den Generationen

Ingeborg Wohlmuth, Bremen
Nordschleswig/Sønderjylland
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Mit dem Fokus auf kulturelle Vielfalt sollte es doch möglich sein, dass „ein junges Ehepaar, womöglich mit Kindern, drei Stunden ihres Sonnabends in der Tingleffer Halle verbringen" möchte, meint Ingeborg Wohlmuth.

Eine Nachbesinnung zu Inhalt und Ablauf des Deutschen Tages ist sinnvoll. Auch Überlegungen, wie Veränderungen mehr Besucher anziehen können, sind notwendig. Damit stellt sich meines Erachtens auch die Frage: Wieviel Tradition brauchen wir noch?

„Kuchen, Reden, Blasmusik und viel graues Haar", daran wird sich im Kern nicht viel ändern lassen, denn viele Angehörige der Minderheit sind Gäste „gehobenen Alters" und kommen natürlich auch aufgrund ihres Pflichtbewusstseins. Es ist Ausdruck ihres Gefühls der Zugehörigkeit! Sie möchten die politische Standortbestimmung, wie sie in der Rede des Vorsitzenden des BDN zu Gehör gebracht wurde, erleben; sie möchten vielleicht die Gedanken der verschiedenen Redner/innen zum Motto des Tages hören – und sie möchten Kostproben der kulturellen Vielfalt in der Minderheit miterleben.

Und wie kann es nun gelingen, jüngere Mitglieder der Minderheit für eine Teilnahme zu gewinnen? „Der Deutsche Tag ist für mich der offizielle Festtag des Jahres", meint Tobias Klindt, ein junger Vertreter der Minderheit. Was gehört denn zu einem Festtag? Die politischen Vertreter sollen ihre Grußworte und Einschätzungen zu anstehenden Fragen in der Minderheit abgeben. Ein reiches, vielfältiges Angebot der Kulturschaffenden Nordschleswigs, unter Einbeziehung der Kindergärten und Schulen, der Vereine, und der Initiativen junger Vertreter der Minderheit, sollte in die Programmgestaltung einbezogen werden – wie es zum Teil ja schon geschieht. Und natürlich gehören auch Unterhaltung und ein kulinarisches Angebot dazu.

Mit dem Fokus auf kulturelle Vielfalt sollte es doch möglich sein, dass „ein junges Ehepaar, womöglich mit Kindern, drei Stunden ihres Sonnabends in der Tingleffer Halle verbringen" möchte. Die Frage, was sie davon hätten, wäre dann einfach zu beantworten: Teilnahme an einem Fest für alle Altersgruppen! Wenn dann noch eine Kinderbetreuung angeboten wird, steht einer Teilnahme doch nichts im Wege.

Ich kann mir vorstellen, dass „Brückenbau", das Motto des diesjährigen Festtages, zwischen jungen und älteren Angehörigen der Minderheit dazu beitragen kann, die vielen erwähnten Angebote in ein generationenübergreifendes Programm für den Deutschen Tag 2020 zu integrieren – ein Spaß-Event mit Lottospiel aber: „Nein, danke!!" Einem Vorbereitungsteam für den nächsten Deutschen Tag, in dem Jung und Alt angemessen vertreten sind, ist viel Erfolg zu wünschen.

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